Jan Wörner Blog | 27. April 2015

Erdbeben in Nepal

Südlicher Teil von Kathmandu_klein
Quelle: DLR (CC-By 3.0)
Das Bild zeigt den südlichen Teil des historischen Kathmandu. Die Aufnahme ist am 26. Januar 2014 im Rahmen des Projekts "Mountain Wave" entstanden und dient nun als Referenzkarte für Hilfskräfte vor Ort.

Am 25. April ereignete sich in Nepal ein schweres Erdbeben mit einer Magnitude von fast 8 auf der Richterskala. Schon jetzt ist klar, dass mehrere tausend Opfer zu beklagen sind. Wieder ist eine Katastrophe in die weltweite Aufmerksamkeit gerückt. Nach den Flüchtlingsdramen der letzten Wochen, verursacht durch Menschen, ist es diesmal die Natur, die zu den vielen Opfern führt. Was hat das alles mit dem DLR zu tun? Mit verschiedenen Maßnahmen können wir versuchen, die Folgen von Katastrophen zu mindern. weiterlesen

Jan Wörner Blog | 20. April 2015

DLR mit weltweiter Wirkung

31. Space Symposium
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Das DLR auf dem 31. Space Symposium

In der letzten Woche hatte ich wieder Gelegenheit, beim "National Space Symposium" der "Space Foundation" in Colorado Springs zu sein. Dieses alljährliche Symposium hat sich mittlerweile von einer rein amerikanischen Veranstaltung zu einem internationalen Event gemausert, geht über reine Raumfahrtfragen hinaus und gibt immer wieder entscheidende Impulse. Dieses Jahr standen neben den Herausforderungen  für die  Zukunft der Raumfahrt in einem sich rasch ändernden Umfeld, die Beziehungen zwischen Deutschland, Europa und USA im Vordergrund. Das DLR und die ESA spielen dabei zentrale Rollen. Aber auch die Luftfahrt und Fragen von Energie, Verkehr und Sicherheit wurden in den Kontakten angesprochen. weiterlesen

Jan Wörner Blog | 26. März 2015 | 1 Kommentar

Die Tragödie 4U9525

Der Absturz des Germanwings Fluges 4U9525 hat uns alle in den letzten Tagen bewegt, bestürzt und traurig gemacht. Die Tatsache, dass das Flugzeug nach einer normal verlaufenden Anfangsphase in einem langen Sinkflug bis zum Aufprall in den französischen Alpen übergegangen ist, hat zunächst zu wilden Spekulationen geführt. Dabei wurden seitens der Presse auch immer wieder beim DLR Stellungnahmen abgefragt. Wir haben jede Stellungnahme aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen abgelehnt, da wir uns an den Spekulationen nicht beteiligen wollten und wollen.

Die aktuelle Beurteilung der Geschehnisse an Bord des Airbus A320 weisen nun auf ein absichtliches Verhalten des Co-Piloten hin. In diesem Zusammenhang wurde in einer Pressekonferenz seitens Lufthansa darauf hingewiesen, dass das DLR bei der Auswahl von Piloten eine Rolle spielt: „ Wir lassen viel Raum für die Prüfung der psychologischen Eignung der Piloten, die angewandten DLR-Tests sind vielleicht weltweit das führende Verfahren dafür“. Diese Aussage hat nun den Ansturm von Mediennachfragen von der Technik auf den Menschen verlagert und zugleich vervielfacht.

Richtig ist, dass das DLR in der Abteilung Luft- und Raumfahrtpsychologie des DLR Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin die Eignungsauswahl von operationellem Personal wie Piloten, Fluglotsen und Astronauten für verschiedene Auftraggeber durchführt.

Dazu gehört, dass sich jeder Bewerber zum Beispiel für die Lufthansa-Flugschule vor der Einstellung einer psychologischen Auswahluntersuchung unterziehen muss. Bei diesem Verfahren werden Wissensmerkmale (z.B. Englisch, Technik), kognitive Leistungen (z.B. Raumorientierung), Psychomotorik und Mehrfacharbeit sowie allgemeine Persönlichkeitsmerkmale (z.B. Führungskompetenz, Kooperation und Belastbarkeit) untersucht. Diese Untersuchung erfüllt sowohl die wissenschaftlichen Standards als auch die gesetzlichen Anforderungen.

Um Piloten und Lotsen auf die Situationen im täglichen Arbeitsleben vorzubereiten, bedarf es besonderer Anstrengungen bei der psychologischen Eignungsbeurteilung und im Training. Neben der Informationsverarbeitung auf hohem Abstraktionsniveau gewinnen Persönlichkeitsfaktoren für die Berufsbewährung bei operationellem Personal zunehmend an Bedeutung, ebenso wie so genannte "Non-Technical-Skills". Dazu gehören die Entscheidungsfindung und Problemlösung unter hohem Aufgabendruck, die eindeutige Kommunikation sowie das kooperative Teammanagement. Bei der Konstruktion neuer luftfahrtpsychologischer Verfahren wird vermehrt auf computergestützte Technologien zurückgegriffen, mit der sich Eignungsbeurteilung und Training noch präziser und ökonomischer gestalten lassen.

Die im Zielfeld "Auswahl und Training" erarbeiteten Forschungserkenntnisse werden direkt in praktische Nutzanwendungen umgesetzt. Permanente wissenschaftliche Forschungs- und Entwicklungsarbeit sichert die hohe Arbeitsqualität beim DLR und gewährleistet die Anpassung an technologische Trends in der Luftfahrt und veränderte Anforderungen an operationelles Personal.

Sicherlich kann ein solches Verfahren nicht alle Risiken einer individuellen negativen Entwicklung ausschließen, zumal die Diagnostik psychiatrischer Auffälligkeiten nicht Teil der psychologischen Untersuchung beim DLR ist.

Unsere und meine persönliche Betroffenheit über das Geschehene wird durch die in der Öffentlichkeit hergestellte Verbindung sicherlich weiter gesteigert, unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, Freunden und Kollegen der Passagiere und Besatzungsmitgliedern.

Jan Wörner Blog | 15. März 2015

Jetzt auch noch ein persönlicher Verlust...

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Beim DLR-Cup 2013 in Köln.

Die letzten Wochen waren sehr anstrengend und belastend durch die von verschiedenen Seiten in den Mittelpunkt gerückte Situation meines bevorstehenden Wechsels zur Europäischen Weltraumorganisation ESA. Auch wenn dieser Wechsel erst für Mitte des Jahres ansteht, so ist doch deutlich zu spüren, wie Einzelne diesen Aspekt in das Tagesgeschehen einbauen, um daraus persönliche Vorteile zu ziehen. Das dadurch empfundene Unbehagen tritt jetzt in den Hintergrund, bedingt durch den Schmerz, den die Nachricht vom Tod meines Freundes Klaus Ulonska auslöst. weiterlesen

Jan Wörner Blog | 26. Januar 2015

Eine Woche mit vielen Erlebnissen

bundesweiten Gewinnern von „Jugend forscht“ im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Die bundesweiten Gewinnern von "Jugend forscht" im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen

Was zunächst nach einer ganz "normalen" Woche aussah (die Tage vom 19. bis 25. Januar), entpuppte sich als eine Zeitspanne, bei der die "Spanne" eher "Spannung" bedeutete... Neben den regelmäßigen Treffen gab es einige Tagesordnungspunkte auf dem Programm, die sich allesamt als spannend und wichtig herausstellten. Den Abschluss dieser Arbeitswoche bildete dann noch eine tolle Überraschung. weiterlesen

Jan Wörner Blog | 18. Dezember 2014 | 12 Kommentare

Die Würfel sind gefallen

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Heute, am 18.12.2014, hat der ESA-Rat mich zum neuen Generaldirektor gewählt. Nachdem ich in Absprache mit der Bundesregierung meine Unterlagen eingereicht hatte, lief das Auswahlverfahren in mehreren Stufen ab. Dabei geht es bei derartigen Positionen leider nicht nur um die persönliche Qualifikation, sondern immer auch um nationale Interessen. Die Diskussionen über den zukünftigen Generaldirektor beinhalteten daher auch Gesichtspunkte der Nationalität, eine Tatsache, die zwar zu erwarten war, die aber aus meiner Sicht für eine zwischenstaatliche Einrichtung durchaus kritisch zu beurteilen ist. Deutschland als großer ESA-Beitragszahler hatte zum letzten Mal vor 25 Jahren mit Herrn Lüst einen Generaldirektor gestellt, insofern hätte man daraus einen Anspruch ableiten können. Im Interesse der ESA haben wir dieses Argument aber nicht verwendet. weiterlesen

Jan Wörner Blog | 16. Dezember 2014

ESA, SENAT, Jahreshauptversammlung …viele Interessen…EIN DLR

Gespräche am Rande der ESA-Ministerratskonferenz 2014
Quelle: DLR (CC-By 3.0)
Gespräche am Rande der ESA-Ministerratskonferenz 2014

In meinem letzten Blog habe ich von einer Hammerwoche geschrieben - eine Steigerung scheint nur schwer möglich. Dieses Mal geht es daher auch nicht um die wissenschaftlich-technischen Errungenschaften des DLR, sondern um die administrativen Vorgänge, die erforderlich sind, um unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu ermöglichen. Deshalb waren neben der ESA-Ministerratskonferenz eine Reihe von internen Gremien und Aktivitäten zu „bespielen“. weiterlesen

Jan Wörner Blog | 17. November 2014 | 1 Kommentar

Eine Woche? DIE WOCHE!

Quelle: DLR (CC-BY 3.0).
Wenige Minuten nach der Landung mit Alexander Gerst am Flughafen Köln-Bonn.

Die vergangene Woche war schlicht der Hammer. In meiner Position als Vorstandsvorsitzender gibt es häufig intensive Erfahrungen, insbesondere begeistern mich immer wieder die Leistungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich mit vollem Engagement für ihre Sache und damit für das DLR einsetzen. Und ich bin es durchaus gewöhnt, dass viele Termine zu beachten sind. Diese Woche aber war sehr speziell: Alexander Gerst zurück von der ISS, Rosetta und Philae und Diskussionen in Vorbereitung der ESA-Ministerratskonferenz. Jedes Thema allein bietet genug Stoff für einen Blog. weiterlesen

Jan Wörner Blog | 03. November 2014 | 3 Kommentare

Eine sehr bewegte Zeit...

Philae landet auf dem Kometen
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Das Landegerät Philae der Mission Rosetta setzt auf dem Kometen auf (Video-Still aus "Mission ins Ungewisse II – Der Kometenlander Philae").

"If everything is under control you are just not (driving) fast enough", dieses Zitat wird vielen zugeschrieben, beispielsweise auch dem Rennfahrer Stirling Moss. Mir dient es in diesen Tagen als kleine Beruhigung in einer durch viele unterschiedliche Themen geprägten und mich sehr beanspruchenden Zeit: Zum einen gilt es, die strategische Ausrichtung des DLR, die im Sommer veröffentlicht wurde, weiterzuentwickeln und vor allem die noch fehlenden Teile, insbesondere die Ausrichtung der verschiedenen fachlichen und strukturellen Bereiche, zu diskutieren und formulieren. Darüber hinaus sind die Konsequenzen auf organisatorischer Ebene, die "Governance", zu betrachten. Parallel zu diesen wichtigen internen Arbeiten benötigen die externen Aktivitäten die volle Aufmerksamkeit und das zugehörige Engagement. weiterlesen

Jan Wörner Blog | 25. August 2014 | 1 Kommentar

"Rockets are tricky"

Die 30 Galileo-Satelliten
Quelle: ESA-P. Carril
Künstlerische Darstellung der 30 Galileo-Satelliten.

Dieses Zitat stammt von Elon Musk, dem Pionier im Bereich der Kommerzialisierung der Raumfahrt und Gründer von SpaceX. Er äußerte es am 23. August 2014 nach einem missglückten Teststart. Raumfahrtgeräte sind aufgrund ihrer komplexen Systeme und der Tatsache, dass die Aufgabe ohne große "Sicherheitsreserven" und relativ wenig Echtzeitkorrekturmöglichkeiten erfüllt werden muss, sehr anspruchsvolle technische Einrichtungen. Zwar wurde die Raketentechnik im Laufe der Zeit kontinuierlich und sehr erfolgreich weiterentwickelt, eine "absolute Sicherheit" kann aber aufgrund oben genannter Aspekte nicht erreicht werden. Das musste auch beim Start der beiden Galileo-Satelliten am 22. August 2014 beobachtet werden. weiterlesen