Space Blog | 30. Juni 2014 | von Christian Grimm | 1 Kommentar

Schritt für Schritt zum fertigen Asteroidenlander

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Das MASCOT Landemodul nach erfolgreicher Integration

Nach all den Tests und Entwicklungsarbeiten im vergangenen Jahr ist es ein unglaubliches Gefühl nun das finale Modul fertig zu stellen, welches auch schon bald auf seine lange Mission geschickt wird. Für das Integrationsteam ist es definitiv eines der Highlights im gesamten Projekt. Aber drehen wir die Zeit noch mal ein paar Wochen zurück und schauen uns rückblickend an, wie das MASCOT Flugmodell zum Leben erwachte!

Am Anfang steht die leere Primärstruktur, die uns neben den nötigen Anschraubpunkten auch den äußeren Rahmen vorgibt. Sie wurde von unseren Kollegen aus Braunschweig vom DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik in liebevoller Hand- und Maßarbeit in einem aufwendigen Prozess Stück für Stück zusammengesetzt und verklebt. Das Fachwerk des Landemoduls wiegt gerade einmal 500 Gramm und ist dabei in einer Kraftrichtung doch so steif, dass es den gewaltigen Belastungen beim späteren Raketenstart standhält. An anderen Stellen ist sie allerdings sehr verwundbar und kann durch unkontrolliertes Handhaben sehr leicht zerstört werden. Eine echte Herausforderung für das Integrationsteam und keine Aufgabe für Grobmotoriker. Und auch trotz der schuhkartonähnlichen Ausmaße von gerade einmal 30 x 30 x 20 cm sieht sie recht geräumig aus. Dieses wird sich allerdings schon bald ändern. weiterlesen

Space Blog | 17. Juni 2014

Halbzeit auf dem Mars

Halbzeit auf dem Mars

Die Zeit rast an einem vorbei - und ich bin nicht die Einzige im Habitat, die diese Erfahrung macht. Die ersten sieben Wochen sind wie im Flug vergangen. Langeweile ist dabei nie aufgekommen. Wir sind alle mit unseren persönlichen Projekten beschäftigt - und wenn dann mal doch ein bisschen Zeit übrig ist, müssen wir uns ja auch noch um das Habitat kümmern.

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Gefriergetrocknetes Gemüse, Fleisch und Käse

Schon im ersten Monat mussten wir so einige Probleme bewältigen: es gab Schwierigkeiten mit der Kommunikation, es war zu wenig Wasser da, das Laufband und das Trainingsfahrrad sind ausgefallen und die Raumanzüge funktionierten nicht richtig. Unser Sonnenkollektor lieferte zu wenig Energie, sodass wir unseren ICE-Generator anschalten und die Abende bei Taschenlampenlicht verbringen mussten. Ja, das Leben auf dem Mars, sogar auf einem Mars, der auf Hawaii liegt, ist alles andere als Urlaub. Wir sind komplett von allen abgeschottet und können uns nur auf uns selbst oder den weit entfernten Mission Support verlassen, wenn etwas schief geht. Auf dem Mars gibt’s leider keinen Kundenservice. Wenn etwas ausfällt und wir es nicht reparieren können, bleiben uns nur zwei Möglichkeiten: Wir müssen entweder eine Alternative mit dem bei uns vorhandenen Material erfinden oder auf eine neue Lieferung mit dem fehlenden Teil warten - und das kann auch schon mal dauern. weiterlesen