Aeronautics Blog | 24. Januar 2014 | von Jörg Brauchle

Von Europa nach Asien: Zehntausend Kilometer in zwölf Etappen

Am 29.10.2013 begann die Reise vom brandenburgischen Strausberg nach Pokhara in Nepal für das Forschungsflugzeug, ein Motorsegler vom Typ Stemme S10, den die FH Aachen für die Expedition bereitstellt.

Über die Stationen Zalavár/Ungarn – Paradeisi/Rhodos – Paphos/Zypern – Al Aqabah/Jordanien – Ha’il/Saudi-Arabien – Riad/Saudi-Arabien – Abu Dhabi – Maskat/Oman – Karatschi/Pakistan – Jaipur/Indien – Patna/Indien gelangte die Maschine mit der Kennung D-KNFH zunächst bis Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Dort landeten unsere Piloten Sidonie Ohlmann und Jona Keimer nach 13 Tagen einer außergewöhnlichen und abenteuerlichen Reise am 11. November 2013.

Von Europa nach Asien
Zehntausend Kilometer in zwölf Etappen.
Quelle: DeLorme inReach Satellite Communicator


Unterwegs hatten unsere Piloten Meere und Wüsten zu überqueren, doch die größte Herausforderung bestand darin, den richtigen Treibstoff zu bekommen. In Jaipur in Indien, zwei Flugtage von Kathmandu entfernt, war da nichts zu machen. Am Flughafen gab es nur Sprit für große Verkehrsflugzeuge. Unsere Piloten mussten sich mit dem Taxi in die Stadt aufmachen, um Kanister zu besorgen und anschließend an einer gewöhnlichen Auto-Tankstelle zu tanken.

Das nötige Super 95 wird an einer gewöhnlichen Tankstelle in Jaipur/Indien besorgt.
Das nötige Super 95 wird an einer gewöhnlichen Tankstelle in Jaipur/Indien besorgt.
Quelle: DLR/Jona Keimer (CC-BY 3.0)

Das war allerdings auch nicht so einfach, denn nur mit einem speziellen Formular durfte man überhaupt Sprit in einem Kanister abfüllen. Es half nichts, ein selbst ausgedachtes Formular und viel Überredungskunst waren nötig, um an die Zapfsäule zu gelangen. Zurück am Flughafen wartete noch eine Überraschung, denn der im Tank befindliche Restsprit musste noch verzollt werden. Nach einer stundenlangen Prozedur waren die  60 Euro-Cent  Zollgebühr abgerechnet und das Flugzeug wurde mit einem Papierblatt versiegelt. Eine Schar Verantwortlicher musste noch unterschreiben, dann konnten auch die vorerst letzten zwei Etappen nach Kathmandu beginnen.

Unser Motorsegler wird mit einem Papierblatt am Flughafen in Jaipur/Indien versiegelt.
Unser Motorsegler wird mit einem Papierblatt am Flughafen in Jaipur/Indien versiegelt.
Quelle: DLR/Jona Keimer (CC-BY 3.0)

Dort wartete bereits die Ausrüstung, bestehend aus 12 riesigen Kisten sowie das Gepäck der Piloten, das parallel per Luftfracht verschickt wurde. Angekommen in der Hauptstadt Nepals ging allerdings erstmal nichts mehr. In Nepal standen die Parlamentswahlen unmittelbar bevor, die Behörden hatten somit anderes zu tun und wurden für die Wahlwoche ganz geschlossen. So fehlten uns Genehmigungen für den Weiterflug und den weiteren Transport der Ausrüstung zum eigentlichen Reiseziel, Pokhara.

Strausberg in Deutschland: Unsere Ausrüstung reist parallel via Luftfracht.
Strausberg in Deutschland: Unsere Ausrüstung reist parallel via Luftfracht.
Quelle: DLR/Jörg Brauchle (CC-BY 3.0)

Unter Palmen: Ankunft der Ausrüstung mitsamt der Kamera in Kathmandu/Nepal nach vier Tagen.
Unter Palmen: Ankunft der Ausrüstung mitsamt der Kamera in Kathmandu/Nepal nach vier Tagen.
Quelle: DLR/Jörg Brauchle (CC-BY 3.0)

Darüber mehr in einem nächsten Beitrag. Das Happy-End nehmen wir aber mal vorweg: Das Forschungsflugzeug landete am 16. Januar 2014 in Pokhara und am 22. Januar trafen nun auch die letzten Kisten der wissenschaftlichen Ausrüstung hier ein.

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Über den Autor

Jörg Brauchle ist Entwicklungsingenieur und Projektleiter am DLR, wo er neue Technologien zur Fernerkundung erforscht. Er bloggt für spannende Expeditionen wie die Erkundung der Himalaya-Region und publiziert in einschlägigen Fachzeitschriften. zur Autorenseite

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