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Detailaufnahmen von Strukturen in der Wolkenhülle der Venus



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Detailaufnahmen von Strukturen in der Wolkenhülle der Venus
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Diese vier Aufnahmen zeigen bisher nicht bekannte Details aus der oberen Atmosphäre der Südhalbkugel der Venus, die mit dem UV-Filter (Wellenlänge 365 Nanometer) der Venus Monitoring Camera der ESA-Raumsonde Venus Express aufgenommen wurden. Die achteckigen Ausschnitte sind durch die Konstruktion der VMC begründet.

Durch den stark elliptischen Orbit der Raumsonde ist es möglich, atmosphärische Phänomene in der Venusatmosphäre aus unterschiedlichen Entfernungen aufzunehmen. Die beiden oberen Bilder entstanden am 22. August 2007 aus 20.000 beziehungsweise aus 15.000 Kilometern Entfernung und zeigen einen Blick auf die Wolkendecke der Venus in 70 Kilometern Höhe nahe am Äquator und die Regionen südlich davon. In bisher unerreichter Detailgenauigkeit sind zahlreiche helle Sprenkel von Schwefelsäurewolken zu sehen, die sich oberhalb der Konvektionszellen, die aus tieferen Atmosphärenschichten aufsteigen, frisch gebildet haben.

Das Bild links unten wurde am 27. Juli 2007 aus 15.000 Kilometern Entfernung aufgenommen und zeigt zwischen 45 und 50 Grad südlicher Breite die Übergangszone zwischen der Äquatorregion, in der Konvektionszellen aus tieferen Schichten aufsteigen, und mittleren bis hohen Breiten, in denen diese Wolkengebilde durch starke Winde zerschert und zu langen Bändern ausgedünnt werden. Warum diese Übergangszone so markant ausgebildet ist, kann noch nicht erklärt werden.

Das Bild rechts unten, aufgenommen am 25. Februar 2008 aus einer Entfernung von 20.000 Kilometern, zeigt die Wolkendecke über dem Südpol der Venus mit einer Art "atmosphärischer Polkappe", die nahezu ohne erkennbare Details ist. In dieser weißen, strukturlosen Wolkenkappe fällt ein dunkles, geschwungenes Wolkenband auf, das sich parallel zu einem hohen Breitengrad um den Südpol erstreckt – solche dunklen Streifen sind von früheren Aufnahmen bekannt und scheinen atmosphärische Zellen zu sein, die aus tieferen Schichten oder niedereren Breiten in die polaren Wolkendecke gelangen und dort mit den vorherrschenden Winden spiralförmig in Richtung des Südpols wandern. Allerdings verändern sich die Strukturen am Südpol innerhalb von nur wenigen Tagen.

Bild: ESA/MPS/DLR/IDA.