News-Archiv 2006

TerraSAR-X startet am 27. Februar 2007 von Baikonur

23. November 2006

Deutscher Radarsatellit liefert Erdbeobachtungsdaten neuer Qualität

Friedrichshafen/Köln -  Der deutsche Radarsatellit TerraSAR-X wird am 27. Februar 2007 mit einer Dnepr-1-Rakete von Baikonur ins All starten. Diesen neuen Starttermin haben jetzt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), sein Industriepartner Astrium GmbH sowie die für die kommerzielle Vermarktung verantwortliche Infoterra GmbH festgelegt.

Der Fehlstart einer Trägerrakete vom gleichen Typ im vergangenen Sommer hatte es unmöglich gemacht, den Start wie ursprünglich vorgesehen am 31. Oktober 2006 durchzuführen. Nachdem zwischenzeitlich die Ursachen für diesen singulären Fehler geklärt werden konnten, wurde unter Berücksichtigung der noch notwendigen vorbereitenden Arbeiten nun der 27. Februar 2007 als Starttermin ausgewählt.

 Der deutsche Radarsatellit TerraSAR-X
zum Bild Der deutsche Radarsatellit TerraSAR-X

"Die Vermarktung der Daten läuft bereits auf Hochtouren. Vertriebspartner und Kunden auf der ganzen Welt erwarten die ersten Lieferungen bereits ungeduldig", erklärt Jörg Herrmann, Geschäftsführer der Infoterra GmbH. "Wir gehen derzeit davon aus, bereits vor dem Erreichen der vollen Betriebsbereitschaft des Satelliten erste Vorprodukte an ausgewählte Kunden liefern zu können." Der operative Betrieb wird dann planmäßig fünfeinhalb Monate nach Start aufgenommen. Wissenschaftler unterstützen bereits vorher die Kalibrierungsaktivitäten der Mission.

"Wir haben im Laufe des letzten Jahres mehr als 200 Anträge auf die Bereitstellung von Daten für die wissenschaftliche Nutzung erhalten", freut sich Achim Roth, der die wissenschaftliche Nutzung beim DLR in Oberpfaffenhofen koordiniert. "Wir sind davon überzeugt, dass in den nächsten Jahren eine Vielzahl interessanter und vielversprechender Entwicklungen auf Basis dieser Daten entstehen wird."

TerraSAR-X ist der erste deutsche Satellit, der im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Public Private Partnership - PPP) zwischen dem DLR und Astrium realisiert wird: Astrium beteiligt sich an den Kosten für Entwicklung, Bau und Einsatz des Satelliten. Die Nutzung von TerraSAR-X-Daten für wissenschaftliche Zwecke liegt in der Zuständigkeit des DLR, während die Infoterra GmbH für die kommerzielle Vermarktung verantwortlich ist. Der Satellit wird die Erde in einer Höhe von 514 Kilometern auf einer polaren Umlaufbahn umrunden und mit seiner aktiven Antenne neuartige und hochwertige X-Band-Radardaten von der gesamten Erde aufnehmen. TerraSAR-X arbeitet unabhängig von Wetterbedingungen, Wolkenbedeckung und Tageslicht und wird in der Lage sein, Radardaten mit einer Auflösung von bis zu einem Meter zu liefern.

Das DLR ist das nationale Zentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt und beschäftigt sich in dieser Funktion mit umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsprojekten in nationaler und internationaler Kooperation. Über die eigene Forschung hinaus ist das DLR als Raumfahrt-Agentur im Auftrag der Bundesregierung für die Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Während der Mission betreibt das DLR das so genannte Bodensegment. Dies ist die Infrastruktur, die erforderlich ist, um den Satelliten im Orbit zu steuern und umfasst die gesamte Verarbeitungskette von der Bestellung der Produkte, Datenaufzeichnung, Empfang, Bildprozessierung bis zur Archivierung und Auslieferung.

Die Infoterra GmbH wurde im Jahr 2001 eigens zum Zweck der kommerziellen Vermarktung der TerraSAR-X Daten gegründet. Die Firma ist verantwortlich für die kommerzielle Vermarktung sowohl der TerraSAR-X Daten als auch daraus entwickelter Geoinformationsprodukte und –dienstleistungen. Infoterra hat 30 Mitarbeiter in Friedrichshafen und ist Teil der europäischen Infoterra-Gruppe mit insgesamt 300 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro, zu der auch Firmen in Großbritannien und Frankreich gehören.

Astrium ist der führende Satellitenspezialist in Europa. Die Aktivitäten reichen von kompletten Systemen für zivile und militärische Telekommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten über wissenschaftliche Raumfahrtprogramme bis hin zur Satellitennavigation sowie die dazugehörige Avionik und Ausrüstung. Im Jahr 2005 erreichte Astrium einen Umsatz von 2,7 Milliarden EURO und beschäftigte rund 11.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien.


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TerraSAR-X – Radartechnologie aus Deutschland: Finanzierung in öffentlich-privater Partnerschaft (http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-11/129_read-4668/usetemplate-print/)