Von Vögeln lernen
Was können wir von Vögeln, Insekten und Delfinen für die menschliche Technik lernen? Das ist Thema einer Tagung von 60 Strömungswissenschaftlern aus ganz Deutschland, die sich vom 22. bis 23. Februar 2011 im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen treffen. Die Tagung findet im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Strömungsbeeinflussung in der Natur und Technik" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) statt.
Fliegende Kleinstroboter
Von der Mobilität der Mikroorganismen bis zur Formgebung von Pflanzen und Tieren - die Nutzung und Beeinflussung strömungsdynamischer Prozesse spielen in der belebten Natur eine wichtige Rolle. Viele dieser Fortbewegungsformen durch Strömungsbeeinflussung sind bislang völlig unerforscht oder noch nicht ausreichend verstanden. Dabei verspricht das Lernen von der Natur viele Vorteile: So werden bereits technische Lösungen nach biologischen Vorbildern erfolgreich eingesetzt. Prototypen fliegender Kleinstroboter, gebaut nach dem Vorbild von Insekten, erzeugen beispielsweise bis zu 80 Prozent der Flugkraft durch aerodynamische Effekte, die bei konventionellen Flugzeugen oder Windkraftanlagen bislang keine Rolle spielen.
Auf dem Programm der Tagung stehen Projekte wie "Vom Eulenflug zum zukünftigen Flügel", "Strömungsbeeinflussung beim Seepferdchen" oder "Von der Delfinhaut lernen – Analyse des Zusammenhangs zwischen dem Aufbau der Haut und den lokalen Strömungseigenschaften an einem schwimmenden Delfin".