Bundeswirtschaftsminister Glos und bayerischer Ministerpräsident Beckstein beim DLR in Oberpfaffenhofen
Leistungszentrum für Automation und Robotik geplant
Am 17. Juli 2008 besuchten der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Michael Glos, der bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein und die bayerische Staatsministerin für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Emilia Müller das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Sie sprachen sich gemeinsam dafür aus, das DLR-Institut für Robotik und Mechatronik aufgrund der bisher erbrachten Leistungen in Oberpfaffenhofen weiter auszubauen.
Das Bundeskabinett hat im Bundeshaushalt 2009 beschlossen, den Technologiebereich Automation und Robotik zu stärken. Der Freistaat Bayern hat entschieden, den Robotikstandort in Oberpfaffenhofen aus dem neuen Innovationsprogramm BayernFIT – Forschung, Innovation, Technologie zu fördern. "In einer gemeinsamen Initiative wollen wir beim DLR in Oberpfaffenhofen das bestehende Institut für Robotik und Mechatronik zu einem Leistungszentrum für Automation und Robotik ausbauen", erklärte der bayerische Ministerpräsident Beckstein. "Wenn man ein solches Leuchtturmprojekt hat, ist auch die Landespolitik gefordert, dass es weiterhin an der Weltspitze bleibt", fügte er hinzu.
"Wir konnten uns heute von der Leistungsfähigkeit des DLR-Instituts überzeugen. Da dessen Forschung für die deutsche Wirtschaft im internationalen Wettbewerb wichtig ist, wollen wir auch vom Bund aus für die notwendige Unterstützung beim Aufbau des Leistungszentrums hier im DLR in Oberpfaffenhofen sorgen", erklärte Bundeswirtschaftsminister Glos.
Nach ersten Planungen im DLR für einen solchen Ausbau soll in den nächsten sechs Jahren die jetzt vorhandene Forschungskapazität im DLR-Institut für Robotik und Mechatronik auf bis zu 300 Mitarbeiter verdoppelt werden. In Oberpfaffenhofen soll damit das weltweit bedeutendste und größte Forschungszentrum für angewandte Automation und Robotik entstehen.
Verstärkte Förderung für Automation und Robotik geplant
Durch Kooperationsabkommen mit Industrieunternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wird das Leistungszentrum in ein nationales Robotik-Netzwerk eingebunden sein. Durch internationale Kooperationen wird sichergestellt, dass das Leistungszentrum weltweit neueste Entwicklungen aufgreift und strategische Allianzen eingehen kann.
"Automation und Robotik-Technologien schaffen einen klaren Wettbewerbsvorteil für die gesamte Industrie in Deutschland. Der geplante Aufbau des DLR-Leistungszentrums für Automation und Robotik würde einen nachhaltigen Nukleus für die Robotik in Deutschland schaffen – sowohl für die Nutzung auf der Erde wie auch im Weltraum", erklärte Prof. Johann-Dietrich Wörner, der Vorstandsvorsitzende des DLR.
Das Nationale Raumfahrtprogramm setzt neuen Schwerpunkt auf Robotik
Die Weltraumrobotik in Deutschland soll nach Vorstellungen von Bundeswirtschaftsminister Glos durch eine substantielle Erhöhung der Fördermittel im Nationalen Raumfahrtprogramm gezielt weiter ausgebaut werden. Der neue Schwerpunkt soll die Entwicklung und Erprobung von Technologie für den Einsatz von Robotik und Automation sowohl im Erdorbit als auch in komplexen Explorationsprojekten stärken. So ist die Demonstration von Maßnahmen zum Erhalt oder der kontrollierten Entsorgung von erdnahen Satelliten mit Hilfe von Robotersatelliten das wesentliche Ziel der im Rahmen des Nationalen Raumfahrtprogramms derzeit diskutierten Mission DEOS (Deutsche Orbitale Servicing Mission). Damit kann das in Deutschland vorhandene Know-how zum Aufspüren, Erkennen und Anfliegen eines Zielsatelliten über das Andocken im Erdorbit bis hin zur kontrollierten Rückführung zusammengeführt werden.