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News-Archiv Weltraum bis 2007

Deutsche Experimente starten mit russischer Rakete für 16 Tage in den Weltraum



Start des russischen Satelliten FOTON-M2 am 31. Mai 2005

 Forschungssatellit FOTON
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Köln/Bonn - Am Dienstag, 31. Mai 2005, ist um 14.00 Uhr MEZ der Satellit FOTON-M2 vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur mit einer Sojus-Rakete gestartet und erfolgreich im Orbit ausgesetzt worden. An Bord befinden sich 39 Experimente zur Forschung in der Schwerelosigkeit. 18 dieser Experimente stammen von deutschen Wissenschaftlern. 16 Tage lang soll der Forschungssatellit FOTON-M2 um die Erde kreisen, um dann in der russischen Steppe nahe der Grenze zu Kasachstan zu landen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt sich seit 1989 an den russischen FOTON-Satelliten für Experimente in Schwerelosigkeit, Restatmosphäre, unter Weltraumstrahlung und Wiedereintrittsbedingungen. Dies ist bereits der achte Flug, den deutsche Wissenschaftler zur Forschung nutzen.

 Die Sojus-Trägerrakete
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Während der Satellit die Erde umkreist, besteht für die 39 Experimente aus Mitgliedsländern der ESA, Russland und Kanada eine Labor- und Forschungsumgebung, in der Schwerelosigkeit herrscht. Die Experimente beschäftigen sich mit der Kristallzüchtung, Messung hochgenauer Stoffdaten, Flüssigkeitsdynamik, Gravitations- und Strahlenbiologie sowie der Wiedereintrittstechnologie. Beteiligt sind das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln und das DLR-Institut für Bauweisen- und Konstruktionsforschung in Stuttgart, die TU Bergakademie Freiberg, die Universitäten Freiburg, Karlsruhe, Gießen, Erlangen, Ulm, Saarbrücken, die TU Berlin und die TU Darmstadt.

2003 hat die Europäische Weltraumorganisation ESA mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos einen Vertrag zum Flug von 385 Kilogramm Nutzlast in der Wiedereintrittskapsel FOTON-M2 unterzeichnet. Diese Nutzlast setzt sich zusammen aus 18 von der ESA und den nationalen Agenturen entwickelten Experimentanlagen unterschiedlichster Größe und Komplexität.

 Die Forschungskapsel FOTON-12
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Forschungskapsel FOTON mit nur zwei Metern Durchmesser

Alle Experimente, die durch Batteriepakete, Prozessoren, ein Vakuumsystem und andere Subsysteme ergänzt werden, müssen in der Kapsel mit einem Durchmesser von nur zwei Meter Platz finden. Hierfür ist die sorgfältige logistische Planung durch den Entwickler und Betreiber von FOTON, die staatliche russische Firma ZSKB Progress in Samara, erforderlich. Besondere Aufmerksamkeit muss dabei den biologischen Experimenten gewidmet werden, da die sehr empfindlichen Proben erst unmittelbar vor dem Start geliefert und eingebaut werden können und kurz nach der Landung bereits wieder entnommen werden müssen.

Das Gesamtgewicht von FOTON beträgt rund 6,5 Tonnen, den Experimenten steht mit zusätzlichen Batterien eine durchschnittliche elektrische Leistung von 800 Watt zur Verfügung.


Kontakt
Eduard Müller
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Redaktion Print

Tel.: +49 2203 601-2805

Fax: +49 2203 601-3249


Dr. Ulrike Friedrich
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrt-Agentur
, Forschung unter Weltraumbedingungen
Tel.: +49 228 447-323

Fax: +49 228 447-735


Erstellt am: 31.05.2005 11:10:00 Uhr