News-Archiv Energie bis 2007

Jobmotor Erneuerbare Energien - Forschungsinstitute erstellen Studie über die Auswirkungen der Erneuerbaren Energien auf die Beschäftigung

20. September 2006

 Die Zahl der Beschäftigten im Bereich der Erneuerbaren Energien steigt bis zum Jahr 2030 stetig an
zum Bild Die Zahl der Beschäftigten im Bereich der Erneuerbaren Energien steigt bis zum Jahr 2030 stetig an

Berlin/Stuttgart - Gelingt es den deutschen Unternehmen, ihre Stellung auf dem Weltmarkt im Bereich der Erneuerbaren Energien zu behaupten, so wird sich dies positiv auf die Zahl der Beschäftigten auswirken. Mit über 300.000 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2020 kann sich der Industriezweig zum Jobmotor der Zukunft entwickeln. Das ist Ergebnis einer Untersuchung, die heute vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Verfasser der Studie sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin, der Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung in Osnabrück und des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg in Stuttgart.

Über die Notwendigkeit des weiteren Ausbaus Erneuerbarer Energien (EE) besteht inzwischen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein breiter Konsens. Der Begründungszusammenhang ist dabei komplex und umfasst den Schutz des globalen Klimas ebenso wie die langfristige Sicherung der Energieversorgung. Gleichzeitig muss sich die Politik in Deutschland angesichts der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit der Anforderung stellen, umweltpolitische Maßnahmen so zu gestalten, dass die Beschäftigung im besten Fall dauerhaft steigt, keinesfalls jedoch negativ beeinflusst wird.

 Auch bei vorsichtiger Schätzung ist ein positiver Beschäftigungseffekt erkennbar
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Während sich die Investitionen in Erneuerbare Energien von ca. 8,7 Mrd. € im Jahr 2005 in ca. 170.000 Beschäftigten niederschlagen und die Branche insgesamt bis 2030 gut 330.000 Beschäftigte ausweisen wird, werden in der Volkswirtschaft insgesamt durch die derzeit (bis ca. 2020/25) noch höhere Belastung der öffentlichen und privaten Budgets beim Ausbau Erneuerbarer Energien im Vergleich zur konventionellen Kraft-Strom und Wärmeerzeugung auch Arbeitsplätze wegfallen. Die Nettobilanz des Ausbaus ist jedoch über den gesamten Beobachtungszeitraum positiv. Sie hängt zum einen davon ab, wie groß die Kostenunterschiede zwischen den fossilen und den erneuerbaren Energieträgern sind und zum anderen, inwieweit es der deutschen EE-Industrie gelingen wird, ihre Stellung auf dem Weltmarkt zu behaupten und zu festigen.

Auch unter Annahmen einer moderaten Entwicklung auf den Märkten für fossile Energieträger, die unterhalb der in jüngerer Zeit beobachtbaren Entwicklung des Ölpreises bleibt, werden die Erneuerbare Energien keineswegs zum Jobkiller. Zum Jobmotor jedoch werden sie nur bei verlässlicher politischer Flankierung, die es der heimischen Industrie erlaubt, Kostendegressionen zu realisieren, die den Vorsprung auf den internationalen Märkten langfristig sichern.


Kontakt
Ulrike Lehr
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Technische Thermodynamik

Tel: +49 711 6862-507

Fax: +49 711 6862-454

E-Mail: ulrike.lehr@dlr.de
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