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News-Archiv Energie bis 2007

DLR Solarforschung nimmt neuen Hochleistungsstrahler in Betrieb

21. Juni 2007

Im Rahmen des 10. Kölner Sonnenkolloquiums nimmt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) heute einen neuen Hochleistungsstrahler am Institut für Technische Thermodynamik in Köln-Porz in Betrieb. Damit erweitert das DLR seine Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Solarforschung um eine weitere Versuchs-Strahlungsquelle.

 Hochleistungsstrahler des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik
zum Bild Hochleistungsstrahler des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik

Basierend auf elliptischen Reflektoren mit zehn Xenon-Kurzbogenlampen wird die von den Lampen emittierte Strahlung mit einer Leistung von etwa 25 Kilowatt im Abstand von drei Meter in einen Zielbereich mit einer 100 Quadratzentimeter Fläche fokussiert. Die hochkonzentrierte Strahlung kann zur Erzeugung von Temperaturen weit über 1.500 Grad Celsius genutzt werden und steht dann für unterschiedliche wissenschaftliche Anwendungen wie die solarthermische Komponenten- und Verfahrensentwicklung, aber auch für spezielle Bestrahlungstests zur Verfügung.

Bereits seit mehr als 10 Jahren betreibt das DLR mit dem Hochflussdichte-Sonnenofen eine Einrichtung, die sich für die Entwicklung und Qualifizierung solartechnischer Komponenten und solar zu betreibender Verfahren bewährt hat und so weit etabliert ist, dass sie an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Mit dem Hochleistungsstrahler wird dem Sonnenofen nun eine Anlage aus zehn Kunstlichtquellen zur Seite gestellt, die parallel betrieben werden kann und auch neue Optionen bietet.

Wissenschaftler des DLR oder auch externe Partner aus Industrie und Forschung können hier unter kontrollierten Strahlungsbedingungen und vom Wetter unabhängig eine Vielzahl von Experimenten und Solar-Simulationen durchführen. Mit dem Kunstlichtstrahler wird es insbesondere auch möglich sein, mehrtägige Dauerversuche unter sehr stabilen Strahlungsbedingungen sowie Komponententests und Qualifizierungsaufgaben auf reproduzierbarem Zertifizierungsniveau durchzuführen.

Damit ist der neue Hochleistungsstrahler ein weiteres entscheidendes Werkzeug für die experimentelle Verifikation und Qualifizierung von Komponenten für die konzentrierende Solartechnik. Die hier durchgeführten Tests können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die solaren Stromgestehungskosten zu reduzieren. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung um die solare Stromerzeugung auszubauen und das hierin liegende Potenzial zum Klimaschutz auszuschöpfen.

Das wichtigste Einsatzfeld des neuen Strahlers in der Verfahrensentwicklung zielt ab auf die chemische Speicherung der Sonnenenergie. Die Wissenschaftler wollen dabei ermitteln, ob die direkte Herstellung solarer Brennstoffe mit Hilfe hochkonzentrierter Sonnenstrahlung Kosten- oder Verfahrensvorteile im Vergleich zu alternativen Methoden bietet. Der erfolgreiche Nachweis der solar-thermochemischen Spaltung von Wasser in die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff wurde kürzlich mit dem Descartes-Preis der Europäischen Union ausgezeichnet.

Nach der Einweihung des Hochleistungsstrahlers wird mit der messtechnischen Qualifizierung der Strahlung begonnen, so dass ab Anfang 2008 der reguläre Versuchsbetrieb aufgenommen werden kann. Erstellt wurde der Hochleistungsstrahler in konstruktiver Zusammenarbeit mit der Firma Kinoton, GmbH, die wesentliche Komponenten lieferte.

Die Einweihung ist ein wichtiger Programmpunkt des Kölner Sonnenkolloquiums, das heute zum zehnten Mal stattfindet und für das Fachpublikum sowie Partner aus Politik, Forschung und Wirtschaft eine etablierte Institution geworden ist. Neben der Einweihung des neuen Hochleistungsstrahlers ist die solare Direktverdampfung weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung.


Kontakt
Dr. Dietmar Heyland
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Technology Marketing

Tel.: +49 2203 601-2769


Dr.rer.nat. Karl-Heinz Funken
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Solarforschung
, Großanlagen und Solare Materialien
Tel.: +49 2203 601-3220

Fax: +49 2203 601-4141


Erstellt am: 21.06.2007 11:30:00 Uhr