News-Archiv ILA 2008

DLR-Stand auf der ILA 2008 – Logbuch eines Aufbaus

26. Mai 2008

 Kabelgewirr in der Hangarhalle
zum Bild Kabelgewirr in der Hangarhalle

"Man kommt in die Halle und auf dem Boden liegen lediglich die Pflastersteine", beschreibt Martin Hohmann die Hangarhalle, die er vor acht Tagen auf dem Flugplatz Berlin-Schönefeld vorgefunden hat. Seither hat er hier zusammen mit elf Kollegen den Messestand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2008 aufgebaut. Ab Dienstag, den 27. Mai, steht der DLR-Stand in Halle 9 für die Besucher der ILA offen.

Mehr als 20 Exponate auf dem knapp 580 Quadratmeter großen Stand

 4,5 Tonnen Technik und Metallgestänge
zum Bild 4,5 Tonnen Technik und Metallgestänge

Verantwortlich dafür, dass auf dem zirka 580 Quadratmeter großen Stand am Ende alles dort steht, wo es hingehört, ist DLR-Standleiterin Sabine Göge: "Es ist immer wieder spannend, zu sehen, wie aus den Plänen auf dem Papier nach und nach der Messestand entsteht. In diesem Jahr zeigt das DLR auf seinem Stand in Halle 9 insgesamt 22 Exponate aus unseren Forschungsbereichen Luft- und Raumfahrt. Mit der CD Werbeagentur GmbH aus Köln, die den Stand für das DLR aufbaut, haben wir einen erfahrenen Partner." Ingesamt, so Sabine Göge, ist das DLR auf dem gesamten ILA-Gelände mit über 30 Exponaten vertreten. Unter anderem auch mit einem Teil der Forschungsflugzeugflotte, die vor Halle 8 ausgestellt ist.

4,5 Tonnen Metallgestänge werden unter die Decke gehängt

 Platz für über 20 DLR-Exponate
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Außer Pflastersteinen haben Martin Hohmann und seine Kollegen der CD Werbeagentur in der vergangenen Woche in der Hangarhalle noch die Anschlüsse für die Strom- und Wasserversorgung des DLR-Standes vorgefunden. "Unser erster Arbeitsschritt war, die Kabel dahin zu verlegen, wo am Ende die Stromanschlüsse gebraucht werden. Wenn die Bodenpodeste erst liegen, ist es dafür natürlich zu spät." Danach haben die Messebauer auf einer 21 mal 26 Meter großen Fläche Bodenpodeste aufgebaut und mit Teppichboden ausgelegt.

Genau genommen steht der DLR-Stand nicht, er hängt größtenteils. Und zwar an Metallgestängen, so genannten Riggs, die an der Decke des Hangars hochgezogen werden. Zunächst haben die Messebauer diese Riggs auf eine etwa 1,5 Meter Arbeitshöhe gehoben und sämtliche Scheinwerfer und Laufsprecher montiert. Dann haben acht synchronisierte Motoren die insgesamt 4,5 Tonnen schweren Riggs unters Dach des Hangars in 4,5 Meter Höhe gezogen. Erst danach konnten die Messebauer die Standwände einsetzen und mit dem Aufbau der Plasmabildschirme und Podeste für die Exponate beginnen.

Im Laufe der Woche trafen nach und nach die Exponate des DLR-Standes ein. Spannende Innovationen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt des DLR, darunter auch das Hubschraubersystem ARTIS, das seinen Weg ohne Piloten findet oder extra harte und bruchsichere Werkstoffe, so genannte kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe, die Verkehrsflugzeuge in Zukunft leichter und trotzdem sicherer werden lassen.

 Hohmann: 'Planung ist alles'
zum Bild Hohmann: "Planung ist alles"

Schon am Mittwoch kam das drei Tonnen schwere und 4,60 Meter hohe Raketen-Triebwerk VINCI der Firma Snecma aus der Bretagne in Frankreich. "Wichtig war, dass wir das Triebwerk in die Halle transportieren konnten, so lange die großen Hangartore noch geöffnet waren. In der Zwischenzeit hat die Messe-Berlin die Tore in kleinere Türen für die Messebesucher umgebaut und wir wären da so einfach nicht mehr durchgekommen. Planung ist eben alles", sagt Hohmann und hält einen Aktenordner hoch. In dem existiert der Stand in allen Details, auf dem Papier.

"Wir haben unser Handwerker-Arztköfferchen dabei"

 Messestand füllt sich mit Exponaten
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Immer mehr schälen sich einzelne Exponate und glänzende Displayflächen aus dem Gewühl von Rollkisten, Abdeckfolien und Klebeband. Möbel für die Ausstellungsfläche und die Konferenzräume werden hereingetragen. Auf Paletten rund um den Stand stehen Broschüren und Infomaterial zu den Exponaten bereit. Geschäftiges Treiben aber keine Hektik herrscht am DLR-Stand einen Tag vor der Fertigstellung. Sollte am Ende doch noch das eine oder andere schief gehen, sind Hohmann und seine Kollegen vorbereitet: "Wir haben unser Handwerker-Arztköfferchen natürlich dabei. Damit können wir spontan einiges improvisieren." Am Montagabend müssen Folien und Paletten völlig verschwunden sein, denn am Dienstag um 10.00 Uhr beginnt der Besucherandrang auf der ILA, dem größten Branchentreffen in diesem Jahr, auf dem über 250.000 Besucher erwartet werden.

Außer am DLR-Stand in Halle 9 präsentiert das DLR noch Exponate in der Raumfahrthalle, die das DLR zusammen mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA und dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) organisiert. Außerdem stehen auf der Ausstellungsfläche neben der Halle 8 drei Fluggeräte des DLR, das über die größte Flotte an Forschungsflugzeugen in Europa verfügt.

Während der sechs Ausstellungstage der ILA haben Hohmann und seine Kollegen andere Einsätze. In Berlin geht es für sie in der Nacht zum 2. Juni weiter, wenn der Abbau beginnt. 25-30 Tonnen Material, schätzt Hohmann, wird er wieder abtransportieren und am Ende wieder einen leeren Hangar, ausgelegt mit Pflastersteinen, hinterlassen.


Kontakt
Dorothee Bürkle
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Redaktion Energie

Tel: +49 2203 601-3492

Fax: +49 2203 601-3249

E-Mail: Dorothee.Buerkle@dlr.de
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"Zukunft gestalten" - DLR auf der ILA 2008 in Berlin (http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-4775/7914_read-12316/7914_page-2/usetemplate-print/)
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