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DLR präsentiert ATRA – Hightech-Forschung für den Airliner von morgen

26. Mai 2008

 A320 ATRA auf der ILA 2008 eingetroffen
zum Bild A320 ATRA auf der ILA 2008 eingetroffen

Mit ATRA (Advanced Technologies Research Aircraft) präsentiert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung  (ILA) in Berlin erstmals seinen neuesten Flugversuchsträger, eines der modernsten Forschungsflugzeuge Europas, auch einer breiten Öffentlichkeit. ATRA basiert auf einem  Airbus A 320-232, der mit V 2500-Triebwerken des Konsortiums IAE ausgerüstet ist und für seine neuen Aufgaben umfänglich modifiziert wurde.

Das größte Mitglied der umfangreichen DLR-Forschungsflotte wird den Flugversuchsträger VFW 614 ATTAS ablösen, der sich seit mehr als 20 Jahren in zahlreichen interdisziplinären Forschungsmissionen bewährt hat.

Mit ATRA wird eine Vielzahl anspruchsvoller Forschungsaufgaben realisiert, die Palette reicht dabei von Untersuchungen zur Aerodynamik bis zur Erprobung aeroelastischer Messverfahren, von der Untersuchung von Turbulenzen an Flügeln und Leitwerk bis zu Vermessung von Wirbelschleppen. Darüber hinaus sind Tests zur Innenraumakustik geplant wie auch aeroakustische Messungen des Umströmungslärms. Weiterhin wird ATRA als so genannter "Quiet Aircraft Demonstrator" ausgerüstet, wobei die Wissenschaftler und Techniker modernste Technologien zur Lärmreduktion am Flugzeug testen werden.

Last not least werden das DLR wie auch Partner aus Industrie und Forschung ATRA für Komponentenentwicklung sowie für innovative Flugführungsverfahren und Untersuchungen im Rahmen der Mensch-Maschine-Schnittstelle, beispielsweise zur Arbeitsbelastung und –verteilung von Piloten, intensiv nutzen. Somit bietet dieses zukunftsweisende Forschungsflugzeug ein breites Nutzungsspektrum von der reinen Grundlagenforschung bis hin zu konkreten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der europäischen Luftfahrtindustrie.

Innovatives Energieversorgungssystem mit Brennstoffzellen

Vor kurzem wurden mit ATRA bereits wegweisende Forschugsflüge zur Untersuchung der Brennstoffzellentechnologie für Luftfahrtanwendungen erfolgreich absolviert. Damit konnten die Wissenschaftler die Funktionsfähigkeit eines Brennstoffzellensystems auch im Fluge nachweisen. Dieses innovative System könnte künftig am Boden die Energieversorgung wie beispielsweise Klimaanlage und Bordelektronik gewährleisten und damit die heute gebräuchlichen Hilfsturbinen ersetzen. Zudem böte ein Brennstoffzellensystem die Möglichkeit, auch im Fluge bei einem, wenn auch extrem unwahrscheinlichen Ausfall der Triebwerke, die Notstromversorgung für Hydraulikpumpen und Anzeigesysteme und damit die Manövrierfähigkeit des Flugzeugs zu gewährleisten.


Erstellt am: 26.05.2008 13:50:00 Uhr