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DLR-Projekt RapTOr - perfekte Lotsenkontrolle auch an kleineren Flughäfen

27. Mai 2008

 RapTOr: Fernüberwachung für Fluglotsen
zum Bild RapTOr: Fernüberwachung für Fluglotsen

Einen wichtigen Beitrag zur weiteren Erhöhung der Luftverkehrssicherheit leistet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit seinem Projekt RapTOr. Dieses etwas sperrige Akronym steht für "Remote Airport Tower Operation Research" – ferngesteuerte Luftverkehrsüberwachung und Flugsicherung. Dieses Teilprojekt, welches das DLR jetzt auf der ILA präsentiert, gehört zu den erfolgversprechenden Forschungsansätzen, zum so genannten Virtuellen Tower, womit die Arbeit des Fluglotsen mit Hilfe neuartiger Überwachungs- und Anzeigetechnologien spürbar erleichtert werden wird.

Gehörte bislang das Fernglas für den umfassenden Rundumblick durch das großformatige Towerfenster zum unverzichtbaren Handwerkszeug des Fluglotsen, so bietet das neuartige Breitwand-Videopanorama mit Echtzeit-Objekterkennung dem Fluglotsen die mindestens gleiche Information bei geringerer Arbeitsbelastung. Zusätzlich erhält der Lotse auf die Videoprojektion eine überlagerte Flugdatendarstellung einschließlich auch des ausgewählten Gleitpfades, womit er jede Flugbewegung zweifelsfrei und sicher identifizieren kann. Die Videobilder werden von mehreren Kameras übermittelt, womit eine 180 Grad-Darstellung gewährleistet ist. Erfasst werden nicht nur startende und landende Flugzeuge, der Fluglotse hat auch den Rollverkehr – einschließlich Servicefahrzeuge – unmittelbar im Blickfeld.

Zusätzlich zum Breitwandpanorama hat der Fluglotse auch auf seinem primären Arbeitsbildschirm mit der Auflistung und Darstellung aller Flugbewegungen ("slots") eine miniaturisierte Panoramadarstellung, auf der er einen besonders gewünschten Kamerasektor unmittelbar per Fingertip anwählen kann. Darüber hinaus ist der Fluglotse – wie auch an seinem bisherigen konventionellen Arbeitsplatz – per Sprachlink mit den Piloten und der Wetterstation verbunden. Eine der weiteren Vorteile für den Fluglotsen liegt in der erheblich verlässlicheren Luftraumsichtkontrolle, als dies mit herkömmlichen visuellen Methoden möglich ist. Gerade bei Dunst, Nebel und Dunkelheit ist die Videodarstellung dem gewohnten Blick durchs Fernglas weit überlegen.

Die neue Technologie bietet sich vor allem für kleinere Flughäfen und Verkehrslandeplätze an, die nicht an das Flugsicherungssystem größerer Airports angeschlossen sind. Denkbar ist beispielweise sogar die Kamerainstallation an einem kleinen Flughafen, während der Fluglotse eines benachbarten größeren Airports auf seinem Videopanorama die dortigen, ihm per Datenlink übermittelten Flugbewegungen und Flugdaten in Echtzeit überwachen und steuern kann. Die DLR-Wissenschaftler planen – gegebenenfalls am Forschungsflughafen Braunschweig - erste Feldtests innerhalb der nächsten zwei Jahre, weitere Flughäfen sollen später einbezogen werden.

Das nunmehr abgeschlossene Projekt RapTOr mündet ein in das neue Vorhaben RAiCe ("Remote Airport Traffic Control Center"), womit die DLR-Wissenschaftler ihre Forschungsaktivitäten zur ferngesteuerten Flugsicherung und Luftraumüberwachung fortsetzen.


Erstellt am: 27.05.2008 13:50:00 Uhr