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Biowissenschaftliche Experimente auf COLUMBUS angelaufen

28. Mai 2008

 WAICO: Die Versuchsanlage beim Probeversuch im DLR-Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC)
zum Bild WAICO: Die Versuchsanlage beim Probeversuch im DLR-Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC)

Erste biologische Proben in Hannover ausgewertet

Zu den Highlights der ILA-Raumfahrthalle gehört ein begehbares Modell des europäischen Weltraumlabors Columbus im Originalmaßstab. Anfang März war das Forschungsmodul mit dem Space Shuttle zur Internationalen Raumstation  transportiert und dort angebracht worden. Der deutsche Astronaut Hans Schlegel führte im Rahmen dieser Mission einen Außeneinsatz im All durch und half so bei der schrittweise erfolgenden Inbetriebnahme von Columbus und seiner Experimente.

Acht strahlen- und astrobiologische Experimente in dem an der Außenhaut von Columbus angebrachten Container Expose-EuTEF sind inzwischen planmäßig angelaufen. Die in Expose-EuTEF enthaltenen biologischen Proben sind den lebensfeindlichen Bedingungen des Weltraums ausgesetzt: Vakuum, extreme Temperaturunterschiede und stark erhöhte UV-Strahlung im Vergleich zu irdischen Bedingungen.

Auch im Inneren von Columbus sind mehrere Experimentträger installiert. Einer davon ist das sogenannte BIOLAB, in dem ein pflanzenphysiologischer Versuch namens WAICO kürzlich gestartet wurde. Der Versuch beschäftigt sich mit dem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren, insbesondere der Schwerkraft, beim Pflanzenwachstum. Geleitet wird das WAICO-Experiment von Professor Scherer vom Institut für Pflanzengenetik an der Universität Hannover. Der Biologie-Experte konnte bereits die ersten zur Erde zurückgeführten Proben von Sämlingen der Ackerschmalwand (Arabidopsis, auch als Schotenkresse bekannt) mikroskopisch begutachten. Erste Zwischenbilanz: Die Wurzeln entwickelten sich anders als erwartet. Denn auch in der Schwerelosigkeit  schraubten sich die Wurzeln während des Wachstums ins Erdreich und stabilisierten sich selbst. Erst nach der vollständigen Probenauswertung allerdings wird eine genauere Aussage über die Bedeutung der Schwerkraft beim Zusammenspiel zellulärer Prozesse und deren Beeinflussung durch Umweltfaktoren möglich sein. Für den Herbst dieses Jahres sind weitere Experimentläufe geplant.


Erstellt am: 28.05.2008 16:50:00 Uhr