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News-Archiv Weltraum 2009

JAXA und DLR beginnen Zusammenarbeit im satellitengestützten Katastrophenschutz

22. August 2009

 JAXA und DLR unterzeichen Absichtserklärung
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Während eines Dialogs über eine gemeinsame Strategie unterzeichneten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die japanische Weltraumagentur JAXA am 21. August 2009 in Tokio eine Absichtserklärung über eine Zusammenarbeit der beiden Organisationen im satellitengestützten Katastrophenschutz.

Satellitengestütztes SAR (Synthetic Aperture Radar) bietet die Möglichkeit, die Erde unabhängig vom Tageslicht und unter nahezu allen Wetterbedingungen zu überwachen. Wenn eine zeitnahe Beobachtung von Überschwemmungen, Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder anderen Katastrophen auf der Erde zur Eingrenzung und Lebensrettung dringend erforderlich ist, wird häufig auf SAR-Systeme zurückgegriffen.

Das DLR betreibt den deutschen SAR-Satelliten TerraSAR-X im Rahmen einer so genannten Public Private Partnership (PPP) mit der in Friedrichshafen ansässigen Infoterra GmbH. Der seit Juni 2007 im All stationierte TerraSAR-X-Satellit hat bereits zahlreiche internationale Aktivitäten im Kontext der Katastrophenüberwachung auf der ganzen Welt unterstützt. Auf der Grundlage von TerraSAR-X-Daten und den Daten anderer Satelliten erstellt das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) im Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des DLR in Oberpfaffenhofen regelmäßig Kartenmaterial zur Beurteilung von Katastrophen.

Analog betreibt JAXA den Satelliten ALOS (Advanced Land Observation Satellite), der über ein L-Band-SAR-Instrument verfügt. Sowohl JAXA als auch DLR haben ALOS- und TerraSAR-X-Daten für Katastrophenschutzzwecke eingesetzt. Obgleich sich die Instrumente in bestimmten Fähigkeiten ergänzen, müssen die angewendeten Methoden und Algorithmen weiter optimiert werden, um deren Potenzial für eine gemeinsame, umfassende Krisenüberwachung voll auszuschöpfen.

Mit diesem Ziel unterzeichneten Dr. Keiji Tachikawa, JAXA-Vorsitzender, und der Vorstandsvorsitzende des DLR, Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, eine Absichtserklärung über eine beidseitige Zusammenarbeit am satellitengestützten Katastrophenschutz. Darin erklären beide Parteien die Notwendigkeit der Förderung von Satellitenanwendungen, insbesondere von SAR-Satelliten, einer Stärkung der diesbezüglichen angewandten Forschung sowie des Engagements für derartige Aktivitäten auf internationaler Ebene. Darüber hinaus bestätigten beide Seiten ihre Absicht, eine Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit unter optimaler Nutzung der betreffenden SAR-Satelliten ins Leben zu rufen.

Das Interesse der Forschungszusammenarbeit richtet sich dabei auf die Verbesserung der Reaktion auf natürliche oder vom Menschen verursachte Katastrophen mit den DLR- und JAXA-Satellitensystemen und auf eine höhere Verfügbarkeit sowie einen besseren Austausch der Datensätze. Außerdem werden die Vorteile der ergänzenden Nutzung von X-Band-Systemen, die im Wellenlängenbereich von 3 Zentimetern, und L-Band-Systemen, die im Wellenlängenbereich von 30 Zentimetern aufzeichnen, gemeinsam erforscht.

Sobald der genaue Inhalt und Zeitrahmen für dieses gemeinsame Forschungsvorhaben festgelegt sind, wollen DLR und JAXA eine konkrete Vereinbarung über die Umsetzung der Zusammenarbeit treffen.


Kontakt
Sabine Göge
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Leiterin DLR-Kommunikation

Tel.: +49 2203 601-2133

Fax: +49 2203 601-3249


Zuletzt geändert am: 26.08.2009 13:53:56 Uhr