Presse-Informationen 2009

Land Niedersachsen fördert neue Produktionstechnologien für Flugzeuge mit 31,5 Millionen Euro

15. Dezember 2009

Die Kunst der Leichtigkeit

Carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) ist fester als Stahl und leichter als Aluminium - ein ideales Material für den Flugzeugbau. Leichte Flugzeuge sparen Treibstoff und damit Kosten und sie stoßen weniger Schadstoffe aus. Allerdings: Das Hochleistungsmaterial CFK ist derzeit noch vergleichsweise teuer und seine Produktion aufwendig. Forscher des Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) arbeiten im neu gegründeten Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP) in Stade an einer Verbesserung dieser Herstellungsverfahren. Für den weiteren Ausbau dieser Forschungsarbeiten überreichte Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode dem DLR am 15. Dezember 2009 31,5 Millionen Euro.
 
"Mit dieser Förderung im Rahmen des ZLP leistet das Land Niedersachsen einen essentiellen Beitrag, um die Luftfahrtindustrie hierzulande für zukünftige Herausforderungen zu stärken. Das DLR ist mit seinen Kompetenzen hervorragend vorbereitet und wird diese Unterstützung nutzen, um seine Forschung in Niedersachsen weiter auszubauen", sagt Prof. Joachim Szodruch, für die Luftfahrt verantwortliches Vorstandsmitglied des DLR, bei der Übergabe der Fördergelder durch den niedersächsischen Wirtschaftsminister Jörg Bode.

 ZLP wird mit einer Fläche von 8500 Quadratmetern Teil des Forschungszentrums CFK Nord in Stade
zum Bild ZLP wird mit einer Fläche von 8500 Quadratmetern Teil des Forschungszentrums CFK Nord in Stade

Als führende Einrichtung auf dem Gebiet forscht das DLR seit vielen Jahren an einer effizienteren Herstellung von carbonfaserverstärktem Kunststoff. Wer die Leichtbauweise beherrscht, hat auf dem Wachstumssektor Luftfahrt einen klaren Wettbewerbsvorteil. Aktuelle Prognosen gehen von mehr als 25.000 neuen Flugzeugen in den nächsten 20 Jahren aus. Allein für den Flugzeughersteller Airbus bedeutet das einen jährlichen Bedarf in der CFK-Bearbeitung von mehr als einer Milliarde Euro.

"Damit vervollständigt das DLR das nationale Forschungsprofil in der CFK-Technologie von der Werkstofftechnologie über die spezifischen Bauweisen und Qualitätssicherungsmaßnahmen bis hin zur Produktionstechnologie", sagt Prof. Dr. Martin Wiedemann, Leiter des DLR-Instiuts für Faserverbundleichtbau und Adaptronik in Braunschweig.

Das ZLP ist Teil der programmatischen Ausrichtung des DLR mit seinen Schwerpunkten Luft- und Raumfahrt, Verkehr und Energie sowie Sicherheit. Dabei konzentriert sich das DLR in der Luftfahrtforschung auf das Lufttransportsystem, welches ganzheitlich und interdisziplinär den übergeordneten Ansatz des DLR darstellt. Dieser beurteilt auch die gegenseitige Beeinflussung einzelner Disziplinen.
 
Das ZLP in Stade stellt die gesamte Prozesskette für Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen dar. Seine Gestaltung erfolgte durch das Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik, beginnend mit der Werkstoffentwicklung und Materialauswahl über das Design, der Auswahl von Fertigungstechnologien, der Qualifikation und Serienanpassung und einer abschließenden der Montage.

Zudem nimmt das ZLP eine zusätzliche Aufgabe wahr. Dabei ist auf Grund der Produktionstechnik eine enge Kooperation mit der Industrie notwendig. So hat bereits in der Entwurfsphase des ZLP eine enge Abstimmung der Forschungsinhalte zwischen Wissenschaft und Industrie stattgefunden. In Stade wurden auf dieser Basis die Dimension eines Autoklaven und der Aufbau einer Forschungsanlage zum Ablegen von Kohlenstofffasern definiert, die mittels parallel arbeitender Roboter höchste Produktivität erzielen soll. Dies erfolgte gemeinsam mit den Herstellern von Flugzeugbauteilen und von Produktionsanlagen. Hiermit soll auch die Vernetzung zu regionalen Verbünden wie dem CFK-Valley vorangetrieben werden. Die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis ist mittelfristig geplant.

Ergänzend dazu konzentrieren sich Partner aus Wissenschaft und Industrie auf die Montage- und Verbindungstechniken für Rumpfstrukturen. Die Industriepartner Airbus, EADS und Dow Chemicals bringen ihre industrielle Systemkompetenz ein. Das Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologien wird seinen Betrieb bereits in 2010 aufnehmen und das aktuell in der Bauphase befindliche Gebäude beziehen, welches eine Fläche von rund 18.000 Quadratmetern vorweist; dem DLR stehen hiervon rund 8500 Quadratmeter zur Verfügung.


Kontakt
Andreas Schütz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Pressesprecher

Tel: +49 2203 601-2474

Mobil: +49 171 3126466

Fax: +49 2203 601-3249

E-Mail: andreas.schuetz@dlr.de
Dr.-Ing. Matthias Meyer
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik

Tel: +49 531 295-3700

Fax: +49 531 295-3702

E-Mail: Matthias.Meyer@dlr.de
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