"Schattenjäger" seit sechs Jahren erfolgreich im All
29. April 2008
Umweltsatellit ENVISAT
Jubiläumsfeier für Atmosphärenforschungsinstrument SCIAMACHY
SCIAMACHY ist der "Jäger der Schatten" (aus dem Griechischen) und das Flaggschiff der europäischen Atmosphärenforschung. Das Absorptionsspektrometer auf dem 2002 gestarteten ENVISAT-Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation ESA beobachtet verschiedene Klimagase, darunter Ozon, Stickoxide, Kohlendioxid und Methan. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) war an seinem Bau mit rund 50 Millionen Euro beteiligt. Die Raumfahrtagenturen der Niederlande (NIVR) und Belgiens (BIRA-IASB) steuerten zusammen etwa die gleiche Summe bei.
Zum Rückblick auf mehr als sechs Jahre wissenschaftliche Erfolge und zum Ausblick auf weitere zu erwartende Ergebnisse findet am 19. Mai 2008 im Dreiländereck im niederländischen Vaals eine Feier mit hochrangigen Gästen aus Wissenschaft, Politik und Industrie statt. Mit dabei sind der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze, sowie Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Paul J. Crutzen. Außer den geladenen Gästen können sich Medienvertreter für diese Veranstaltung registrieren.
CO2-Anstieg in der Atmosphäre
Der Wissenschaft liefert SCIAMACHY (Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric CHartographY) seit 2002 fundamentale Einblicke in natürliche und in vom Menschen verursachte Veränderungen der Atmosphäre. Daraus resultieren bisher fast 500 Veröffentlichungen in der einschlägigen Fachliteratur. Für Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft liefert der Schattenjäger wichtige Informationen zur Weichenstellung beim Klimaschutz. Sein Alleinstellungsmerkmal: Als weltweit erstes Instrument kann es systematisch Luftverschmutzungen der unteren Atmosphärenschichten von natürlichen Inhaltsstoffen der darüberliegenden Schichten unterscheiden.
Die Führung beim Bau der Elektronik und bei der Gesamtintegration lag bei der deutschen Industrie, die Hauptrolle bei der Entwicklung der Optik bei niederländischen und belgischen Firmen. Unterstützt von Projektwissenschaftlern aus den Niederlanden und Belgien ist das Institut für Umweltphysik an der Universität Bremen für die wissenschaftliche Leitung verantwortlich. Im Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen erfolgt die Datenauswertung. Zahlreiche führende Forschungseinrichtungen befassen sich mit deren Verfeinerung, darunter die Universitäten in Bremen und Heidelberg sowie das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.