Thomas Reiter
Lebenslauf
Thomas Reiter war vom 1. Oktober 2007 bis zum 15. April 2011 Mitglied des Vorstands des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und verantwortlich für den Bereich Raumfahrtforschung und -technologie. Die fachliche und disziplinarische Zuständigkeit für diesen Bereich übernimmt bis auf Weiteres das Vorstandsmitglied Luftfahrt, Herr. Prof. Henke.
Er wurde am 23. Mai 1958 in Frankfurt/Main geboren.
Thomas Reiter ist Diplomingenieur. Sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik absolvierte er an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Jet-Piloten war Thomas Reiter im Jagdbombergeschwader 43 in Oldenburg stationiert. Als Einsatzpilot auf dem Muster "Alpha-Jet" wirkte er auch an der Entwicklung eines rechnergestützten Flugplanungssystems mit und war in der Funktion als Flugeinsatzoffizier und stellvertretender Staffelchef eingesetzt. Darüber hinaus arbeitete Thomas Reiter bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Entwicklungsteam für ein bemanntes Raumfahrzeug (Hermes) mit. 1992 wurde er in das europäische Astronautenteam der ESA berufen. Nach Abschluss der astronautischen Grundausbildung erfolgte seine Auswahl für die Mission Euromir 95. Im März 1995 wurde er zum Bordingenieur für diese Mission nominiert, eine der mit 179 Tagen bis dahin längsten bemannten Weltraummission Europas (3. September 1995 bis 29. Februar 1996). Im Rahmen von Euromir 95 führte er zwei Außenbordeinsätze (EVA, Extra Vehicular Activity) durch. Ihm wurde das russische Zertifikat als 'Soyuz Return Commander' verliehen, welches ihn dazu berechtigt, eine Soyuz-Kapsel mit drei Besatzungsmitgliedern während ihrer Rückkehr aus dem Weltraum zu steuern.
Von September 1997 bis März 1999 war Thomas Reiter als Kommandeur der Fliegenden Gruppe eines Tornado-Jagdbombergeschwaders der Deutschen Luftwaffe eingesetzt.
Nach seiner Rückkehr zur ESA unterstützte er das ATV-Team (Automated Transfer Vehicle), arbeitete an dem Robotikprojekt 'ERA' (European Robotic Arm) mit und setzte von Juni 1999 bis März 2000 im russischen Kosmonautenausbildungszentrum im "Sternenstädtchen" sein Training für die russischen Segmente der Internationalen Raumstation ISS fort. Von September 2001 bis September 2004 arbeitete Thomas Reiter im Columbus-Projektteam an der Vorbereitung des europäischen Forschungsmoduls.
Vom 4. Juli bis 22. Dezember 2006 nahm Thomas Reiter an der Mission "Astrolab" teil, der ersten europäischen Langzeitmission an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Im Rahmen dieser Mission führte er einen Außenbordeinsatz durch.
Thomas Reiter ist Träger des großen Bundesverdienstkreuzes. Im März 2009 wurde Thomas Reiter vom damaligen Bundesverteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung zum Brigadegeneral ernannt. Am 28. Juni 2010 wurde ihm die Ehrendoktorwürde von der Universität der Bundeswehr München verliehen.