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News Archiv 2002

Medizin mobil, mobile Medizin - Kongress für "Medizin und Mobilität" in Fürstenfeldbruck

12. September 2002

Medizin stellt sich den Anforderungen wachsender Mobilität

Köln/Fürstenfeldbruck - Massentourismus, wachsende Verkehrsströme, militärische Auslandseinsätze, Katastrophen und Terroranschläge sowie globales politisches Handeln stellen auch die Medizin vor völlig neue Aufgaben. Medizinische Lösungen aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrtmedizin, die extreme Anforderungen erfüllen müssen, können dazu beitragen, auch im irdischen Alltag Gesundheit zu erhalten und Leben zu retten.

Medizinische Forschungen auf diesen Gebieten und deren Ergebnisse stehen im Mittelpunkt des vierten Kongresses "Medizin und Mobilität", den die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin gemeinsam mit anderen medizinischen Fachgesellschaften und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom 12. bis 14. September 2002 in Fürstenfeldbruck veranstaltet.

Auf dem langen Weg zum Mars

Im Auftrag der europäischen Weltraumagentur ESA hat das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR gemeinsam mit europäischen Partnern die HUMEX-Studie durchgeführt. Im Rahmen dieser Forschungsarbeiten wurden medizinische Fragestellungen in Vorbereitung eines bemannten Marsfluges untersucht, der insgesamt rund zwei Jahre dauern würde. Aus der Vision einer bemannten Mission zum roten Planeten lassen sich Ziele und Aufgaben ableiten, deren Erkenntnisse auch einen entscheidenden Beitrag zur Lösung von Gegenwarts- und Zukunftsproblemen der Menschheit auf der Erde leisten können. Stichworte hierbei sind das Sparen von Ressourcen, das Vermeiden von Abfall, das Motivieren der Raumschiffbesatzung auf der langen Reise sowie das frühzeitige Erkennen von störenden psychologischen Verhaltensweisen. Ebenso wichtig sind dabei die Wohnraumgestaltung und die Schaffung eines Umfeldes, welches das Zusammenleben auf engstem Raum über eine lange Zeitdauer erträglich macht.

Krisenintervention - Psychologie auf hohem Niveau

Naturkatastrophen und Terroranschläge haben in den vergangenen Jahren zunehmend das Weltgeschehen bestimmt. Die Verarbeitung dieser Erlebnisse setzt die Opfer und Hinterbliebenen extremen psychologischen und physiologischen Belastungen aus. Auch in diesem Fall können Ergebnisse der Forschungsarbeiten in der Luft- und Raumfahrtmedizin zur Lösung von Problemen beitragen. Denn in kaum einem anderen technischen Feld wie in der Luft- und Raumfahrt treten so extreme Belastungen auf. Der Einsatz deutscher Kriseninterventionsteams nach dem Anschlag auf das World Trade Center ist nur ein Beispiel.

Während des Kongresses werden die Teilnehmer aus den unterschiedlichen Fachgebieten neben den beiden oben genannten Problemstellungen weitere aktuelle Themen aufgreifen:

  • Sicherheit auf Reisen
  • Rückholung aus dem Ausland
  • Zunahme von Infektionskrankheiten nach Auslandsreisen
  • Gebirgsluftrettung - gesundheitliche Risiken
  • Müdigkeit, Drogen und Alkohol im Straßenverkehr.

Der Kongress "Medizin und Mobilität" soll eine aktuelle Basis dafür schaffen, dass alle medizinischen Teildisziplinen, die an der Vorbereitung, Betreuung und Nachsorge von Reisenden beteiligt sind, gemeinsam eine optimale medizinische Betreuung des mobilen Menschen anbieten und sicherstellen können. Der Kongress versteht sich damit als ein Beitrag zur modernen mobilen Gesellschaft.


Erstellt am: 12.09.2002 14:30:00 Uhr