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News Archiv 2002

Neues Flughafen-Rollverkehrsmanagement unter maßgeblicher Entwicklungsbeteiligung des DLR

25. September 2002

Zweite Testphase eines zukünftigen Rollführungssystems
am "Hamburg Airport" erfolgreich abgeschlossen

Hamburg - Soeben wurde am "Hamburg Airport" die zweite operationelle Testphase des Rollverkehrsmanagement-Projektes "Operational Benefit Evaluation by Testing an A-SMGCS" (BETA) unter wesentlicher Mitwirkung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt BETA sollte das betriebliche Verbesserungspotenzial eines "Advanced Surface Movement Guidance and Control System" (A-SMGCS) im täglichen Einsatz mit Flugsicherungs- und Vorfeldlotsen sowie Piloten in der Rollführung nachweisen.

Der stetig zunehmende Luftverkehr zwingt nicht nur zu neuen Konzepten im Strecken- und Flughafennahbereich, sondern auch zu intelligenten Konzepten der Rollführung am Boden. Die Lösung auf der Flugseite wird unter dem Begriff Rollverkehrsmanagement-System (A-SMGCS) zusammengefasst.

BETA beinhaltet die Installation und Tests an realen Verkehrsflughäfen wie Prag und Hamburg. Nach entsprechendem Training an den neuen Systemen mussten lizensierte Lotsen und Piloten das BETA-System im alltäglichen Betrieb testen, um realitätsnahe Ergebnisse zu gewinnen.

Der zweiwöchigen operationellen Testphase in Hamburg war eine einwöchige funktionelle Testphase vorgeschaltet, die die Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit des BETA-Systems nachweisen musste, um die Zulassung für den operationellen Testbetrieb zu erlangen, was eine enorme Leistung aller Partner angesichts einer so kurzen Vorlaufzeit - 18 Monate bis zur ersten Testphase 2001 und 32 Monate zur zweiten Testphase 2002 - darstellte.

Das DLR hat hierbei nicht nur die Gesamtprojektleitung übernommen, sondern auch Kernelemente beigestellt, wie zum Beispiel die Sensor-Daten-Fusion, Schnittstellen zu den Flughafensystemen sowie spezielle Sensoren. Alle diese Einzelkomponenten wurden mit Hilfe des Airports Hamburg infrastrukturell integriert.

Als Fazit der Anwender repräsentiert durch Lotsen, Piloten und Airlines kann im Vorgriff auf die noch laufende Detailauswertung der Versuche folgendes zusammengefasst werden:

  • nur eine ganzheitliche Betrachtung eines ASMGC-S wie in BETA bringt Verbesserungen
  • BETA hat einen großen, richtungsweisenden Schritt in die zukünftige Rollverkehrsführung aufgezeigt
  • neue Systeme erfordern neue Bedienungskonzepte und operationelle Prozeduren, um sie effizient nutzen zu können
  • BETA kann und wird aufgrund der Testerfahrung Input in die weltweit verbindlichen Dokumente der verantwortlichen Luftfahrtgremien geben, um sicherzustellen, dass die gewünschten Verbesserungen sich auch tatsächlich in der praktischen Anwendung wiederfinden werden

Das Konsortium, das dieses ambitionierte Projekt unter Leitung des DLR in der vorgegebenen Zeit erfolgreich bewältigt hat, setzt sich aus Partnern aus sieben EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Staaten zusammen.


Erstellt am: 25.09.2002 14:30:00 Uhr