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Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beglückwünscht China zum ersten bemannten Raumflug

16. Oktober 2003

Start der Rakete "Langer Marsch 2F" am 15.10.2003 vom Jiuquan Launch Centre. (Bild: DPA)
Raumkapsel um 00.23 Uhr MESZ erfolgreich zur Erde zurückgekehrt

Köln-Porz - In einem persönlichen Schreiben übermittelte Prof. Dr. Sigmar Wittig, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), heute morgen dem Administrator der China National Space Administration (CNSA), Luan Enjie, seine Glückwünsche zum erfolgreichen Start und zur sicheren Landung des ersten bemannten chinesischen Raumflugs. "Diese erfolgreiche Mission ist nicht nur ein bedeutsamer Schritt für die Raumfahrt der Volksrepublik China, sie ist auch von großer Bedeutung für den internationalen Fortschritt in der Erforschung des Weltraums", so Wittig.

Gestern morgen um 03.00 Uhr MESZ startete die Rakete vom Typ "Langer Marsch 2F" mit dem Raumschiff "Shenzhou 5" erfolgreich vom Raumfahrtzentrum nahe Jiuquan in der nordwestchinesischen Provinz Gansu. Der erste chinesische Astronaut bzw. "Taikonaut" ist der 38-jährige Yang Liwei aus dem Nordosten Chinas. Nach 14 Erdumrundungen und knapp 21 Stunden Flug landete Yang Liwei's Raumkapsel um 00.23 Uhr MESZ sicher in der Inneren Mongolei.

Taikonaut Yang Liwei kurz vor dem Start. (Bild: DPA)
Die Technologie

"Shenzhou" ist eine chinesische Eigenentwicklung, die auf dem russischen Sojus-System basiert, aber größer und leistungsfähiger ist. Das insgesamt 7,8 Tonnen schwere und 8,65 Meter lange Raumschiff besteht aus einem Orbiter, einem Gerätemodul und der Rückkehrkapsel.

China ist nach Russland und den USA nun das dritte Land mit einem eigenen bemannten Raumfahrt-Programm. Die erste bemannte Mission Chinas folgt 42 Jahre auf den Flug des sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin, der 1961 als erster Mensch ins All flog. Wenige Wochen später wurde Alan Shepard der erste Amerikaner im Weltraum.

Zusammenarbeit mit Russland, USA und Europa

Bisher waren chinesische Spezialisten und Fachleute bereits an ausgewählten Experimenten des Space Shuttle-Programms beteiligt, z.B. im Bereich Fernerkundung der Erde. Die "Taikonauten" haben außerdem 1996 ihre Ausbildung im Kosmonautenausbildungszentrum Juri Gagarin bei Moskau begonnen. Es existieren des weiteren enge Bindungen auf dem Gebiet der ingenieurtechnischen Ausbildung und ein gemeinsames Institut zur Untersuchung von Phänomenen der solarterrestrischen Physik.

Satellitenbild des Jiuquan Launch Centre.
(Bild: Space Imaging)
Die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der auch Deutschland bzw. das DLR angehört, und China besteht bereits seit vielen Jahren. Sie begann 1980 mit einer Übereinkunft zur Erleichterung des Austauschs wissenschaftlicher Informationen. 1993 folgte eine Kooperationsvereinbarung mit der chinesischen Akademie der Wissenschaften über die Cluster-Satelliten der ESA, 2001 eine weitere über die Mission Double Star, die noch in diesem Winter starten soll.


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