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| COROT (Bild: CNES) | |
Medienteilnahme am Workshop möglich und erwünscht
Köln/Berlin - Mit maßgeblichen Anteilen ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der Satellitenmission COROT (COnvection ROtation and planetary Transits) beteiligt, deren Ziel die hochgenaue Vermessung von Sternen - die Sternenphotometrie - ist. Die Mission wird nach extrasolaren Planeten suchen und das Innere der Sterne durch die Astro-Seismologie, die so genannte Sternbebenkunde, erkunden. Zum ersten Mal findet ein Workshop zu der Mission COROT im Institut für Planetenforschung des DLR in Berlin-Adlershof statt. Ziel des Workshops, der vom 10. bis zum 12. Dezember 2003 stattfindet, ist die Information der beteiligten Wissenschaftler über den Stand der Missionsvorbereitungen sowie die weitergehenden Missionsplanungen. Im Mittelpunkt steht dabei die Diskussion über die Optimierung der Zielauswahl und die sekundäre wissenschaftliche Nutzung des Teleskops. Hinweis für Medienvertreter: Medienvertreter haben bei der Veranstaltung erstmalig die Chance, sich beim Wissenschaftlerteam der Mission COROT zu informieren. Am Mittwoch, 10. Dezember 2003, können Medienvertreter an der Missionspräsentation teilnehmen.
DLR Berlin-Adlershof entwickelt Flugsoftware
Die im DLR Berlin-Adlershof entwickelte Flugsoftware soll der Steuerung des Instruments und des On-Board-Computers sowie dem Datenhandling dienen. Mit eigenen Suchprogrammen und Software zur Dateninterpretation beteiligen sich deutsche Wissenschaftler auch intensiv am wissenschaftlichen Programm dieser ersten internationalen Mission zur Suche nach extrasolaren Planeten.
COROT - Suche nach unbekannten extrasolaren Planeten
War die Suche nach extrasolaren Planeten bei anderen Sternen bislang nur mit bodengebundenen Teleskopen möglich, so wird der COROT-Satellit, dessen Start für Mitte 2006 vorgesehen ist, erstmalig die Suche nach fremden "Erden" vom Weltraum aus, d.h. aus der Erdumlaufbahn, möglich machen, und zwar auf einer polaren Bahn in etwa 800 Kilometer Höhe. Von Vorteil ist dabei, dass sich die Messungen unabhängig von atmosphärischen Effekten, schlechtem Wetter und dem Wechsel von Tag und Nacht durchführen lassen - alles Faktoren, die solch empfindliche Beobachtungen auf der Erde erheblich beeinträchtigen und die Entdeckung kleiner, erdähnlicher Planeten und anderer Sterne sogar unmöglich machen.
Die auf mindestens zweieinhalb Jahre angelegte Missionsdauer erlaubt die Beobachtung von fünf Himmelssektoren für jeweils etwa fünf Monate. Das auf dem Satellit montierte Teleskop misst zum einen den Lichtkurvenverlauf heller Sterne, um daraus Rückschlüsse auf deren innere Struktur ziehen zu können und um Fragen der Astro-Seismologie, der Sternbebenkunde, zu beantworten. Zum anderen wird bei 30.000 bis 60.000 Sternen nach so genannten Transits, d.h. nach Durchgängen von Planeten vor der hellen Scheibe ihres Muttersterns, gesucht. Auf Grund der hochgenauen Auslegung des 27-Zentimeter-Teleskops können mit COROT Neptun- und Uranus-ähnliche Planeten erfasst werden, deren Umlaufperiode sogar länger als einen Monat dauert. Erwartet wird aber vor allem die Entdeckung kleiner Planeten von nur wenigen Erdradien Größe, die sich auf relativ sternnahen Bahnen um ihre jeweilige Sonne bewegen.
COROT - eine internationale Mission
Außer den Wissenschaftlern aus Deutschland des DLR, der Thüringer Landessternwarte in Tautenburg, der Universität Köln und dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching sind auch Forscher aus Österreich, Belgien und Spanien sowie der Europäischen Weltraumorganisation ESA zusammen mit ihren französischen Kollegen an der Mission beteiligt. Geführt wird die Mission von der französischen Raumfahrtagentur CNES.
Eckdaten der Mission
| Gewicht des Satelliten: |
600 Kilogramm |
| Spannweite: |
4,2 Meter |
| Durchmesser: |
1,9 Meter |
| Leistung: |
530 Watt |
| Genauigkeit: |
0,2 Bogensekunden |
| Teleskopgewicht: |
300 Kilogramm |
| Teleskoplänge: |
3,2 Meter |
| Orbit: |
826 Kilometer/polar |
| Missionsdauer: |
mind. 2,5 Jahre |