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News Archiv 2003

DLR hilft beim internationalen Katastrophenmanagement - Französische Behörden forderten für Hochwasseropfer Informationen aus dem Weltraum an

8. Dezember 2003

Hochwassergebiet in der Nähe von Arles, Südfrankreich.
Oberpfaffenhofen - Mit hoch aufgelösten Satellitenbildern aus dem Prozessierungszentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen sind am vergangenen Wochenende auch Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) in den Hochwassergebieten in Südfrankreich nahe der Stadt Arles ausstaffiert worden. Die französische Zivilschutzbehörde hatte am 4. Dezember 2003 die "International Charter on Space and Major Di-sasters" aktiviert. Diese Charter soll eine schnelles internationales Katastrophenmanagement ermöglichen. Sie ist eine gemeinsame Initiative verschiedener Raumfahrtagenturen, die übereingekommen sind, im Falle von Katastrophen Hilfsaktionen nach besten Kräften durch Satellitendaten zu unterstützen. Das DLR ist ein Partner der Charter.

Partner des DLR ist wiederum die Firma European Space Imaging (EUSI) mit Sitz in München. Sie betreibt den Satelliten IKONOS, der weltweit Bilder mit einer Genauigkeit von bis zu einem Meter liefert. Die IKONOS-Empfangsstation steht auf dem Gelände des DLR in Oberpfaffenhofen. Dort gingen am vergangenen Samstag die ersten IKONOS-Daten aus den Katastrophengebieten an der Rhone ein, die dann im Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des DLR aufbereitet wurden.

Am frühen Sonntagmorgen konnten dem Zivilschutz in Südfrankreich, dem THW und dem Bund-Länder Lagezentrum in Deutschland bereits die ersten Bildanalysen verfügbar gemacht werden. So konnten sich Helfer des THW, die die Franzosen bei den Aufräumarbeiten und Rettungsaktionen unterstützen, dank der Hilfe aus dem All und aus Oberpfaffenhofen einen raschen Überblick über das Ausmaß der Katastrophe in der Nähe von Arles machen. Aufgrund der hohen Auflösung der IKONOS-Bilder konnten sie schnell erkennen, in welchen Bereichen die Not am größten war und wo sie rasch Hilfe leisten mußten.

Internationales Katastrophenmanagement bereits im August 2003 für Portugal

Bereits im August dieses Jahres war das internationale Katastrophenmanagement und die Charter bei den verheerenden Waldbränden in Portugal ausgelöst worden. Damals hatte das DLR das Projektmanagement übernommen. Um noch besser auf diese internationalen Notfälle vorbereitet zu sein, wird zurzeit vom DLR in Oberpfaffenhofen ein Satellitengestütztes Kriseninformationszentrum aufgebaut. Im Ernstfall haben die Wissenschaftler und Ingenieure darin Zugriff auf die Daten von sechs bis acht Satelliten, die optische Bilder und auch Wärme- und Radar-Bilder für das Katastrophenmanagement liefern können.


Erstellt am: 08.12.2003 09:30:00 Uhr