News Archiv 2004

Weltpremiere: Live-Test für Hochtechnologie "Himmelsauge" in Berlin

1. Juli 2004

Als Träger für die DLR-Spezialkameras eignen sich Zeppeline ebenso wie Hubschrauber und Flugzeuge
zum Bild Als Träger für die DLR-Spezialkameras eignen sich Zeppeline ebenso wie Hubschrauber und Flugzeuge

Berlin - Mit einer Live-Demonstration stellt ein deutsches Konsortium aus Industrie und Forschung heute eine weltweit einzigartige Hochtechnologie für das Verkehrs- und Flottenmanagement bei Großveranstaltungen vor. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Fraunhofer IPK, die Bosch-Tochtergesellschaft Blaupunkt, ND SatCom und gedas präsentieren das "Himmelsauge" ab 10 Uhr im Berliner Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) vor Verkehrsexperten aus dem In- und Ausland. Das von der EU mit vier Millionen Euro geförderte Projekt "Eye in the Sky" (Himmelsauge) verknüpft zwei verschiedene Strategien der Verkehrsüberwachung: Die Erfassung von Verkehrsdaten über die Telematiklösung CityFCD (Floating Car Data) von gedas mit der Überwachung durch DLR-Spezialkameras von einem Hubschrauber aus.

Diese Gesamtlösung ist weltweit einzigartig. Sie ist ein neuer Ansatz, um beispielsweise die Sicherheit bei olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften zu verbessern. Für den störungsfreien Einsatz von Fahrzeugflotten der Polizei und Rettungskräften sowie von Organisatoren oder Sponsoren ist die Erfassung der Verkehrslage in Echtzeit entscheidend. Verkehrszentralen sind mit dem "Himmelsauge" in der Lage, exakter zu planen und präzisere Handlungsempfehlungen zu geben, wenn ein Verkehrschaos droht oder ein Notfall eingetreten ist. Zudem ermöglicht eine Antenne von ND SatCom im Helikopter eine unabhängige Funkverbindung für Polizei und Rettungsdienste. Eine solche Sicherheitsgarantie ist beispielsweise in Erdbeben gefährdeten Gebieten oder bei der Verhinderung von Terror-Anschlägen von Bedeutung.

Helikopter
zum Bild Helikopter

Ein Kernbestandteil des Live-Tests in Berlin sind Fahrzeuge, die mit der Telematik-Software CityFCD von gedas und Hardware von Blaupunkt ausgerüstet sind. Sie fungieren als mobile Sensoren in den Straßen. Die aus der "fließenden Fahrzeugflotte" gewonnenen Daten werden per SMS an die prototypische Verkehrszentrale im Fraunhofer IPK übertragen und sofort auf digitalen Straßenkarten ausgewertet. Lassen die Daten auf einen Stau schließen, wird das "Himmelsauge" aktiv - der Hubschrauber fliegt über das potenzielle Nadelöhr. Die Straßen von oben abtastend, füttern die hoch auflösenden DLR-Spezialkameras im Helikopter über die Funkverbindung von ND SatCom die Verkehrszentrale mit Bild-Informationen. Diese werden sogleich automatisch ausgewertet und der Verkehrszentrale zur Verfügung gestellt. So wird das Fahrzeugaufkommen an den wichtigsten Verkehrsschnittpunkten nicht nur sichtbar, sondern auch gemessen. Der Vorteil dieser Gesamtlösung ist eine qualitativ hochwertige Datenbasis in Echtzeit, die ideale Grundlage für die Verantwortlichen im Verkehrsmanagement.


Kontakt
Dr. Katrin Stephan
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung
, Planetengeologie
E-Mail: Katrin.Stephan@dlr.de
URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-832/1332_read-2554/1332_page-3/