Schnell, sicher und nachhaltig durch die Stadt - DLR untersucht Wirkung einer mobilen App für den städtischen Raum

Dienstag, 16. Februar 2016

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  • STREETLIFE %2d Welche Wirkung hat die Nutzung einer App?
    STREETLIFE

    Neben der CO2-Bilanz bietet die Anwendung für Radfahrer die Möglichkeit, sich alternativ sicherere Routen für ihre täglichen Wege empfehlen zu lassen.

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    STREETLIFE - ein Feldversuch in Berlin

    Ob sich Anwender durch eine mobile App motivieren lassen, ihre Wege umweltfreundlicher zu nehmen, um damit dieses Ziel zu erreichen, untersuchen die Verkehrsforscher in Feldversuchen unter anderem in Berlin.

Ob mit dem öffentlichen Nahverkehr, dem Auto oder mit dem Fahrrad – Menschen in Großstädten nutzen und kombinieren für ihre täglichen Wege verschiedene Verkehrsmittel. Die mobile App STREETLIFE stellt dazu Nutzern personalisierte Informationen auf Smartphones bereit, um nicht nur den schnellsten, sondern auch umweltfreundlichsten Weg zu finden. Verkehrsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersuchen das multimodale Verhalten von Nutzern.

Forschung zum Mobilitätsverhalten

Mobile Routenplaner ermöglichen den Nutzern schnell an ihr Ziel zu kommen. Erstmals werden nun mit der mobilen Anwendung von STREETLIFE dem Nutzer nicht mehr nur Reisedauer, Weglänge und Kosten angegeben, sondern auch weiterführende Informationen zu CO2-Emissionen sowie sicherere Routen für Radfahrer angeboten. Bei der Kombination verschiedener Verkehrsmittel werden Daten des öffentlichen Nahverkehrs mit Daten aus Unfallerhebungen des Berliner Senats und der Polizei und Wetter- sowie Luftschadstoffdaten zusammengeführt. Der Nutzer wird über die möglichen Optionen, deren Kosten und Umweltwirkungen informiert und kann dadurch nach seinen individuellen Präferenzen besser entscheiden, welche Route er nehmen will.

Wissenschaftler des DLR-Instituts für Verkehrsforschung führen dazu Feldversuche in Berlin durch und evaluieren die verkehrlichen und sozialen Wirkungen solcher mobilen Anwendung. Sie gehen dabei der Frage nach, wie sich dadurch das Mobilitätsverhalten der Nutzer verändert. Werden vorgeschlagene Routen genutzt? Wie oft weicht der Anwender davon ab und welche Gründe gibt es dafür? Darüber hinaus untersuchen die Berliner Verkehrsforscher die Wirkungen des Verhaltens auf das Verkehrssystem insgesamt. Aber auch die Einsparpotenziale von CO2-Emissionen sind für die Wissenschaftler eine interessante Größe, aus denen sich auf lokaler und schließlich auch auf globaler Ebene Umweltwirkungen hochrechnen lassen.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Neben der CO2-Bilanz bietet die Anwendung für Radfahrer die Möglichkeit, sich alternativ sicherere Routen für ihre täglichen Wege empfehlen zu lassen. Für diese Wege, oder genauer, für mit dem Rad zurückgelegten Kilometer, können im Rahmen eines Spiels Punkte gesammelt werden. Bei der Bereitstellung sicherer Radrouten setzt die App zum Beispiel auf die Meidung von Kreuzungen als Unfallschwerpunkte und auf die Nutzbarkeit von Radwegen. Im Anschluss an den zurückgelegten Weg kann jeder Nutzer seine Einschätzung und Bewertung darüber anderen Nutzern zur Verfügung stellen, um somit die Qualität der Daten zu verbessern.

Mit dem Fokus auf der verstärkten Nutzung des Fahrrads und der Bewertung der objektiven und subjektiven Sicherheit  wurde in die Anwendung eine Art Spiel integriert. Je mehr gefahrene Radkilometer eine Route enthält, desto mehr Punkte (in der App als virtuelle Blätter dargestellt) können gesammelt werden. Sind genügend Blätter gesammelt, können virtuelle Bäume gepflanzt werden. Am Ende des Spiels werden jeweils zwei Gewinner gekürt, die reale Baumpatenschaften in der Stadt erhalten. Inwieweit sich diese spielerische Form des Routenplaners motivierend auf die Teilnehmer auswirkt, stellt einen weiteren Aspekt der Verkehrsforschung dar.

Teilnehmer für den Feldversuch in Berlin gesucht

Mit einem Straßennetz von 5.360 Kilometern, 1.030 Kilometern Radwegen, 15 Bahn-, 10 U-Bahn-, 24 Tram- und 149 Buslinien stellt Berlin seinen sechs Millionen Einwohnern ein sehr komplexes Verkehrssystem zur Verfügung. Zusätzlich bieten acht Carsharing und zwei Bikesharing Anbieter Verkehrsteilnehmern weitere Möglichkeiten für die Wahl ihrer Verkehrsmittel. Im Gegensatz zu anderen europäischen Metropolen legen die Berliner nur 31 Prozent ihrer Wege mit dem Auto zurück. In Rom sind es dagegen 68 Prozent. Vor allem im Stadtzentrum Berlin steigen die Verkehrsteilnehmer in öffentlichen Nahverkehr, gehen zu Fuß oder nehmen das Fahrrad. Die Stadt Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 zehn Prozent der durch den motorisierten Verkehr erzeugten Emissionen zu reduzieren. Ob sich Anwender durch eine mobile App motivieren lassen, ihre Wege umweltfreundlicher zu nehmen, untersuchen die Verkehrsforscher in Feldversuchen unter anderem in Berlin.

Voraussetzung für die Teilnahme

Teilnehmer benötigen ein Smartphone mit dem Betriebssystem Android, ein Gigabit Speicher sowie einen mobilen Internetzugang und GPS-Tracking. Eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, aber zu Forschungszwecken wünschenswert, um später Befragungen durchführen zu können.
Die App ist ab dem 15. Februar 2016 über den Google PlayStore erhältlich. Der Feldtest in Berlin läuft von März bis Mai 2016. Innerhalb dieser Zeit sind drei Spielphasen (jeweils ein Monat) geplant.
Die App finden Sie hier.

Datensicherheit

Die Datensicherheit wird in enger Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten des Landes Berlin und Nordrhein-Westfalens gewährleistet. Beim Download der App und bei jeder Befragung werden die Nutzer über die Nutzung, Speicherung, Auswertung und Anonymisierung der Daten informiert. Die Daten gelangen zu keinem Zeitpunkt in die Hände Dritter und werden ausschließlich für die genannten Forschungszwecke verwendet.

Das Projekt STREETLIFE

STREETLIFE ist ein Forschungsprojekt der European Commission - Information Society and Media DG. Die Senkung städtischer CO-Emissionen mittels nachhaltiger, auf Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) basierender Mobilitätslösungen ist die übergreifende Motivation des STREETLIFE-Projekts. Partner des Projektes sind: Aalto University (FI), Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie (DE), CAIRE URBANISTICA (IT), CGI (FI), City of Tampere (FI), Comune di Rovereto (IT), Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DE), DLR - Institut für Verkehsforschung (DE), Fondazione Bruno Kessler (IT), Fraunhofer FOKUS (DE), Siemens (DE).

 

 

Zuletzt geändert am:
22.02.2016 13:20:11 Uhr

Kontakte

 

Melanie-Konstanze Wiese
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Berlin und Neustrelitz

Tel.: +49 30 67055-639

Fax: +49 30 67055-102
Rene Kelpin
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Verkehrsforschung

Tel.: +49 30 67055-217