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Wenn die Schiene mit der Straße spricht

Dienstag, 20. September 2016

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Die intelligenten Autos der Zukunft kommunizieren miteinander und mit der umgebenden Infrastruktur. Möglich macht dies die sogenannte Car2X-Technologie, die zu mehr Effizienz, Komfort und Sicherheit im Straßenverkehr beitragen kann. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wendet diese Technologie nun auch verkehrsträgerübergreifend für die Kommunikation zwischen Schiene und Straße an.

An der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und ihrer Umgebung (Car2X) forschen die Wissenschaftler des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik bereits seit vielen Jahren. Mit der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) stehen ihnen dafür unter anderem eine Forschungskreuzung, eine Teststrecke auf dem Braunschweiger Innenstadtring und verschiedene Simulatoren zur Verfügung. Nun erschließen die Wissenschaftler Potentiale für die Anwendung der Car2X-Technologie auf das Transportmittel Bahn, um diese Standards für die Schiene zu eröffnen – aus Car2X wird Rail2X.

Rail2X – Mehr Sicherheit am Bahnübergang

Ein Beispielszenario demonstriert das DLR bei der InnoTrans 2016 in einem Auto-Fahrsimulator: Ein herannahender Zug übermittelt beim Überfahren eines Einschaltkontakts die Information, dass er den Bahnübergang passieren möchte. Zeitgleich erhält der Autofahrer von dem Bahnübergang eine Warnmeldung in seiner Instrumentenanzeige und kann dementsprechend frühzeitig reagieren. "Ein Zug könnte so an einem Bahnübergang nicht mehr übersehen und meist tödlich endende Unfälle vermieden werden", erklärt Prof. Karsten Lemmer, Leiter des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik. So kann mithilfe von Rail2X zusätzliche Aufmerksamkeit beim Autofahrer erzeugt werden, die die Sicherheit am Bahnübergang unterstützt und Kollisionen durch Übersehen eines Zuges vorbeugt. Erste Tests im Feld mit einem Schienen- und einem Straßenfahrzeug waren bereits erfolgreich. Dazu wurde in den Cockpits eines Forschungs-PKWs und des DLR-Zweiwegefahrzeugs RailDriVE® ein gesicherter Bahnübergang visualisiert und die Restschließzeit angezeigt. "Das von uns entwickelte Assistenzsystem soll die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer an Bahnübergängen erhöhen", so Lemmer.

Technologie mit viel Potenzial

Viele weitere Szenarien sind mit der Rail2X-Technologie denkbar. So zum Beispiel Bedarfshalte bei regionalen Bahnen. "Mittels Smartphone oder Knopf am Bahnsteig kann der Reisende dem herannahenden Zug mitteilen, dass er mitfahren möchte", erklärt Andreas Kluge, Verantwortlicher für innovative Technologien im Bahnsystem am Institut für Verkehrssystemtechnik. Erhält der Zug keine Meldung, kann er den Bahnhof ohne Halt passieren. So können Zeit und Energiekosten reduziert werden. Und auch für die Wartung der Strecke und der Züge kann Rail2X verwendet werden. "Das DLR hat dafür ein System in kompakter Koffergröße entwickelt, das während der regulären Fahrt Messungen am Oberbau durchführt", so Kluge. "Wenn nun auch die Infrastruktur rund um Schiene und Zug vernetzt ist, könnten Fehler schneller erkannt und beseitigt werden."

Für einen Einsatz in der Praxis müssen die Car2X-Standards an die bestehenden Sicherheitssysteme der Bahn angepasst werden. Dieser Standardisierungsprozess läuft bereits und schafft zusammen mit den erlangten Erfahrungen der DLR-Wissenschaftler eine ideale Grundlage für eine Adaption der Car2X-Technologie auf den Bahnverkehr.

Zuletzt geändert am:
20.09.2016 12:08:07 Uhr

Kontakte

 

Jasmin Begli
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Braunschweig

Tel.: +49 531 295-2108

Fax: +49 531 295-2102
Prof. Dr.-Ing. Karsten Lemmer
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Mitglied des Vorstands

Tel.: +49 531 295-3401

Fax: +49 531 295-3402