DLR unterstützt das UN World Food Programme (WFP) durch satellitengestützte Risikokartierungen

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Mittwoch, 19. April 2017

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  • Projektteam von DLR und WFP
    Projektteam von DLR und WFP

    Das Projektteam von DLR und WFP (v.l.n.r.: Rogerio Bonifacio (WFP), Giancarlo Pini (WFP), Michaela Bettinger (DLR), Nadine Lombardo (WFP), Sirio Modugno (WFP), Ursula Gessner (DLR) and Stefan Voigt (DLR)

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    Auftakt-Meeting beim World Food Programme (WFP) in Rom

    Am 18. und 19. April 2017 wurde das gemeinsame SPARC-Projekt mit einem zweitägigen Auftakt-Meeting in der Zentrale des WFP in Rom offiziell auf den Weg gebracht.

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    DLR-Satellitenbild im Gebäudefoyer des World Food Programme (WFP)

    Bild des DLR-Satelliten TerraSAR-X im Foyer des World Food Programme (WFP). Das WFP ist die führende humanitäre Hilfsorganisation der Welt und unterstützt jährlich mehr als 80 Millionen Kinder und Erwachsene in rund 80 Ländern – mit dem strategischen Ziel "Zero Hunger", dem Ende des weltweiten Hungers bis zum Jahr 2030.

  • DLR unterstützt UN World Food Programme (WFP) bei Kartierung und Früherkennung von räumlich oder zeitlich wiederkehrende Umweltrisiken
  • Im Fokus stehen Vegetation, Dürre, Landnutzungsänderungen sowie Erosion und Bodendegradation
  • Das gemeinsame Projekt ist mit einem Auftakt-Meeting in der Zentrale des WFP in Rom offiziell gestartet

Jährlich sterben mehr Menschen an Hunger als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Täglich haben 795 Millionen Menschen auf der Welt, jeder Neunte, nicht genug zu essen. Auch durch die Folgen des Klimawandels verschärft sich die prekäre Lage – Ernteausfälle aufgrund von extremen Dürreperioden oder Überschwemmungen sind nur ein Beispiel. Doch wo sind wann welche Schäden zu erwarten? Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt nun – gefördert durch das Auswärtige Amt – das UN World Food Programme (WFP) bei der Risikokartierung und Früherkennung von kritischen Entwicklungen im Rahmen der weltweiten Bekämpfung von Hunger. Ziel des neuen Projekts ist es, das WFP dabei zu unterstützen, in einem "Spatial Risk Calendar" (SPARC) räumlich oder zeitlich wiederkehrende Umweltrisiken frühzeitig aufzudecken und genauer zu prognostizieren, um daraus geeignete Hilfsmaßnahmen und Strategien ableiten zu können.

Dazu bringt das DLR seine besondere Erfahrung und sein technisches Know-How auf dem Gebiet der Fernerkundung ein. Experten des Earth Observation Center (EOC) des DLR werden die bisher von der UN genutzten Daten und Modelle analysieren, mit hochaufgelösten Satellitenbildern abgleichen und wissenschaftliche Untersützung zur Weiterentwicklung des Systems einbringen. Am 18. und 19. April 2017 wurde das gemeinsame SPARC-Projekt mit einem zweitägigen Kickoff-Meeting in der Zentrale des WFP in Rom offiziell auf den Weg gebracht. Das Projekt läuft mit einer Förderung des Auswärtigen Amtes bis Januar 2018. Die verbesserten Risikokarten und -kalender sollen beim WFP dann operationell zum Einsatz kommen. Das WFP ist die führende humanitäre Hilfsorganisation der Welt und unterstützt jährlich mehr als 80 Millionen Kinder und Erwachsene in rund 80 Ländern – mit dem strategischen Ziel „Zero Hunger“, dem Ende des weltweiten Hungers bis zum Jahr 2030.

Hochaufgelöste Satellitendaten von Sentinel-2                                                   

Risikokarten und -kalender dienen dem Überblick. Im Fall von SPARC werden weltweite Umweltveränderungen beobachtet und ihre Muster sowie Risikofaktoren im Monats- und Jahresverlauf erfasst. Im Fokus stehen Vegetation, Dürre, Landnutzungsänderungen sowie Erosion und Bodendegradation. Die Entwicklung dieser Umweltparameter hat unmittelbaren Einfluss auf die Ernährungsversorgung. Sind beispielsweise landwirtschaftliche Nutzflächen von Starkregen betroffen, können wertvolle Humusschichten so weit abgetragen werden, dass der Boden unfruchtbar wird. Risikokartierungen hierzu können von Erosion besonders bedrohte Böden sowie das Auftreten und den Zeitpunkt von Extremwetterlagen erfassen.

Für die Modellberechungen von SPARC werden unterschiedliche Satellitentypen zum Einsatz kommen. Solche, die ein tägliches Bild der Erde in einer relativ groben räumlichen Auflösung von 300 bis 500 Meter liefern, sowie Satelliten, die im Wochen- oder Zweiwochenrhythmus mit einer höheren Auflösung von 10-20 Meter auch Feldstrukturen erkennen lassen. Dazu nutzen die DLR-Experten neben den amerikanischen Landsat-Satelliten vor allem auch die Satelliten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus: Sentinel-2B ist erst vor wenigen Wochen gestartet und zusammen mit seinem seit zwei Jahren im Orbit tätigen Zwilling Sentinel-2A für den humanitären Einsatz wie geschaffen. Die Satelliten beobachten Veränderungen der Landoberfläche und der Vegetation kontinuerlich im Fünf-Tage-Takt.

Fruchtbare Zusammenarbeit

Das aktuelle Projekt zur humanitären Risikokartierung ist nicht die einzige Zusammenarbeit zwischen DLR und WFP. Anfang des Jahres wurde eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung geschlossen, die weitere Technologien und Innovationen für die humanitäre Hilfe einbezieht. Ein Beispiel sind Entwicklungen im Bereich automatisierte Fortbewegungsmittel. Die Zusammenarbeit mit dem WFP wird somit auch über das SPARC-Projekt hinaus anwendungsnah weiterentwickelt.

 

Zuletzt geändert am:
25.04.2017 15:53:49 Uhr

Kontakte

 

Bernadette Jung
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Politikbeziehungen und Kommunikation: Oberpfaffenhofen, Weilheim, Augsburg

Tel.: +49 8153 28-2251

Fax: +49 8153 28-1243
Dr. Stefan Voigt
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Zivile Kriseninformation und Georisiken

Tel.: +49 8153 28-3678

Fax: +49 8153 28-1445
Dr. Ursula Geßner
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum

Tel.: +49 8153 28-1250
Prof. Dr. Günter Strunz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Earth Observation Center (EOC): Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum

Tel.: +49 8153 28-1314

Fax: +49 8153 28-1445