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Forschung für die Digitalisierung

DLR gründet neues Institut für Datenwissenschaften in Jena

Dienstag, 29. August 2017

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  • Institutsschild entlüftet
    Neue Stele für DLR-Institut für Datenwissenschaften enthüllt

    (V.r.n.l) Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee, DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund,Prof. Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung, Wolfgang Scheremet, Abteilungsleiter Industriepolitik im Bundeswirtschaftsministerium, Carsten Schneider, Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion sowie Robert Axmann, Gründungsdirektor des Instituts, enthüllen das Institutsschild.

  • Gründungsurkunde unterzeichnet
    Gründungsurkunde unterzeichnet

    (V.r.n.l) Vorstandsmitglied Prof. Hansjörg Dittus, DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund und Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee unterzeichnen die Gründungsurkunde des Instituts

  • Wissenschaftliche Leitung
    Gründungsdirektor des DLR-Instituts für Datenwissenschaften

    Gründungsdirektor Robert Axmann und Mitarbeiterin Carina Haupt bei der Institutseröffnung in Jena

  • Exponentieller Zuwachs der Daten
    Exponentieller Zuwachs der Daten

    Das weltweite Datenvolumen betrug 2016 ungefähr 16 Zettabyte. Ausgeschrieben also: 16 000 000 000 000 000 000 000. Bis 2025 soll sich dieser Wert verzehnfachen (Quelle: statista.com).

  • DLR eröffnet das Institut für Datenwissenschaften in Jena.
  • Große Datenmengen die aus der Erdbeobachtung, Klimaforschung oder Studien erhoben werden, werden in Jena analysiert und verarbeitet.
  • Das Jenaer Institut forscht in den Breichen Internet of Things, Big Data oder Citizen Science.
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Digitalisierung, Big Data, Industrie 4.0

Erdbeobachtung aus dem All produziert sie, aber auch die Klimaforschung oder Studien zum Verkehrsaufkommen auf den Straßen oder in der Luft: Große und heterogene Datenmengen, deren Speicherung, Vernetzung und Analyse immer aufwendiger werden. Mit dem neuen Institut für Datenwissenschaften widmet sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zukunft verstärkt den Herausforderungen, die die Digitalisierung und die Industrie 4.0 mit sich bringt. Die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund eröffnete jetzt gemeinsam mit Wolfgang Tiefensee, Thüringens Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, und Wolfgang Scheremet, Abteilungsleiter Industriepolitik im Bundeswirtschaftsministerium, das DLR-Institut in Jena.

"Die Datenmengen, auch und gerade im Bereich der Forschung, wachsen nicht mehr linear an, sondern exponentiell", betonte DLR-Vorstandsvorsitzende Frau Prof. Pascale Ehrenfreund die Notwendigkeit, auf die heutigen Entwicklungen zu reagieren. "Das neue DLR-Institut wird sich daher unter anderem mit Konzepten für Big und Smart Data, den Anforderungen der Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge beschäftigen. Es wird als Zentrum des Wissens und der Expertise für Data Science mit allen DLR-Instituten sowie Partnern aus Industrie und Forschung in Verbindung stehen." Das neue Institut wird sich vor allem mit Methoden zum Management, der Verarbeitung und Analyse von Daten beschäftigen. Mit diesen Themen werden die Forschungsbereiche des DLR erweitert, Synergiepotenziale gehoben und neue nationale und internationale Kooperationen ermöglicht.

Konzepte und Methoden für "Big Data"

Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sagte anlässlich der Institutseröffnung: "Die Digitalisierung unserer Wirtschaft bietet große Potenziale für Innovationen und Produktivität. Das DLR als die größte ingenieurwissenschaftliche Forschungseinrichtung der Luft- und Raumfahrt in Europa nimmt hierbei eine ganz wichtige Rolle ein. So wird sich das neue DLR-Institut in Jena vor allem mit Konzepten für Big Data beschäftigen und der Frage, wie immer größere Datenmengen sinnvoll ausgewertet und intelligent genutzt werden können. Mit dem neuen DLR-Institut stellen wir auch unserer Wirtschaft eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur zur Verfügung."

Das neue Jenaer Institut wird mit jährlich 7,8 Mio. Euro durch den Bund und das Land Thüringen finanziert, der Bund trägt dabei 90 Prozent. Das Land Thüringen stellt darüber hinaus in der Aufbauphase des Instituts die Mittel für die Unterbringung des Instituts in Jena bereit.

"Durch die voranschreitende Digitalisierung fallen in Wirtschaft und Forschung immer größere Datenmengen an. Diese Daten auszuwerten und intelligent zu nutzen, ist eine der großen Chancen, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das DLR-Institut wird dafür einen wichtigen Beitrag leisten", betonte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. "Das neue Forschungsinstitut ist zudem ein weiterer Beleg dafür, dass Thüringen bereits jetzt über eine exzellente Forschungslandschaft verfügt und Schritt für Schritt zu den führenden Bundesländern auf dem Feld der Digitalisierung aufsteigt." Jena sei bereits jetzt in der Spitzengruppe der Forschungsstandorte Deutschlands.

Forschungsfelder von Big Data bis zur Citizen Science

Zu Beginn soll das Institut über vier Abteilungen verfügen: Die Abteilung für Datenmanagement und -analyse von Big Data, also großen, komplexen Datenmengen, wird erforschen, wie beispielsweise heterogene und unstrukturierte Daten automatisch analysiert und verarbeitet werden können oder auch wie zukünftige Datenbanken für den Umgang mit diesen Daten aufgebaut sein müssen. Die Abteilung "Smart Systems" ist unter anderem auf die Digitalisierung der Industrie 4.0 und das Internet der Dinge ausgerichtet - Bereiche, in denen zunehmend Produkte miteinander vernetzt sind und Daten austauschen.

Zudem sollen - vergleichbar mit der Produktion in der Luftfahrt - auch Raumfahrtmissionen von der ersten Idee über die Konstruktion bis hin zur Durchführung verstärkt über gemeinsame Plattformen virtuell und vernetzt erfolgen. Die Forschung und Entwicklung soll in diesem Bereich in enger Zusammenarbeit mit der Industrie und Raumfahrtagenturen erfolgen. Weitere Abteilungen setzen ihren Fokus auf die IT-Sicherheit sowie die "Citizen Science", bei der zum Beispiel Daten der Bürger zur Bodenfeuchtigkeit genutzt und verarbeitet werden, um Satellitendaten zur Erdbeobachtung zu kalibrieren.
Insgesamt gründet das DLR sieben neue Forschungsinstitute zu Themen wie Luftfahrt- und Energieforschung, Maritime Sicherheit und Softwareentwicklung, von denen zwei Institute in den neuen Ländern - in Jena und Dresden - angesiedelt werden.
 

Zuletzt geändert am:
31.08.2017 09:10:22 Uhr

Kontakte

 

Andreas Schütz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Leitung Media Relations, Pressesprecher

Tel.: +49 2203 601-2474

Fax: +49 2203 601-3249