Helmholtz-Allianz "Fernerkundung und Dynamik des Erdsystems" (EDA) präsentiert Forschungsergebnisse

Zukunftsperspektiven Tandem-L

Donnerstag, 23. November 2017

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  • Eröffnung: Prof. Dr. Hansjörg Dittus
    Eröffnung durch DLR-Vorstandsmitglied Prof. Dittus

    Die Highlight-Veranstaltung der Helmholtz-Allianz EDA am 23. November 2017 in Berlin wurde durch Prof. Dr. Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie, eröffnet.

  • Podiumsdiskussion
    Podiumsdiskussion

    Im Bild (von links nach rechts): Ulrich Bobinger, Prof. Dr. Alberto Moreira (DLR), Dr. Edna Rödig (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung), Dr. Oliver Bens (Helmholtz-Zentrum Potsdam), Prof. Dr. Angelika Humbert (AWI Bremerhaven), Prof. Dr. Hansjörg Dittus (DLR), Prof. Dr. Georg Teutsch (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung).

  • Die Tandem%2dL%2dSatelliten mit großen entfaltbaren Reflektorantennen im Formationsflug
    Die Tandem-L-Satelliten mit großen entfaltbaren Reflektorantennen im Formationsflug

    Tandem-L ist ein Vorschlag für eine hochinnovative Satellitenmission zur globalen Beobachtung von dynamischen Prozessen auf der Erdoberfläche in einer bisher nicht erreichten Qualität und Auflösung.

  • Deformationskarte: Nepal Erdbeben 2015
    Deformationskarte: Nepal Erdbeben 2015

    Die mittels Radardaten erstellte Deformationskarte zeigt Verschiebungen von bis zu zwei Metern im Gebiet rund um Kathmandu in Nepal nach dem Erdbeben 2015.

  • Biomasse%2dKarte: Amazonas Regenwald
    Biomasse-Karte: Amazonas Regenwald

    Hochauflösende Biomassekarte vom Amazonas-Regenwald und Häufigkeitsverteilungen (rechts) für 1 Kilometer Auflösung bzw. 40 Meter Auflösung durch Verknüpfung von Fernerkundung und Vegetationsmodellierung.

  • Tomographie: Regenwaldgebiet Lopé in Gabun
    Tomographie: Regenwaldgebiet Lopé in Gabun

    Die Radar-Tomographie gibt die dreidimensionale Struktur des Regenwaldes wieder. Die weiße Linie oben zeigt den Verlauf der Baumkronen und somit die Höhe des Waldes. Die weiße Linie unten stellt den Waldboden dar. Die unterschiedliche Stärke der Radar-Rückstreuung von schwach (blau) bis stark (rot) zeigt die räumliche Verteilung von Bäumen, ihren Stämmen und Ästen – das Radarsignal bildet dabei den Bereich vom Waldboden bis zu den Baumkronen ab.Das Bild basiert auf Radardaten, die mit dem flugzeuggetragenen DLR-Radarsystem "F-SAR" aufgenommen wurden, im Rahmen der wissenschaftlichen Messkampagne "AfriSAR" im Februar 2016.

  • Radarbild: Russelgletscher in Grönland
    Radarbild: Russelgletscher in Grönland

    Polarimetrische L-Band-SAR-Aufnahme des Russelgletscher in Grönland.

  • Prognosen zum Klimawandel sollen mit Hilfe neuartiger Satellitenprodukte verbessert werden
  • Tandem-L Satellitenmission könnte dringenden Informationsbedarf zur Bewältigung globaler Herausforderungen decken
  • Schwerpunkte: Klimawandel, Erdbeobachtung, Radartechnologie, Big Data

Die globalen Herausforderungen unserer Zeit reichen von Klimawandel und Umweltzerstörung – über Ressourcenknappheit und Bevölkerungswachstum – bis hin zu abnehmender Biodiversität. Probleme, für die auch in Deutschland dringend Lösungen gefunden werden müssen. Einen wissenschaftlichen Beitrag leistet dazu die Helmholtz-Allianz "Fernerkundung und Dynamik des Erdsystems" (EDA), das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) federgeführt wird. Ziel der Forschungsallianz ist es, mit Hilfe von neuartigen Satellitenprodukten akkurate Prognosen zum Klimawandel und anderen Umweltprozessen aufzustellen. Dies soll Politik und Gesellschaft befähigen, die bestmöglichen Handlungsentscheidungen zu treffen – auf lokaler, regionaler wie auch globaler Ebene. Im Fokus der Arbeiten steht "Tandem-L", ein Vorschlag für eine neue deutsche Radarsatellitenmission:

"Mit dem Radarsatellitensystem Tandem-L werden wir in der Lage sein, die Veränderungen der Erde im Wochenrhythmus zu erfassen. Aufgrund seiner neuartigen Abbildungstechniken und enormen Aufnahmekapazität wird Tandem-L entscheidend zu einem besseren Verständnis des Systems Erde und seiner Dynamik beitragen", so Prof. Dr. Hansjörg Dittus, Vorstand des DLR für Raumfahrtforschung und -technologie.

Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums stellte die Helmholtz-Allianz EDA am 23. November 2017 in Berlin die wichtigsten Forschungsergebnisse vor und gab einen Ausblick für Deutschland im Bereich Klimaschutz und Erdbeobachtung. Die Allianz der rund 140 internationalen Wissenschaftler ist weltweit einmalig – dank ihrer interdisziplinären Zusammensetzung und ihres umfassenden Forschungsspektrums. Der Einladung von EDA folgten mehr als 100 hochrangige Vertreter aus Politik, Industrie und Wissenschaft.

Informationslücken schließen

Die Erde ist ein dynamisches und hochkomplexes Ökosystem – ihre vielfältige Austauschprozesse sind auch heute noch nicht gänzlich verstanden. Die vorgeschlagene Satellitenmission Tandem-L soll keine Rohdaten, sondern bereits veredelte Informationsprodukte liefern, die für wissenschaftliche Prognosen zum Klimawandel dringend notwendig, aber bisher nicht verfügbar sind. Nutzer können die fertigen Satellitenprodukte dann direkt in ihre Vorhersagemodelle integrieren. Dazu gehören etwa die globale Vermessung von Wäldern im Jahresverlauf zur Bestimmung der Biomasse, die Analyse von Gletscherbewegungen oder die Überwachung regionaler Wasserressourcen.

Insgesamt 24 einzigartige Produkte haben die EDA-Wissenschaftler erarbeitet und die Algorithmen zur Bestimmung der verschiedenen Parameter der Bio-, Geo-, Kryo- und Hydrosphäre entwickelt. Eine Leistung, die nur durch die Verknüpfung der Expertise von Radar-Fernerkundungsspezialisten, von Naturwissenschaftlern und Modellierern in der Allianz erreicht werden konnte.

"Bei der Entwicklung der Informationsprodukte wollten wir gleich Verbindungen zwischen den verschiedenen Erdsystemen bilden, anstatt uns nur einzeln auf die Bereiche zu konzentrieren. Ich freue mich, dass wir diese Herausforderung gemeistert haben. Wir konnten in den letzten fünf Jahren nicht nur Satellitenprodukte definieren und entwickeln, sondern auch eine gemeinsame Sprache finden. Die Anforderungen der Anderen verstehen zu lernen hat zum Erfolg der Allianz entscheidend beigetragen", erklärt Prof. Dr. Irena Hajnsek, wissenschaftliche Koordinatorin der Helmholtz-Allianz EDA, von der ETH Zürich und dem DLR-Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme.

Ausblick Tandem-L

Die Forschungsallianz rund um das DLR bereitet damit den Weg für eine neue Generation von Satelliten und Sensoren – mit der Fähigkeit, die Erdoberfläche in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung dreidimensional abzubilden und Strukturen tomographisch zu erfassen. Die Bildgebungstechnologie der Tandem-L-Mission soll neue Maßstäbe in der Erdbeobachtung setzen und damit einen wirkungsvollen Beitrag zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen leisten – national wie auch international.

"Es ist zu erwarten, dass Tandem-L zu innovativen Geoinformationsprodukten und Dienstleistungen führt, die das Fundament für künftige nationale und internationale Beobachtungen sowie die kontinuierliche Überwachung des Erdsystems und dessen Veränderungen legen werden. Mit dieser Vision arbeiten wir seit Beginn unserer Allianz und wollen in den nächsten Jahren mit großer Begeisterung und viel Innovationskraft einen entscheidenden Beitrag zu ihrer Verwirklichung leisten", so Prof. Dr. Alberto Moreira, Direktor des DLR-Instituts für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme und Principal Investigator der Helmholtz-Allianz EDA.

Der Wissenschaftsrat stellte Tandem-L im Juli 2017 eine positive Bewertung aus und hob in seinem Gutachten hervor, dass der Hightech-Standort Deutschland durch die innovative Technologieplattform substanziell gestärkt würde. Derzeit findet die forschungspolitische Bewertung des Missionsvorschlags statt. Die Entscheidung bezüglich der Realisierung von Tandem-L wird voraussichtlich im März 2018 bekanntgegeben.

Über die Allianz

Die Helmholtz-Allianz "Fernerkundung und Dynamik des Erdsystems" (EDA) wurde 2012 gegründet und ist eine Forschungsallianz mit 140 interdisziplinären Wissenschaftlern aus acht Helmholtz-Zentren, acht Universitäten, drei außeruniversitären Forschungsinstituten, einer Bundesforschungsanstalt sowie zwei internationalen Organisationen. Die Koordination und Projektleitung der Helmholtz-Allianz wird vom Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen durchgeführt. 

Zuletzt geändert am:
27.11.2017 18:52:14 Uhr

Kontakte

 

Bernadette Jung
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Politikbeziehungen und Kommunikation: Oberpfaffenhofen, Weilheim, Augsburg

Tel.: +49 8153 28-2251

Fax: +49 8153 28-1243
Prof. Dr.-Ing. Alberto Moreira
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Direktor des Instituts für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme

Tel.: +49 8153 28-2306

Fax: +49 228 447-747
Prof. Irena Hajnsek
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme, Wissenschaftliche Koordinatorin

Tel.: +49 8153 28-2362