Klimaschutz im Verkehr: Forschungsprojekt legt Potenziale bis 2030 offen

Freitag, 9. November 2012

Bis 2030 kann der Verkehrssektor seine Treibhausgasemissionen um 37 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Das entspricht etwa 84 Millionen Tonnen Treibhausgas-Äquivalenten. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsprojekt Renewbility II, an dem das Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Öko-Institut und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung gemeinsam arbeiten. Gefördert wurde das Projekt vom Umweltbundesamt sowie dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Diese Prognose kann freilich nur erreicht werden, wenn auch alle im Klimaszenario enthaltenen Maßnahmen umgesetzt werden. Zu den wichtigsten klimaschonenden Maßnahmen gehören der Einsatz effizienterer Fahrzeuge, die Verlagerung auf energieeffiziente Verkehrsmittel, die Optimierung von Transportketten sowie der Einsatz von alternativen Kraftstoffen.

Klimaschutzpotenziale im Personen- und Güterverkehr

Die Szenarioanalysen zeigen aber auch deutliche Unterschiede der Klimaschutzpotenziale von Personen- und Güterverkehr: Im Personenverkehr können die Treibhausgasemissionen bis 2030 nahezu halbiert werden. Dagegen erreicht der Güterverkehr im selben Zeitraum lediglich eine Minderung um knapp 17 Prozent, wobei aber die spezifischen Emissionen pro transportierter Tonne um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Rita Cyganski, Projektleiterin im DLR-Institut für Verkehrsforschung, kennt die Hauptursache für diese Diskrepanz: "Die Verkehrsleistung beider Teilsektoren entwickelt sich sehr unterschiedlich. Während sie im Personenverkehr bis 2030 wieder nahezu auf das Niveau von 2005 sinkt, steigt das Verkehrsaufkommen im Güterverkehr auch im Klimaschutzszenario bis 2030 noch weiter drastisch an." Dennoch kann auch der Güterverkehr mit Transporten über die Schiene, effizienteren Fahrzeugen und dem Einsatz alternativer Kraftstoffe den Treibhausgasausstoß reduzieren.

Die Verringerung der Treibhausgasemissionen im Verkehr ist ein Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung. "Eine entsprechende Entwicklung setzt allerdings eine ambitionierte Maßnahmenausgestaltung voraus, die sich nicht auf technische Effizienzsteigerung beschränkt, sondern auch die Verkehrsverlagerung im Güter- und Personenverkehr fördert", erläutert Florian Hacker, Projektleiter am Öko-Institut, die Erkenntnisse des Forschungsteams.

Klimaschutz und volkswirtschaftliche Effekte

Neben der Minderung von Treibhausgasemissionen hat Klimaschutz im Verkehr auch positive volkswirtschaftliche Effekte. "Die Hersteller effizienter Fahrzeuge erhöhen ihre Wertschöpfung und die Importe fossiler Energieträger sinken", sagt Wolfgang Schade, Projektverantwortlicher am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung.
 

Zum Forschungsprojekt Renewbility II

Das Projekt ist eine Weiterentwicklung des Verbundvorhabens "Renewbility-Stoffstromanalyse nachhaltige Mobilität im Kontext erneuerbarer Energien bis 2030" (Renewbility I). Darauf aufbauend wurde im Zeitraum von 2010 bis 2012 ein integratives Analyseinstrumentarium entwickelt, das Maßnahmen und Wirkungen einer zukünftigen nachhaltigen Verkehrspolitik abbildet und auf Grundlage unterschiedlicher Entwicklungen den möglichen Klimaschutzbeitrag des Verkehrs quantifiziert.

In Renewbility II wurden ebenfalls Vertreterinnen und Vertreter der Automobil-, Bahn-, Energie- und Logistikbranche sowie von Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden in den Prozess der Modellweiterentwicklung und die Szenariogestaltung eingebunden.

Zuletzt geändert am: 20.11.2012 11:33:26 Uhr

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Kontakte

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Fax: +49 30 67055-8639
Markus Mehlin
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Verkehrsforschung, Leiter Abteilung Personenverkehr

Tel.: +49 30 67055-211

Forschungsprojekt Renewbility II

Forschungsprojekt Renewbility II

Bis 2030 kann der Verkehrssektor seine Treibhausgasemissionen um 37 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Die Verringerung der Treibhausgasemissionen im Verkehr ist ein Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung.

Links

  • Projektwebsite Renewbility
    (http://www.renewbility.de/)
  • Projektpartner: Öko-Institut
    (http://www.oeko.de/aktuelles/dok/544.php)
  • Projektpartner: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung
    (http://www.isi.fraunhofer.de/isi-de/index.php)
  • DLR-Institut für Verkehrsforschung
    (http://www.dlr.de/vf)