Freier Zugang zu Wissen: Open Access im DLR

Mittwoch, 16. Oktober 2013

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  • Beispiel für frei verfügbare Daten des WDC

    Beobachtung des atmosphärischen Ozons - ein Beispiel für frei verfügbare Daten des vom DLR betriebenen World Data Center for Remote Sensing of the Atmosphere (WDC-RSAT). Für die vollständige Version des Bildes bitte auf 'Download' klicken.

Von Marco Trovatello

Vom 21. bis 27. Oktober 2013 findet die International Open Access Week statt. Zahlreiche, weltweit stattfindende Veranstaltungen und Aktionen an Universitäten, Bibliotheken, Forschungszentren und Regierungseinrichtungen sollen Nutzen und Vorteile von Open Access, dem freien Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen, verdeutlichen sowie Erfahrung, Inspiration und Partizipation fördern. "Dazu beitragen, dass Open Access ein Standard in Wissenschaft und Forschung wird" – so lautet eine der Devisen. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt sich mit verschiedenen Aktivitäten.

Unter Open Access versteht man den entgeltfreien Zugang zu wissenschaftlichen Dokumenten im Internet. Ziele sind die maximale Verbreitung und die schnelle Verfügbarkeit wissenschaftlicher Information. Vorteile wie größere Sichtbarkeit und Zitierhäufigkeit von Publikationen sowie gute Auffindbarkeit durch Suchmaschinen liegen auf der Hand. Doch es gibt weitere stichhaltige Punkte, die für eine Umsetzung von Open Access in der Wissenschaft sprechen.

Nach Auffassung der Experten von Open-Access.net, einem gemeinsamen Projekt der Freien Universität Berlin und der Universitäten Bielefeld, Konstanz und Göttingen, geht es auch um die Internationalisierung der Wissenschaft, die Förderung der Forschungseffizienz durch zeitnahe Diskussion von Forschungsergebnissen sowie "die Verfügbarkeit von Forschungsergebnissen für anwendungsorientierte Zielgruppen und die Öffentlichkeit". Bildung und Innovation als Schlüsselelemente unserer Gesellschaft also.

"Den häufig geäußerten Bedenken, dass andere das mühsam Erforschte verwenden, kann man folgenden Grundsatz entgegenhalten: Wenn jemand auf der Grundlage meiner Arbeiten etwas Relevantes entwickelt, dann sind meine Überlegungen in bester Weise bestätigt", ist Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, überzeugt.

Dr. Jutta Graf, Leiterin Wissenschaftliche Information und Open Access-Beauftragte des DLR, sieht das DLR auf dem richtigen Weg: "Einem Beschluss der DLR-Aufsichtsgremien folgend haben wir bereits im Jahr 2006 ELIB eingeführt – eine öffentliche Datenbank, in die jede wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. jeder Mitarbeiter seine Publikationen - vertrauliche Berichte sind natürlich ausgeschlossen - einstellen muss“, erklärt Graf. Eine DLR-interne Publikationsrichtlinie legt dies fest.

Nicht nur bibliothekarische Einträge, sondern auch Volltexte sollen in ELIB frei und öffentlich zugänglich gemacht werden. "Bis jetzt gibt es 71.000 Einträge in ELIB, davon stammen 852 aus Veröffentlichungen in Open Access-Journalen, 20 Prozent sind als Volltexte hinterlegt", fasst Dr. Jutta Graf den aktuellen Status zusammen. Ein wichtiger Schritt in puncto freie Verfügbarkeit von DLR-Forschungsergebnissen.

Ein weiterer Bestandteil der Open Access-Strategie des DLR ist die Beteiligung am Helmholtz Open Access Koordinationsbüro. Es unterstützt alle Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft bei der Umsetzung von Open Access und wird durch einen Arbeitskreis, zu dem auch Dr. Jutta Graf gehört, gesteuert.

Dr. Paul Schultze-Motel vom Koordinationsbüro fasst dessen Rolle so zusammen: "Wir sind sozusagen der ausführende Arm des Arbeitskreises, unterstützen und beraten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Helmholtz-Zentren bei der praktischen Umsetzung von Open Access zu Publikationen und beim Zugang zu Forschungsdaten". Gleichermaßen erfüllt das Büro aber auch Querschnittsaufgaben auf dem Weg zu Open Science, also dem Ziel, Wissenschaft, Forschungsergebnisse und -daten einer breiten Öffentlichkeit einfacher zugänglich zu machen. "Dies kommt allen Helmholtz-Zentren und damit natürlich auch dem DLR zugute", so Schultze-Motel weiter.

Auftretenden Problemen - beispielsweise den im Rahmen des so genannten "Stings“ des Wissenschaftsjounalisten John Bohannon aufgezeigten, begegnet das DLR schon seit längerem. Einige Open Access Journale haben nur unzureichende oder gar kein funktionierendes Begutachtungsverfahren und sind allein darauf bedacht, möglichst viele Artikel zu veröffentlichen und damit maximalen Profit zu erwirtschaften. Das DLR führt alle seriös arbeitenden Journale in einer ständig aktualisierten Liste, die Bestandteil der Publikationsrichtlinie ist.

Weiterhin sind Open Data und Open Science strategische Themen für das DLR. "Mit öffentlichen Geldern finanzierte Forschungsergebnisse und Daten sollten – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung gestellt werden“, führt Dr. Jutta Graf aus. Im Rahmen einer Bestandsaufnahme prüft sie derzeit, welche Daten der DLR-Institute und Einrichtungen dafür in Betracht kommen.

Bereits seit gut zehn Jahren geht das vom Earth Observation Center des DLR betriebene World Data Center for Remote Sensing of the Atmosphere mit gutem Beispiel voran: Das Webportal bietet, ganz im Sinne von Open Science, freien Zugang zu einer ständig wachsenden Menge von Satellitendaten - zur Ozonschicht bzw. Spurengasen, Wolkendynamik, Wetter und vielem mehr. Auch die Daten der ESA-Mission Mars Express, an der das DLR mit der High Resolution Stereo Camera HRSC einen wichtigen Anteil hat, sind nach einer Sperrfrist von sechs Monaten frei verfügbar.

Ferner geht die Wissenschaftskommunikation des DLR seit einigen Jahren neue, "offene" Wege: Für Fotografien ebenso wie Bewegtbilder, an denen das DLR alle Rechte besitzt, werden bereits seit einigen Jahren freie Creative Commons-Lizenzen genutzt.

Zuletzt geändert am:
16.10.2013 10:10:23 Uhr

Kontakte

 

Marco Trovatello
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Abteilungsleiter Crossmedia

Tel.: +49 2203 601-2164

Fax: +49 2203 601-3249
Dr. Jutta Graf
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Leitung Wissenschaftliche Information

Tel.: +49 8153 28-1400

Fax: +49 8153 28-1243