Digitalkamera auf einer Schilderbrücke der Mess- und Versuchsstrecke des DLR
Mit seiner Mess- und Versuchsstrecke am Ernst-Ruska-Ufer in Berlin-Adlershof bietet das DLR die ideale Umgebung, um beispielsweise die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Sensoren an Ampeln und in Straßen zu entwickeln und unter realen Bedingungen zu testen.
Quelle: DLR/Markus Steur..
Leitstand-Simulator ACCES
ACCES (Airport and Control Center Simulator) ist die Simulationsumgebung des DLR für einen Flughafenleitstand.
Quelle: DLR (CC-BY 3.0).
Traffic Tower
Der Traffic Tower ist die virtuelle Verkehrsmanagement-Zentrale des DLR. Ob Verkehrsmonitoring bei Großveranstaltungen oder Evaluation von Verkehrssteuerungsalgorithmen, der Traffic Tower unterstützt die Forschung des DLR durch die virtuelle Nachbildung von Straßenverkehr und Verkehrssteuerungsanlagen.
Quelle: DLR/Markus Steur.
Eine kontinuierlich steigende Verkehrsnachfrage und knappe Infrastrukturen bilden den Rahmen für die zentralen Herausforderungen des Verkehrsmanagements: Mobilität für Personen und Güter sichern sowie Umwelt und Ressourcen schonen. Das grundlegende Ziel dieses Forschungsgebietes ist es daher, durch innovative Verkehrsmanagementansätze Effektivität und Effizienz der Infrastrukturnutzung zu verbessern und zugleich Umweltbelastungen zu reduzieren. Dabei werden sowohl der Straßen- und Schienenverkehr als auch der intermodale Verkehrsknoten Flughafen betrachtet. Einen spezifischen Anwendungsbezug haben die Untersuchungen zum Verkehrsmanagement bei Großereignissen und Katastrophen. Hier werden Lösungsansätze zur Unterstützung von Polizei und anderen Einsatzkräften erarbeitet.
Straßenverkehrsmanagement
Die Arbeiten dieses Forschungsthemas tragen zur Optimierung der Verkehrsflüsse bei. Um das Straßenverkehrsmanagement methodisch zu verbessern und weiter zu entwickeln, wird an Verfahren zur möglichst umfassenden Verkehrslageerfassung gearbeitet. Gesucht wird insbesondere nach besseren Erhebungs- und Auswerteverfahren. Die Methoden der Verkehrsbeeinflussung werden unter Beachtung kollektiver wie auch individueller Steuerungen weiter entwickelt. Konkrete Anforderungen für eine erweiterte Verkehrslageerfassung, die beispielsweise auch Rückschlüsse auf Reisezeiten oder Energieverbrauch zulässt, werden definiert und Güte sowie Rechenzeit von Straßenverkehrssimulationen werden verbessert.
Schienenverkehrsmanagement
Um die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs zu steigern, arbeiten die DLR-Verkehrsforscher an modernsten Technologien, Methoden und Konzepten zur betrieblichen, technischen und wirtschaftlichen Optimierung des Bahnsystems. Ein zentraler Aspekt sind dabei die auf eine europäische Harmonisierung des Bahnverkehrs ausgerichteten Arbeiten zur Leit- und Sicherungstechnik mit dem Schwerpunkt Interoperabilität. Zur Kostenreduktion und zur Optimierung von Migrationsprozessen für neue technische Lösungen wird an der Verbesserung des Life Cycle Managements gearbeitet. Durch innovative Konzepte wird die Entwicklung neuer, kostengünstiger Leit- und Sicherungstechnik vorangetrieben. Dabei stehen sichere, fahrzeugautarke Ortung sowie ein System zur Kollisionsvermeidung von Zügen im Fokus der Forschung. Um die Implementierung des European Train Control Systems zu unterstützen, arbeiten die DLR-Wissenschaftler an der Optimierung des Validations- und Zulassungsprozesses von Zugbeeinflussungssystemen. Zentrales Infrastrukturelement hierfür ist das Eisenbahnsimulations-Labor RailSiTe® mit den Komponenten Zugbeeinflussung, Stellwerk und Lokführerstand. Neben methodischen Fragen der Sicherheit werden aber auch die technische Sicherheit und der Einfluss des Menschen auf die betriebliche Sicherheit untersucht. Durch die integrierte Betrachtung der betrieblichen Sicherheitsaspekte im europäischen Kontext werden neue Möglichkeiten zur Umsetzung eines sicheren Eisenbahnbetriebs aufgezeigt. Zugleich wird die Fehlerquelle Mensch analysiert und es werden Instrumente zur Fehlerreduktion bzw. -vermeidung entwickelt.
Flughafenmanagement
Die Ziele des Forschungsthemas Flughafenmanagement leiten sich aus der Vision 2020 des Advisory Council for Aeronautics Research in Europe (ACARE) ab. Sie beinhalten eine deutliche Verminderung der Umweltbelastungen durch Kohlendioxid, Stickoxide und Lärmemissionen, eine Pünktlichkeitsrate von 99 Prozent, verkürzte Passagierabfertigungszeiten und hohe Sicherheitsstandards. Daher stehen hier Forschungsarbeiten zur Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Terminalmanagements als wesentlichem Bestandteil eines Land- und Luftseite integrierenden, ganzheitlichen Flughafenmanagements im Vordergrund. Zudem sollen mit Hilfe neuer Prozessstrukturen eine gezielte Führung von Passagieren im Flughafenbereich ermöglicht und die Entwicklung effizienter Sicherheitskontrollen für Passagier, Gepäck und Fracht unter Einsatz neuer Technologien beschleunigt werden. Um dies zu erreichen, wird auch an einer Anpassung der Abfertigungsprozesse gearbeitet und die intermodalen Verkehrsanbindungen werden optimiert.
Verkehrsmanagement bei Großereignissen und Katastrophen
Ein gravierendes Hemmnis bei Großereignissen und Katastrophen ist die gesetzlich vorgegebene Aufgabenteilung der involvierten Einsatzkräfte. Damit dennoch ein effizientes und zielgerichtetes Verkehrsmanagement möglich wird, soll ein zuverlässiges System zur vernetzten Entscheidungsfindung für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie Verkehrsbehörden geschaffen werden. Hierzu werden auf Basis aktueller Verkehrsinformationen und Prognosen Situationsbewertungen vorgenommen und Entscheidungsoptionen mit Hilfe eines integrierten Management- und Visualisierungstools aufgezeigt. Die hierzu notwendigen Daten werden in Echtzeit durch ein luftgestütztes Verkehrs- und Infrastrukturmonitoring mit optischer sowie radargestützter Sensorik gewonnen. Das bereits existierende Radarsystem F-SAR wird hierzu um eine Datenvorverarbeitung in Quasi-Echtzeit und eine Downlink-Fähigkeit erweitert, ein leichtes Kompaktradar wird neu entwickelt.
Zuletzt geändert am:04.07.2011 11:54:48 Uhr