Verkehr

Strategische Partnerschaften, Kooperation und Wettbewerb

Die DLR-Verkehrsforscher sind offen für die strategische Zusammenarbeit mit exzellenten Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie führenden Unternehmen. Denn nach unserer Überzeugung ermöglichen erst die Bündelung wissenschaftlicher Kräfte und die gemeinsame Nutzung von Großanlagen eine umfassende Bearbeitung der großen und komplexen Herausforderungen unserer Zeit. Nur im Verbund können Standortvorteile im globalen Wettbewerb erzielt werden. Dennoch gibt es über unsere vielfältigen Kooperationen hinaus auch ein Spannungsverhältnis, das gekennzeichnet ist durch einen Wettbewerb um die innovativsten Themen, die besten Köpfe sowie industrielle und öffentliche Drittmittel.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Die Verkehrsinstitute der Hochschulen bilden eine wesentliche Säule der Verkehrsforschung in Deutschland und im europäischen Ausland. Öffentlich oder privat getragene Forschungseinrichtungen ergänzen das Angebot. Wir sind bestrebt, nicht als Wettbewerber zu diesen Instituten aufzutreten, sondern komplementär und großforschungsspezifisch zu agieren. So wollen wir einen konkreten Mehrwert für die deutsche Verkehrsforschung schaffen, um gemeinsam mit unseren Partnern auf nationaler und europäischer Ebene mehr erreichen zu können.

Unsere Institutsdirektoren und wissenschaftlichen Führungskräfte berufen wir gemeinsam mit führenden Hochschulen. Dies gewährleistet eine enge Zusammenarbeit in Forschung und Lehre sowie den Zugang zu sehr gut ausgebildetem wissenschaftlichen Nachwuchs. Herausragende Vertreter von Hochschulen und Forschungseinrichtungen bringen sich unmittelbar in die Diskussionen über unsere Aktivitäten ein, sei es als gewählte Mitglieder der DLR-Aufsichtsgremien, als beratende Kollegen in den Beiräten unserer Institute und Projekte oder als Gutachter bei Evaluationen unserer Forschung.

Besonders enge Kooperationen mit Hochschulpartnern leben wir im Rahmen der von der Helmholtz-Gemeinschaft geförderten Virtuellen Institute. Mit den bislang vier im Helmholtz-weiten Wettbewerb akquirierten Virtuellen Instituten Humane Automation, Sicherheitskritische Automobilsysteme, Verkehrsanalysen sowie Flughafenplanung und -management waren wir weit überproportional erfolgreich. Darüber hinaus hat das Programm Verkehr mit Vorschlägen für mehrere Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppen überzeugt. So bot etwa die Ende 2010 erfolgreich abgeschlossene Nachwuchsgruppe SeaKLIM einer in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählten Post-Doktorandin die Chance, fünf Jahre lang eine Forschergruppe sowohl an der Universität Bremen als auch im DLR zu führen und zugleich umfangreiche Lehrerfahrungen zu sammeln. Gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin haben wir zudem in 2010 die Helmholtz Research School on Security Technologies etabliert. Mit Unterstützung aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft erhalten 22 hochbegabte Doktoranden aus dem In- und Ausland eine dreijährige fachliche Ausbildung sowie ein berufsqualifizierendes und persönlichkeitsbildendes Training.

Doch nicht nur mit externen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft haben wir die Zusammenarbeit weiter intensiviert, sondern auch mit anderen Forschungsbereichen der Helmholtz-Gemeinschaft: Energie, Erde und Umwelt sowie Schlüsseltechnologien stehen hier im Fokus. Auf Seiten der Helmholtz-Zentren sind unsere wichtigsten Partner das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Forschungszentrum Jülich (FZJ) und das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG). Zudem prüfen wir, inwieweit eine Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum München (HZM) zu den epidemiologischen Wirkungen von Verkehr zielführend sein kann.

Wirtschaft

Mobilität an sich ist eine wesentliche Voraussetzung für die positive Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft. Aber auch die Unternehmen der Verkehrswirtschaft, zu denen neben den großen Automobil- und Schienenfahrzeugherstellern sowie Systemhäusern eine Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen zählen, stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor mit erheblicher Wertschöpfung dar.

Alle deutschen Automobilhersteller verfügen über große eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Wir unterhalten enge Verbindungen zu diesen Abteilungen, was sich in einer Vielzahl konkreter Kooperationen und Projekte mit Systemfirmen wie mit Zulieferunternehmen manifestiert. Auch die deutsche Bahnindustrie wird geprägt von mittelständischen Zulieferern und weltweit tätigen Konzernen, deren Portfolio sich von Schienenfahrzeugen bis zu schlüsselfertigen Bahnsystemen erstreckt. Wir sind eng mit ihnen und führenden Bahnbetreibern abgestimmt. Beim Straßen-, Schienen- und Seeverkehrsmanagement sowie beim Flughafenmanagement kooperieren wir ebenfalls mit maßgeblichen Akteuren auf der Hersteller- und Betreiberseite.

Wir sind bestrebt, Umfang und Intensität unserer Beziehungen zu Industrieunternehmen durch strategische Vereinbarungen auszubauen. Dazu gehört auch die Berufung von Industrievertretern in die Aufsichtsgremien des DLR, in Instituts- und Projektbeiräte sowie ihre Einbindung in externe Evaluationen. Wo sich unsere eigenen Entwicklungen der Marktreife nähern, fördern wir Ausgründungen von Mitarbeitern oder verwerten Patente und Lizenzen kommerziell durch Partnerschaften mit bestehenden Unternehmen. Wir schaffen damit zusätzliche Arbeitsplätze im Hochtechnologiebereich.

Technologieplattformen und Verbände

Technologieplattformen und Verbände sind Vertreter und Multiplikatoren der Interessen ihrer Mitglieder. Sie bieten zugleich wichtige fachliche und strategische Diskussionsforen, vielgestaltige Kontaktflächen und hochwertige Informationsbörsen. Wir engagieren uns daher aktiv in den für uns relevanten Organisationen auf nationaler und europäischer Ebene, von denen wir nachfolgend einige stellvertretend vorstellen.

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) ist die Stimme der Technikwissenschaften im In- und Ausland. Wir stellen in acatech den Stellvertretenden Sprecher des Themennetzwerks Mobilität. Die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (DVWG) ist eine neutrale Plattform für den Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen Theorie und Praxis der Verkehrsentwicklung. Als Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer gestalten wir maßgeblich die Arbeit der Bezirksvereinigung Rheinland. Das Deutsche Verkehrsforum (DVF), eine Vereinigung von über 160 deutschen und europäischen Unternehmen, fördert Initiativen, Ideen und Impulse für eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in Deutschland und Europa. Wir sind in einer Reihe von Lenkungskreisen des Verkehrsforums vertreten.

Die European Conference of Transport Research Institutes (ECTRI) ist der Zusammenschluss von 26 führenden Verkehrsforschungseinrichtungen Europas. Wir sind Mit-Initiator und Gründungsmitglied von ECTRI. Nach vielen Jahren in direkter Führungsverantwortung leiten wir derzeit die Strategy Task Force und sind in einer Reihe von thematischen Arbeitsgruppen engagiert. Zudem sind wir Partner von ERTICO – ITS Europe. Mehr als 100 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Administration fördern und unterstützen die Umsetzung von intelligenten Verkehrssystemen und Diensten im europäischen Raum. Als gewähltes Mitglied des Strategy Committee bestimmen wir maßgeblich die künftige Ausrichtung von ERTICO mit. Das DLR ist ferner Mitglied der Association for European Transport (AET), in der 350 Mitglieder ein breites Netzwerk in Forschung, Wirtschaft und Administration bilden. Die AET richtet außerdem die bedeutende europäische Verkehrskonferenz ETC aus.

Wir stellen darüber hinaus den nationalen Vertreter für die Technologieplattform des Schienenverkehrs, das European Rail Research Advisory Council (ERRAC). Auch in das European Road Transport Research Advisory Council (ERTRAC), die Technologieplattform für den Straßenverkehr, bringt sich das DLR-Programm Verkehr inhaltlich gestaltend ein. Im Verbund mit führenden Forschungsorganisationen waren wir beteiligt an der Etablierung der European Transport Research Alliance (ETRA) im September 2012. Die Forschungsallianz ist ein Austauschforum, das die Entstehung eines Europäischen Forschungsraums im Verkehr (ERA-T) begleitet und unterstützt.

Auf Einladung des US-amerikanischen Transportation Research Board (TRB) nehmen wir teil am TRB International Committee, das zum einen die internationale Perspektive der Herausforderungen im Verkehr, zum anderen die internationale Vernetzung im Blick hat. Im TRB Conduct of Research Committee beschäftigen wir uns mit der Steigerung von Qualität und Effektivität der Verkehrsforschung durch geeignete Planungs- und Managementprozesse.

Überdies sind wir in weiteren Plattformen und einer Vielzahl von Fachverbänden auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene aktiv. Wir engagieren uns auch in einschlägigen Komitees und Gremien zur Erarbeitung von Normen und Standards.

Zuletzt geändert am:
09.10.2013 14:52:47 Uhr