Discus-2c DLR

Der Discus 2c-DLR bedeutet in nahezu jeder Hinsicht eine neue Generation von Forschungsflugzeug für den Segelflug. Schrittweise tritt er die Nachfolge des Referenzsegelflugzeugs DG-300-17 an. Schon die Strukturbauweise zeigt den Fortschritt: So ist der Discus aus dem heutzutage üblichen kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) gefertigt, hingegen besteht die Struktur der DG noch aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK).

Um als Referenzflugzeug für die Leistungsbewertung neuer Segelflugzeugmuster dienen zu können, wird auch die Flugleistung des Discus in Form seiner Gleitflugpolare, genauestens vermessen. Gerade im Schnellflugbereich sind diese Polare deutlich flacher und somit für den Vergleich moderner Hochleistungssegelflugzeuge bestens geeignet.

Besonders zeichnet den Discus 2c-DLR der umfangreiche Stauraum für Messelektronik aus. So ist in der Rumpfröhre ein großer, von außen zugänglicher, Kasten integriert, der Platz für Sensoren, GPS-Empfänger und Messanlagen bietet. Schon bei der Beschaffung des Flugzeugs wurde, in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig, die Messsensorik des Discus geplant und während der Bauphase, in die noch offenen Strukturschalen, eingeklebt. So sind im Rumpf und Flügel ein gutes Dutzend Dehnmessstreifen verbaut, um die Belastungen bei verschiedenen Flugzuständen messen zu können. Außerdem sind im rechten Flügel sogenannte Faser-Bragg-Gitter mit Glasfasern entlang des Holms eingebracht worden, mit denen sich die Durchbiegung des Flügels sehr genau messen lässt.

Die sichtbarste bauliche Veränderung im Vergleich zum Serienflugzeug ist der Nasenmast. Dieser ist mit einer sogenannten 5-Loch-Sonde ausgestattet, mit der sich die Anströmwinkel sehr präzise bestimmen lassen. Durch weitere Modifikationen, wie Außenlastpunkte, Cockpitdisplay, DGPS-System und Datenlogger ist das Flugzeug optimal als modulare Messplattform für verschiedene Forschungsvorhaben vorbereitet. In  Zukunft werden neben der Flugleistungsvermessung auch Themen der Aeroelastik, Parameteridentifizierung im Flug oder Fragen zur Schnittstelle Mensch-Maschine erforscht.

Technische Daten Discus-2c DLR
Länge: 6,8 Meter (plus Nasenmast)
Höhe: 1,3 Meter
Spannweite: 18 Meter
Gesamtgewicht: 565 Kilogramm
Wasserbalast: 208 Liter
Flächenbelastung: maximal 52 Kilogramm pro Quadratmeter
Beste Gleitzahl: (noch zu vermessen)
Fahrwerk: Einziehbares gefedertes Fahrwerk
Maximale Geschwindigkeit: 280 Kilometer pro Stunde
Minimale Geschwindigkeit: 75 Kilometer pro Stunde
DLR-Flugbetrieb: Braunschweig

 

Zuletzt geändert am: 10.01.2014 11:11:50 Uhr

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Mess-Segelflugzeuge des DLR

Der neue Mess-Segelflieger Discus-2C DLR (oben) mit der Vorgängerin DG-300-17 im Vergleichsflug.

Discus-2C DLR hinter der Schleppmaschine des DLR

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Die Sensorsysteme im neuen DLR-Segelflieger sind variabel einbaubar. So können beispielsweise auch Fragen der Flugzeugelastizität untersucht werden.