Am 18. Mai 2011 besuchten der Bundespräsident Christian Wulff und der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister das Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stade. Das DLR forscht hier an Bauteilen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). CFK ist durch sein geringes Gewicht sowie seine Festigkeit ein ideales Material für den Flugzeugbau: Zukünftige Flugzeuge können durch den Werkstoff Treibstoff sparen und somit umweltfreundlicher sein.
"Ich freue mich sehr über den Besuch unseres Bundespräsidenten Christian Wulff sowie des niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister am DLR-Standort Stade. Mit dem ZLP hat das DLR seine Kompetenzen in der CFK-Forschung vervollständigt. Mit der Forschung hier am Standort leistet das DLR einen weiteren Beitrag, Flugzeuge der Zukunft umweltfreundlicher zu machen. Den ehrgeizigen Zielen der "Vision 2020" für die Luftfahrt kommen wir damit wieder einen Schritt näher", erklärte Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR. Die "Vision 2020" ist ein europäisches Strategiepapier, das unter anderem vorsieht, die Kosten des Luftverkehrs um 30 Prozent sowie die Kohlendioxid-Emissionen um 50 Prozent und die Stickoxid-Emissionen um 80 Prozent zu reduzieren.
CFK - idealer Werkstoff für den Flugzeugbau
Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff ist einer der modernsten Werkstoffe der Gegenwart: Er ist fester als Stahl und leichter als Aluminium - ein ideales Material für den Flugzeugbau. Leichte Flugzeuge sparen Treibstoff und damit Kosten, außerdem stoßen sie weniger Schadstoffe aus. Allerdings: Das Hochleistungsmaterial CFK ist derzeit noch vergleichsweise teuer und seine Produktion aufwändig. Als führende Einrichtung auf diesem Gebiet forscht das DLR seit vielen Jahren an einer effizienteren Herstellung von kohlenstofffaserverstärkten Strukturen. Wer die Leichtbauweise mit CFK beherrscht, hat im Wachstumssektor Luftfahrt einen klaren Wettbewerbsvorteil. Aktuelle Prognosen gehen von mehr als 25.000 neuen Flugzeugen in den nächsten 20 Jahren aus. Allein für den Flugzeughersteller Airbus bedeutet das einen jährlichen Bedarf in der CFK-Bearbeitung von mehr als einer Milliarde Euro.
ZLP an den Standorten Stade und Augsburg Das gesamte ZLP besteht aus zwei Standorten in Stade und Augsburg, geleitet von den DLR-Instituten für Faserverbundleichtbau und Adaptronik sowie Bauweisen und Konstruktionsforschung. Das DLR verfügt hiermit erstmals über die Möglichkeit, Forschungen entlang der Produktionskette zu betreiben und diese auf einem für industrielle Anwendungen relevantem Niveau abzubilden. Das Zusammenwirken der beiden Standorte im Rahmen der interdisziplinären Erforschung des Lufttransport-Systems weist dem DLR innerhalb des internationalen Vergleichs eine einmalige Rolle zu. Der Systemkompetenz im Verbund von Aerodynamik, Struktur und Systemen kommt für den Wettbewerb im Forschungsumfeld eine entscheidende Bedeutung zu.
Forschungszentrum CFK NORD
Das CFK NORD in Stade ist ein hochmodernes Forschungszentrum für die Produktion von Bauteilen aus CFK. Forschungseinrichtungen wie das DLR, Unternehmen und Hochschulen forschen am Standort Stade nach zukunftsfähigen Lösungen für die Verwendung von CFK in Luftfahrt, Automobilindustrie, Nutzfahrzeugbau, Schiffbau, Offshore-Technologie und anderen Bereichen.