Tag der Luft- und Raumfahrt: DLR zeigt Luftfahrtforschung für Morgen

Freitag, 30. August 2013

Ein Windkanal mit eisigen Temperaturen, Brennkammerprüfstände, in denen Turbinen der nächsten Generation ihr Feuer speien, das größte DLR-Forschungsflugzeug Airbus A320 ATRA: Das sind nur einige der High-Tech-Forschungsgroßgeräte, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 22. September 2013 am Hauptsitz in Köln zeigt. Der Tag der Luft- und Raumfahrt hat viel Luftfahrtforschung zu bieten: Fünf DLR-Institute zeigen ihre Arbeit für sparsame, leise und sichere Flugzeuge.

Triebwerke der Zukunft

In den Hochdruckbrennkammerprüfständen des DLR-Instituts für Antriebstechnik wird das Herz einer jeden Turbine, die Brennkammer, bis ins kleinste Detail getestet. Neue Brennkammertechnologien zünden hier das erste Mal. Dabei kommt nicht nur Kerosin zum Einsatz, sondern die Forscher erproben auch alternative Treibstoffe, etwa Wasserstoff. Zum Tag der Luft- und Raumfahrt öffnet eine der Testeinrichtungen, die schon einmal den Strombedarf einer Kleinstadt entwickeln kann, ihre Tore. Die DLR-Forscher arbeiten darüber hinaus in vielen Bereichen an leistungsfähigeren und leiseren Flugzeugtriebwerken. Im DLR-Institut für Werkstoff-Forschung werden beispielsweise Schutzschichten für Triebwerksschaufeln gezeigt.

Windkanäle: Eiskalt und schneller als der Schall

Bis zu minus 173 Grad Celsius kalt, ist es im Kryo-Kanal Köln, den die Forscher mit flüssigem Stickstoff kühlen. In den kältesten Windkanal Europas passen menschengroße Flugzeugmodelle, deren Aerodynamik durch die eiskalte Luft bei Geschwindigkeiten bis zu rund 500 Kilometer pro Stunde besonders gut untersucht werden kann. Noch rasanter geht es in den Windkanälen der Über- und Hyperschalltechnologie des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik zu: Dort forschen die Strömungstechniker an den Überschalljets von morgen und wie Raumfahrzeuge den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überstehen. Im großen Maßstab werden im Europäischen Transsonischen Windkanal (ETW) Luftfahrzeugkonzepte bei Geschwindigkeiten unterhalb der Schallmauer untersucht. Alle Windkanäle laden zum Schauen und Staunen ein.

Mit Tauchkammer in die Luft und QR-Codes durch den Flughafen

Auf Reiseflughöhe, 10.000 Meter über dem Meer, wird die Luft dünn. Selbst in der bedruckten Flugzeugkabine ist der Luftdruck nur etwas größer als auf der Zugspitze. Noch höher, bei geringerem Luftdruck, sind Überschalljet-Piloten unterwegs. Um die Auswirkungen der Druckverhältnisse im Flug auf den menschlichen Körper zu untersuchen, betreiben die Forscher des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin eine Druckkammer, die unter anderem im neuen Forschungszentrum des Instituts :envihab zu sehen ist. Außerdem werden viele weitere spannende Forschungsanlagen wie die neue DLR-Kurzarmzentrifuge sowie ein neuartiges Schlaflabor gezeigt.

Nur einen Steinwurf entfernt forscht das DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr daran, wie es am Flughafen noch schneller und einfacher durch das Labyrinth aus Check-In, Sicherheitskontrolle und Boarding geht. Dazu haben die Wissenschaftler eine App entwickelt, die mittels gut auffindbarer QR-Codes den Weg durch das Labyrinth erleichtert. Zum Tag der Luft- und Raumfahrt können die Besucher mittels der App und QR-Codes im Institut  navigieren.

DLR-Forschungsflotte und Flugzeugschau

Die Präsentation der DLR-Forschungsflotte ist ein Highlight des Tags der Luft- und Raumfahrt. Vier Typen der größten europäischen Flotte ziviler Forschungsflugzeuge und -hubschrauber sind auf dem Static Display zu sehen: darunter der größte DLR-Flugversuchsträger Airbus A320-ATRA (Advanced Technology and Research Aircraft), der "Vulcano Ash Hunter" Falcon 20E, der "Fliegende Hörsaal" Cessna 208B Gran Caravan sowie der leichte Mehrzweckhubschrauber BO-105.

Ein besonderes Highlight ist die Visite des Parabelfliegers A300 Zero-G. Ein Parabelflug ermöglicht durch steile Flugmanöver etwa 22-sekündige Sequenzen annähernder Schwerelosigkeit und wird vom DLR für Experimente der Schwerelosigkeitsforschung genutzt.

Daneben sind in der Ausstellung weitere spannende Fluggeräte zu Gast: Die Flugbereitschaft der Bundeswehr zeigt die Regierungsflugzeuge Airbus A319 CJ und Bombardier Global 5000. Ebenso sind eine C-160 Transall, ein Airbus A310 MRTT MedEvac (Medical Evacuation) sowie ein Eurofighter, ein Tornado und ein Transporthubschrauber vom Typ Sikorsky CH-53 GS zu sehen. UPS und FedEx präsentieren ihre Frachtflugzeuge Boeing 777F und Boeing 767-300. Airbus plant einen Überflug mit dem A400M.

Alle Programmhighlights, Fotos und Hintergrundinformationen finden Sie auch auf der DLR-Sonderseite zum Tag der Luft- und Raumfahrt 2013.

Zuletzt geändert am: 30.08.2013 11:04:19 Uhr

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Kontakte

Falk Dambowsky
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Redaktion Luftfahrt

Tel.: +49 2203 601-3959

Fax: +49 2203 601-3249

DLR-Forschungsflugzeug ATRA

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Das größte Flottenmitglied, der Airbus A320-232 "D-ATRA", ist seit Ende 2008 für das DLR im Einsatz.

Flugzeugausstellung am Tag der Luft- und Raumfahrt 2011

Flugzeugausstellung am Tag der Luft%2d und Raumfahrt 2011

Am Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 haben viele Besucher die DLR-Forschungsflotte und weitere Gastflugzeuge besucht. Im Hintergrund ist das Gebäude des Europäischen Transsonischen Windkanals (ETW) zu sehen.

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Im KKK (Kryo-Kanal-Köln) wurden schon Modelle des A380 untersucht - am Tag der Luft- und Raumfahrt bekommen die Besucher ein Alpha Jet Modell zu sehen.

Turbinenschaufeln mit Schutzschicht (rechts)

Turbinenschaufeln mit Schutzschicht (rechts)

Das DLR-Institut für Werkstoff-Forschung zeigt am Tag der Luft- und Raumfahrt 2013 unter anderem Turbinenschaufeln mit einer neuartigen Schutzschicht (rechts). Auf der linken Seite sind Turbinenschaufeln ohne Schutzschicht zum Vergleich dargestellt.

Infrastruktur des DLR-Instituts für Antriebstechnik

Infrastruktur des DLR%2dInstituts für Antriebstechnik

Durch Investitionen in die Infrastruktur des Standorts Köln werden nun im DLR-Institut für Antriebstechnik Untersuchungen in hohen Druckbereichen und Temperaturen ermöglicht, wie sie in den modernsten Triebwerken, wie z. B. der Trent-1000 Klasse, zum Einsatz kommen.

Forschungsanlage :envihab

Die Forschungsanlage :envihab: Zur Anlage gehören unter anderem eine Zentrifuge, ein Schlaflabor, ein MRT%2dGerät sowie eine Druckkammer. (Bild: DLR)

Die Forschungsanlage :envihab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ermöglicht Großstudien, bei denen unter anderem die Isolation während Langzeitmissionen simuliert werden kann. Zu der Anlage gehören auch eine Zentrifuge, ein MRT sowie ein Druckbereich, in dem Höhen von 5500 Meter simuliert werden können.

Links

  • Sonderseite: Tag der Luft- und Raumfahrt
    (http://www.tagderluftundraumfahrt.de/index.php)
  • DLR-Institut für Antriebstechnik
    (http://www.dlr.de/at/)
  • DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik
    (http://www.dlr.de/as)
  • DLR-Institut für Werkstoff-Forschung
    (http://www.dlr.de/wf)
  • DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr
    (http://www.dlr.de/fw)
  • DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
    (http://www.dlr.de/me)
  • European Transonic Windtunnel (ETW)
    (http://www.etw.de/)
  • DLR-Forschungsflotte
    (http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10203)