Raumfahrt

Die Erde hochgenau und in 3D

Staatssekretär Matthias Machnig würdigt TerraSAR-X-Erfolg

Freitag, 4. August 2017

Autoplay
Info an
Info aus
Informationen
Schließen
Vollbild
Normal
zurück
vor
{{index}}/{{count}}
Tipp:
<Escape>, um fullscreen zu beenden.
  • TerraSAR%2dX%2dJubiläum mit Staatssekretär Matthias Machnig in Berlin
    TerraSAR-X-Jubiläum mit Staatssekretär Matthias Machnig in Berlin

    Matthias Machnig (2. von rechts) würdigte im Rahmen einer Feierstunde in Berlin den Erfolg der deutschen Erdbeobachtungsmissionen TerraSAR-X und TanDEM-X. TerraSAR-X startete vor zehn Jahren ins All - als ein öffentlich-privates Partnerschaftsprojekt von DLR und Airbus. Mit im Bild (von links): Airbus-Vorstand Dr. Johannes von Thadden, Dr. Gerd Gruppe, Vorstand des DLR Raumfahrtmanagements, Prof. Alberto Moreira, Direktor des DLR Instituts für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme und Eckard Settelmeyer, Airbus-Direktor für Erdbeobachtung und Navigation.

  • TerraSAR%2dX_Berlin
    Aufnahme des TerraSAR-X-Radarsatelliten von Berlin

    TerraSAR-X-Aufnahme von Berlin aus dem Jahr 2014.

  • Russland westlich von Wolgograd %2d das erste TerraSAR%2dX%2dBild
    Das erste TerraSAR-X-Bild: Russland westlich von Wolgograd

    Das erste TerraSAR-X-Bild, welches das Verarbeitungssystem des DLR lieferte, zeigt eine Region in der südrussischen Steppe etwa 500 Kilometer nordöstlich des schwarzen Meeres und circa 50 Kilometer westlich von Wolgograd.

  • 10 Jahre TerraSAR-X: Staatssekretär Matthias Machnig würdigt wissenschaftlichen und industriepolitischen Erfolg der weltweit einzigartigen Erdbeobachtungsmission.
  • Deutschland ist mit TerraSAR-X und seinem Zwillingssatelliten TanDEM-X international führend in der radargestützten Fernerkundung.
  • Big Data: Mehr als 2200 Wissenschaftler aus über 70 Ländern nutzen umfangreichen Datenschatz des globalen digitalen Höhenmodells der Erde.
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Digitalisierung, Big Data, Erdbeobachtung, Umwelt- und Klimaforschung

Konzipiert war er für fünf Jahre Einsatz im Weltall, der Radarsatellit TerraSAR-X (SAR - Synthetic Aperture Radar) liefert aber seit mehr als zehn Jahren - Start war am 15. Juni 2007 - zuverlässig Radarbilder mit hoher Auflösung und großflächiger Abdeckung; unabhängig von Wetter- und Lichtbedingungen. In Berlin feierten jetzt die Partner des Satellitenprojekts, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Airbus, im Beisein von Matthias Machnig, zuständigem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), die weltweit einzigartige und überaus erfolgreiche Mission.

Die Partner erläuterten vor Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Medien Ergebnisse, nannten Nutzungsbeispiele und blickten voraus, wie die Spitzenposition, die sich die deutsche, satellitengestützte Radar-Fernerkundung am Weltmarkt erarbeitet hat, gesichert werden kann.

"Digitalisierung ist einer der großen Innovationstreiber unserer Zeit. Mit der TerraSAR-Mission wurde bereits vor zehn Jahren ein neues Kapitel in der hochgenauen digitalen Vermessung unserer Erde begonnen. Deutschland verfügt mit TerraSAR-X und dem Zwillingssatelliten TanDEM-X heute über das weltbeste Erdbeobachtungssystem auf Basis von Radartechnologie. Dies ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das unsere wissenschaftliche Exzellenz unterstreicht. Zukünftig wird es darum gehen, auf dieser Grundlage neue Geschäftsmodelle zu entwickeln", betonte Staatssekretär Matthias Machnig.

Dr. Gerd Gruppe, Vorstand des Raumfahrtmanagements im DLR, das die Missionen TerraSAR-X und TanDEM-X mit Mitteln des BMWi umgesetzt hat, ergänzt: "Mit beiden Missionen haben wir auch industriepolitisch Neuland betreten. TerraSAR-X war das erste Raumfahrtprojekt, das als eine Public Private Partnership auf Initiative des Raumfahrtmanagements zwischen dem DLR und der Raumfahrtindustrie abgeschlossen wurde. Mit der X-Band SAR-Linie hat sich Deutschland über Jahrzehnte eine weltweit anerkannte Expertise erarbeitet. Um diese Führungsrolle auch künftig sicherzustellen, arbeiten wir an der Fortführung der X-Band-Linie. Die Zukunft liegt in einer noch höheren Auflösung bei gleichzeitig größerer Streifenbreite. Hiermit sollen die wissenschaftlichen, hoheitlichen und kommerziellen Bedarfsträger kontinuierlich mit Daten versorgt werden."

"TerraSAR-X ist Radar-Spitzentechnologie im Orbit", sagt Johannes von Thadden, Head of International & Space Institutions bei Airbus Defence and Space in Deutschland. "Radar-Erdbeobachtung rettet Menschenleben, zum Beispiel nach Naturkatastrophen oder bei der Überwachung von Staudämmen. Deutschland eröffnet sich hier internationale Märkte für den Export von Satelliten und die Vermarktung von wertvollen Geo-Informations-Produkten. Jetzt geht es darum, diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen und eine neue Generation von Radar-Satelliten zu entwickeln, damit Deutschland seine führende Stellung sichert."

TerraSAR-X wurde im Auftrag des DLR von Airbus in Friedrichshafen entwickelt und gebaut. Der Satellit umkreist die Erde in 514 Kilometern Höhe und liefert Radarbilder für ein breites Spektrum wissenschaftlicher und kommerzieller Nutzer. Bereits erste Analysen dokumentierten unbestreitbare Details des Klimawandels, unter anderem den Rückzug von Gletschern weltweit. Rund 2200 Wissenschaftler aus mehr als 70 Ländern nutzen heute den Datenschatz für ihre Forschungsarbeiten - und die Nachfrage steigt. Für die Umwelt- und Klimaforschung sind die globalen Radaraufnahmen von besonderem Wert. Den langfristigen Zugang sichert das DLR im Deutschen Satellitendatenarchiv in Oberpfaffenhofen.

Seit dem Start des nahezu identischen Zwillingssatelliten TanDEM-X im Jahr 2010 fliegen beide Satelliten nur wenige hundert Meter voneinander entfernt in einer Formation. So erfassten sie die Datenbasis für WorldDEM, das globale Höhenmodell, das die Landmassen der Erde komplett erfasst und den neuen Standard für globale Höhenmodelle setzt.

TerraSAR-X und TanDEM-X bieten eine hohe Erfassungsfrequenz - unabhängig vom Beobachtungsgebiet und von Wetterverhältnissen. Dies ist insbesondere bei Naturkatastrophen oder von Menschen verursachten Katastrophen wichtig, wenn eine schnelle Kartierung zur Unterstützung von Rettungsmaßnahmen erforderlich ist.

 

Zuletzt geändert am:
08.08.2017 11:47:55 Uhr

Kontakte

 

Elisabeth Mittelbach
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Raumfahrtmanagement

Tel.: +49 228 447-385

Fax: +49 228 447-386