Raumfahrt

Raumfahrtkonferenz 2017

Die Raumfahrt der Zukunft

Dienstag, 7. November 2017

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  • New Goals in Space
    Raumfahrtkonferenz in Stuttgart

    Astronauten und Wissenschaftler diskutierten über "New Goals in Space - neue Ziele in der Raumfahrt"

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    Apollo 16 Pilot Charlie Duke

    Besonderer Gast auf der Raumfahrtkonferenz in Stuttgart war der 82-jährige US-Amerikaner Charles "Charlie" Duke, Pilot der Landefähre von Apollo 16 im Jahr 1972

  • Astronauten und Wissenschaftler diskutierten auf der Raumfahrtkonferenz in Stuttgart zum Thema "New Goals in Space - neue Ziele in der Raumfahrt".
  • Schwerpunkt(e): Bemannte Raumfahrt, Missionen, Planetenforschung, Satellitentechnologie

Mars, Mond & Co. - welche Ziele steuert die Raumfahrt in Zukunft an? Wie wird sich das Arbeiten und Leben im All für Astronauten verändern? Auf der Raumfahrtkonferenz am 7. November 2017 in Stuttgart diskutierten mit Apollo-16-Astronaut und "Moonwalker" Charlie Duke sowie den ESA-Astronauten Samantha Cristoforetti, Thomas Reiter und Reinhold Ewald gleich vier Astronauten Fragen rund um die Zukunft der Raumfahrt. Weitere Experten hielten Vorträge über die robotische Erkundung des Mars, die neuen Satellitentechnologien, die Erkenntnisse und Lehren aus der Rosetta-Mission sowie den 3D-Druck in der Raumfahrt. Veranstaltet wurde die Konferenz gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie dem baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau.

"In der Raumfahrt, wie in wohl keiner anderen Branche, müssen wir sehr weit in die Zukunft schauen", sagt Prof. Rolf Henke, DGLR-Präsident und DLR-Luftfahrtvorstand. "Derzeit richtet sich der Blick stark auf die astronautische Raumfahrt und Ziele wie den Mars oder eine dauerhafte Mondbasis. Zu diesen und anderen Zielen gilt es nun den Weg zu bestimmen. Aber robotische Missionen werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen."

"Dass die Raumfahrtkonferenz 2017 in Baden-Württemberg stattfindet, ist nur folgerichtig. Denn Baden-Württemberg hat nicht nur eine lange Raumfahrttradition, sondern ist auch heute ein bedeutendes Zentrum der Raumfahrt in Deutschland und Europa. Das Raumfahrtcluster Baden-Württemberg umfasst rund 40 Prozent aller Beschäftigten in der Raumfahrtindustrie bundesweit - hier werden bedeutende deutsche Satellitenprojekte wie TerraSar-X und Tandem-X umgesetzt, aber auch vielbeachtete internationale Projekte wie etwa der Bau der europäischen Kometensonde Rosetta koordiniert", sagt Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg. "Die Raumfahrt leistet enorme Beiträge zur technologischen Innovation und wissenschaftlichen Exzellenz in vielen Forschungs- und Anwendungsbereichen. Mit ihrer enormen Hebelwirkung für viele andere Wirtschaftsbereiche ist ihre strategische Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft daher nicht zu unterschätzen."

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung von Prof. Heinz Voggenreiter, Direktor des DLR-Instituts für Bauweisen und StrukturtechnoIogie in Stuttgart und Augsburg sowie des DLR-Instituts für Werkstoff-Forschung in Köln, und Prof. Stefanos Fasoulas, Leiter des Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart, die die Veranstaltung auch moderierten.

 

"New Goals in Space" - die astronautische Raumfahrt

Besonderer Gast war der 82-jährige US-Amerikaner Charles "Charlie" Duke, Pilot der Landefähre von Apollo 16 im Jahr 1972. Während seiner Mission hielt sich der zehnte Mann auf dem Mond mehr als 20 Stunden auf der Oberfläche des Erdtrabanten auf. Der Apollo-Astronaut diskutierte auf der Raumfahrtkonferenz mit Thomas Reiter, dem Astrolab-Astronauten und Koordinator der Europäischen Weltraumorganisation ESA, sowie ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von ESA-Astronaut und Stuttgarter Universitätsprofessor Reinhold Ewald.

Thomas Reiter wurde zudem bei der Raumfahrtkonferenz für seine Leistungen als Astronaut, aber auch später als Manager beim DLR und der ESA mit der Eugen-Sänger-Medaille der DGLR ausgezeichnet. Die Ehrung wird verliehen für besondere eigene Verdienste auf dem Gebiet der Raumfahrtwissenschaften und des Raumfahrtgeräts. Mit 350 Tagen im Weltall gehört Reiter zu den erfahrensten europäischen Astronauten. Als Bordingenieur nahm er an der Mission Euromir 95 der ESA teil und führte Aufgaben und Experimente an Bord der ISS aus.

Exploration mit robotischer Unterstützung

Bevor die ersten Astronauten zum Mars entsandt werden können, müssen zunächst mit Hilfe von Robotern Informationen über den Planeten, die Zusammensetzung und mögliche Landestellen gesammelt werden. Prof. Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung präsentierte robotische Marsexpeditionen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse.

Auch abseits des Mars hat die unbemannte Raumfahrt in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Beispielsweise nutzte die ESA für die Erkundung des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko im Rahmen der Rosetta-Mission den DLR-Lander Philae, um zum ersten Mal auf einem Kometen aufzusetzen und dort Experimente durchzuführen. Auf der Raumfahrtkonferenz fasste der DLR-Projektleiter des Landers, Dr. Stephan Ulamec, die wissenschaftlichen Highlights der Mission zusammen und gab zudem einen Ausblick auf die Asteroiden-Landung der Hayabusa2/Mascot-Mission im kommenden Jahr.

Neue Technologien in der Raumfahrt

Über die Potenziale des 3D-Drucks in der Raumfahrt sprach Dr. Johannes Gumpinger von der ESA. So startete zum Beispiel im August dieses Jahres von der Internationalen Raumstation ISS aus der Kleinsatellit Tomsk TPU-120 ins All, dessen Bestandteile größtenteils aus dem 3D-Drucker stammen. Neue Technologien in der Satellitenbranche erläuterte Eckard Settelmeyer von Airbus Defence and Space.

Den "Flying Laptop", den ersten Satelliten des Kleinsatellitenprogramms der Universität Stuttgart, stellte Sabine Klinkner den Besuchern der Raumfahrtkonferenz vor. Mit der Flying-Laptop-Mission soll die Expertise und die notwendige Infrastruktur für das Satellitenprogramm am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität etabliert werden. Die erste Missionsphase im Orbit, auch Launch and Early Operations Phase (LEOP) genannt, schloss der im Juli dieses Jahres erfolgreich ab. Drei Bodenstationen des DLR in Bayern, Kanada und der Antarktis waren während des Fluges im Kontakt mit dem Satelliten.

Zuletzt geändert am:
15.11.2017 13:27:17 Uhr

Kontakte

 

Manuela Braun
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Redaktion Raumfahrt

Tel.: +49 2203 601-3882

Fax: +49 2203 601-3249
Nicole Waibel
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Bauweisen und Strukturtechnologie; Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP)

Tel.: +49 711 6862-8182
Alisa Griebler
Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR)

Kommunikation

Tel.: +49 228 30805-14