Sicherheit

Luftaufklärung nach dem Erdbeben in Mexiko

Erster gemeinsamer Einsatz von DLR und Hilfsorganisation I.S.A.R.

Mexiko City nach dem schweren Erdbeben am 19. September 2017

Donnerstag, 5. Oktober 2017

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  • Mexiko City nach dem schweren Erdbeben am 19. September 2017
    Mexiko City nach dem schweren Erdbeben am 19. September 2017

    Bei ihrem ersten gemeinsamen Einsatz im Krisenfall hat das DLR die gemeinnützige Hilfsorganisation I.S.A.R. vor Ort mit Luftbildaufnahmen unterstützt

  • Experten beurteilen das Ausmaß der Beschädigung
    Experten beurteilen das Ausmaß der Beschädigung

    Nach dem Erdbeben in Mexiko untersuchten die Baufachexperten der Hilfsorganisation I.S.A.R. zusammen mit dem DLR-Wissenschaftler Steven Bayer die Standfestigkeit und Bewohnbarkeit von mehr als hundert Gebäuden

  • Rettungsteam ist schnell vor Ort
    Die Aufnahme der Bauschäden kann schnell beginnen

    Nur 36 Stunden nach dem Beben startet das Team von I.S.A.R. und DLR in Mexiko City mit der Untersuchung der beschädigten Gebäude

  • Nach dem schweren Erdbeben in Mexiko starteten die Hilfsorganisation I.S.A.R. und das DLR zu ihrem ersten gemeinsamen Einsatz im Katastrophengebiet.
  • Das DLR unterstützte mit Luftbildaufnahmen dabei, die Standfestigkeit von beschädigten Gebäuden zu beurteilen.
  • Schwerpunkt(e): Sicherheit, Katastrophenschutz

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat nach dem schweren Erdbeben vom 19. September 2017 in Mexiko erstmals zusammen mit der gemeinnützigen Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany (International Search-and-Rescue) vor Ort die rasch angelaufenen Rettungs- und Sicherungsarbeiten unterstützt. In einer achttägigen Mission untersuchte ein Team in Mexiko-Stadt und im Bundesstaat Morelos insgesamt mehr als hundert Gebäude auf ihre Standfestigkeit und Bewohnbarkeit. Ein Mitarbeiter des DLR lieferte Luftaufnahmen vor Ort, die dabei halfen, die Schadenslage der Gebäude zu beurteilen. Es war der erste gemeinsame Einsatz von DLR und I.S.A.R.

Luftaufnahmen verschaffen einen Zeitvorteil

Im November 2016 hatten die beiden Partner einen Kooperationsvertrag über die Zusammenarbeit in Katastrophenfällen unterzeichnet. Seitdem bereiten sich drei Experten aus dem DLR-Institut für Optische Sensorsysteme in regelmäßigen gemeinsamen Übungen mit I.S.A.R. Germany intensiv auf reale Einsätze vor. "Mit unseren Kamerasystemen können wir zu der Erkundung von Schadensgebieten beitragen. Das kann im Ernstfall entscheidende und lebensrettende Zeitvorteile verschaffen", sagt Ralf Berger, Projektleiter im DLR-Institut für Optische Sensorsysteme. Ein wichtiges Ziel der Kooperation ist auch die Entwicklung von neuen Technologien, mit denen großräumige Lagebilder nach Großkatastrophen erstellt werden können.

Das Ausmaß der Beschädigung beurteilen

Aufgrund der Kürze des Bebens in Mexiko wurde die Infrastruktur nicht großflächig in Mitleidenschaft gezogen. Dementsprechend stand vor allem die Begutachtung von beschädigten Gebäuden im Vordergrund des Einsatzes von DLR und I.S.A.R. Germany. "Aufgrund der Größe und teilweise gegebenen Unzugänglichkeit der Gebäude haben wir die Baufachexperten von I.S.A.R. Germany mit Nahaufnahmen von beschädigten Gebäudestrukturen unterstützt", sagt der DLR-Wissenschaftler Steven Bayer, der Teil des Teams vor Ort in Mexiko war. "Mit den Echtzeit-Aufnahmen konnten die Baufachexperten beurteilen, ob das Gebäude noch stabil oder bewohnbar war", ergänzt der Wissenschaftler. Dafür kam ein kommerziell verfügbares Klein-UAV (unbemanntes Luftfahrzeug) zum Einsatz. Zusätzlich erstellte Bayer eine Reihe von Drohnen-Fotos von typischen Gebäudebeschädigungen nach einem Erdbeben. "Diese werden nach dem Einsatz für die Aus- und Weiterbildung verwendet", erläutert Marcus Zinser, Baufachexperte von I.S.A.R. Germany.

Erfolgreicher erster Einsatz

"Dieser erste Einsatz hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit von DLR und I.S.A.R. Germany die Katastrophenhilfe maßgeblich unterstützen kann", sagt Dr. Dennis Göge, Programmkoordinator Sicherheitsforschung des DLR. "Wir arbeiten weiter an neuen Technologien, die speziell auf den Einsatz in solchen Schadensfällen ausgelegt sind", erklärt er. Ein Beispiel ist das hochauflösende MACS-SaR Kamerasystem, das schon vor dem Einsatz von Such- und Rettungskräften die Erkundung eines Schadensgebiets aus der Luft erlaubt. Das System wurde vom DLR entwickelt und im Mai 2017 im Rahmen einer UN-Übung erfolgreich getestet.

  • I.S.A.R. Germany

    I.S.A.R. Germany (International Search-and-Rescue) ist eine gemeinnützige, rein spendenbasierte Hilfsorganisation. Sie wurde 2003 in Duisburg gegründet. Nach verheerenden Unglücks- und Katastrophenfällen wird zeitnah ein Team von Rettungsspezialisten zusammengestellt, das in der Regel innerhalb von zwölf Stunden in das jeweilige Einsatzgebiet entsandt wird. Nach schweren Erdbeben und Flutkatastrophen sucht das Rettungsteam in Kooperation mit dem BRH (Bundesverband Rettungshunde) zumeist auch mit Suchhunden nach verschütteten Personen, rettet sie und leistet medizinische Soforthilfe. Seit 2007 arbeitet I.S.A.R. Germany unter dem Dach der Vereinten Nationen und wurde als weltweit erstes Team von der UN-Organisation INSARAG als sogenanntes "Medium Team" geprüft und zertifiziert.

  • Die DLR-Sicherheitsforschung

    In der Sicherheitsforschung des DLR werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit verteidigungs- und sicherheitsrelevantem Bezug in Abstimmung mit den Partnern in Staat, Wissenschaft, Industrie und internationalen Organisationen geplant und gesteuert. Der Querschnittsbereich Sicherheitsforschung verknüpft dabei die Kernkompetenzen aus den etablierten DLR-Programmen der Luftfahrt, Raumfahrt, Energie und des Verkehrs. Insgesamt mehr als zwanzig DLR-Institute und -Einrichtungen liefern im Rahmen ihrer sicherheitsrelevanten Arbeiten Beiträge zur Entwicklung, Erprobung und Bewertung von Technologien, Systemen und Konzepten sowie zur Analyse- und Bewertungsfähigkeit hinsichtlich sicherheitsrelevanter Anwendungen.

 

Zuletzt geändert am:
11.10.2017 09:23:43 Uhr

Kontakte

 

Julia Heil
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Berlin und Neustrelitz

Tel.: +49 30 67055-9639
Ralf Berger
Deutsches Zentrum Für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DLR-Institut für Optische Sensorsysteme

Tel.: +49 30 67055-572