Sicherheit

Roskosmos unterzeichnet Beteiligung an der "International Charter Space and Major Disasters"

Radaraufnahme

Mittwoch, 28. August 2013

  • Radaraufnahme Radaraufnahme

    TerraSAR-X-Bild der Amurregion

    Die TerraSAR-X-Aufnahme vom 21. August 2013 zeigt das gravierende Ausmaß des Amur-Hochwassers in der Grenzregion zwischen Russland und China: Teilweise ist der Strom auf eine Breite von etwa 20 Kilometern angeschwollen.

  • Unterzeichnung Unterzeichnung

    DLR-Vorstandsvorsitzender Prof. Johann-Dietrich Wörner und Oleg Frolov, stellvertretender Roskosmos-Vorsitzender

    Oleg Frolov, stellvertretender Vorsitzender der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos, unterzeichnet die Vereinbarung über den Beitritt zur "International Charter Space and Major Disaster".

  • Unterzeichnung Unterzeichnung

    TerraSAR-X-Aufnahme als Gastgeschenk

    DLR-Vorstandsvorsitzender Prof. Johann-Dietrich Wörner gratuliert dem stellvertretenden Vorsitzenden der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos, Oleg Frolov, zum Charta-Beitritt mit einem Gastgeschenk. Darauf ist die TerraSAR-X-Aufnahme der Amurregion vom 21. August 2013 zu erkennen.

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Unterstützung im Katastrophenfall: DLR stellt Radar-Bilder der Überflutungsgebiete am Amur bereit

Auf dem Luft- und Raumfahrtsalon MAKS Moskau hat die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am 28. August 2013 im feierlichen Rahmen eine Erklärung über den Beitritt zur "International Charter Space and Major Disasters" unterzeichnet. Die Charta setzt den Rahmen für ein internationales Netzwerk aus nunmehr 15 Raumfahrtagenturen, die weltweit im Fall von großen Katastrophen kurzfristig Satellitenaufnahmen der Unglücksregionen zur Verfügung stellen. Der Vorsitz der Charta liegt derzeit beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

"Mit Roskosmos gewinnen wir ein weiteres wichtiges Mitglied für die Charter Space and Major Disasters", freut sich der DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Johann-Dietrich Wörner. "Die russischen Satelliten helfen uns, bei internationalen Hilfsaktionen die Krisenstäbe in Katastrophengebieten mit einer noch besseren Abdeckung an schnell verfügbaren Satellitendaten zu unterstützen", so Wörner weiter. Der internationale Verbund hat sich bewährt: Seit dem Jahr 2000 wurde die Charta in fast 400 Katastrophenfällen aktiv, allein in 2012 erfolgten 40 Aktivierungen.

DLR-Satellitenbilder für die Krisenstäbe im östlichen Russland

Noch vor der offiziellen Unterzeichnung hat das DLR die russische Raumfahrtagentur bereits in einem aktuellen Katastrophenfall unterstützt: Derzeit ergießt sich am Amur ein mächtiges Hochwasser über den fernen Osten Russlands. In weiten Teilen der Grenzregion zu China ist der Fluss über die Ufer getreten. Daher aktivierte die russische Katastrophenschutzbehörde am 19. August 2013 die Charta, woraufhin die Mitglieder zahlreiche Aufnahmen zur Verfügung stellten. Das DLR lieferte Szenen des deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X.

"Die Aufnahmen werden von den Kollegen in Moskau zu Karten weiterverarbeitet und an die Hilfskräfte gereicht", erklärt Jens Danzeglocke, der als DLR-Vertreter im "Executive Secretariat" der Charta im DLR-Raumfahrtmanagement die deutschen Beiträge zu dem internationalen Zusammenschluss koordiniert. "Deutlich zeigen unsere Aufnahmen das Ausmaß der Flut in der Amur-Region: Teilweise ist der Fluss auf etwa 20 Kilometer Breite angewachsen", so Danzeglocke. Mit Hilfe der Satellitenbilder und daraus erstellten Karten können die Helfer erkennen, welche Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten und welche Wege noch passierbar sind.

Jahrhunderthochwasser

Die Häuser mancher Dörfer stehen bei einem Pegelstand von über sieben Metern bereits bis zu den Dächern im Wasser des Amur. Die russischen Behörden sprachen bereits bei der Charta-Aktivierung von einem "Jahrhunderthochwasser". Laut Wetterdienst könnte durch anhaltende Regenfälle bis September sogar ein Pegel von über acht Metern erreicht werden. Seit Ende Juli regnet es in der Region unaufhörlich.

Die deutsche Beteiligung an der "International Charter Space and Major Disasters" wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ermöglicht und durch das DLR-Raumfahrtmanagement und das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum des DLR, zu dem auch das DLR-Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) gehört, gemeinsam umgesetzt. Das DLR ist seit 2010 Mitglied in der Charta und hat im April 2013 den Vorsitz übernommen.

Der DLR-Satellit TerraSAR-X umkreist seit 2007 die Erde in über 500 Kilometern Höhe auf einer polaren Umlaufbahn. Sein Vorteil: Er kann mittels Radar unabhängig von Tageszeit und auch durch Wolkendecken hindurch Bilder aufnehmen, in denen Überflutungsflächen sehr gut erkennbar sind. Im sogenannten Spotlight-Modus erreicht er eine Auflösung von bis zu 1,5 Metern.

Zuletzt geändert am:
22.11.2013 11:23:04 Uhr

Kontakte

 

Falk Dambowsky
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Redaktion Luftfahrt

Tel.: +49 2203 601-3959

Fax: +49 2203 601-3249
Jens Danzeglocke
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement, Erdbeobachtung

Tel.: +49 228 447-215

Fax: +49 228 447-747