Köln

Luftverkehr - Touristik - Ausblick Sommer 2017

Boom im Ferienfliegergeschäft: Mediterrane Warmwasserziele und Karibikziele legen 2017 deutlich zu

Dienstag, 7. März 2017

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  • Entwicklung des Flugverkehrs aus Deutschland
    Entwicklung des Flugverkehrs aus Deutschland

    Außerhalb Europas steigen besonders die Flugangebote in die Zielgebiete Nordamerika, Nordafrika und die Karibik an. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass aufgrund regionaler Krisen im letzten Jahr das Zielgebiet Nordafrika deutliche Rückgänge zu verzeichnen hatte, die jetzt wieder aufgeholt worden sind. Auch in das Zielgebiet Mittlerer Osten/Golfstaaten, zu der hier auch die Türkei zählt, gab es im Jahr 2016 stärkere Rückgänge, die noch nicht wieder ausgeglichen werden konnten.

  • Griechenland, Portugal sowie die Schwarzmeerziele Rumänien und Bulgarien mit zweistelligen Zuwachsraten
  • Türkei verliert, Ägypten gewinnt nach Einbruch deutlich
  • Nordamerika immer beliebter

Die Gesellschaft im 21. Jahrhundert wird immer mobiler. Deutlicher Gradmesser dafür ist der touristische Luftverkehr, der in diesem Sommer erheblich stärker wächst als der Luftverkehr insgesamt und dabei das Flugaufkommen zu internationalen Zielen dominiert. Das zeigt eine nun veröffentlichte Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Blick auf die Vorlieben deutscher Flugreisender.

"Ein starker Aufwind treibt den Ferienflieger-Markt in die Höhe", sagt Dr. Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr. "Rund 30 Prozent Wachstum verzeichnen die Anbieter derzeit bei Flügen in die Schwarzmeerziele, nach Nordafrika und in die Karibik. Auch die mediterranen Warmwassergebiete liegen meist über dem Durchschnitt, während die Zahl aller Flüge im deutschen Luftverkehr nur um rund knapp fünf Prozent steigt." Die aufkommensstärksten Zielländer sind dabei Spanien und Italien mit mittlerweile zusammen knapp 16.000 geplanten Starts im Juli 2017. Dabei verzeichnen Griechenland, Portugal sowie die Schwarzmeerziele Rumänien und Bulgarien zweistellige Zuwachsraten.

Verschiebung der Touristenströme im Mittelmeerraum

In Nordafrika sind Ägypten und Marokko die Profiteure der Entwicklung. "Wir beobachten neben dem allgemeinen Wachstumstrend teils Verschiebungstendenzen", sagt Studienleiter Berster. "Das Zielgebiet Nordafrika verzeichnete im vergangenen Jahr deutliche Rückgänge aufgrund regionaler Krisen, die jetzt wieder aufgeholt und übertroffen werden, beispielsweise mit einer Steigerung der Starts nach Ägypten um mehr als 70 Prozent". Verlierer ist die Türkei, die Rückgänge aus dem vergangenen Jahr nicht ausgleichen kann und erneut ein leichtes Minus als Flugziel hinnehmen muss. "Sichtbar wird die Verschiebung der Touristenströme auch im Vergleich mit dem Türkei-Nachbarn Griechenland, das ein Plus von fast 12 Prozent verbucht", so Berster. Auch Zypern wird mit einer Steigerung um 69 Prozent bei den deutschen Reisenden immer beliebter.

Favorit Nordamerika legt weiter zu

"Global betrachtet, sehen wir bei der Analyse der Flugpläne für den Juli 2017, dass bis auf wenige Ausnahmen das Flugangebot in fast alle 100 direkt von Deutschland aus angeflogenen Länder gegenüber dem Vorjahr steigt", unterstreicht Berster. "Besonders die USA als wichtigstes Zielland außerhalb Europas zeigen ein starkes Wachstum von gut neun Prozent. Ähnlich stark legt Kanada mit gut zehn Prozent zu." Von deutschen Touristen weltweit stark nachgefragte Warmwasserziele sind besonders in der Karibik sowie in Teilen von Afrika und Asien zu finden. Kuba und Jamaica können hier als Fernreiseziele deutlich zulegen.

Günstigflieger und Ferienfluggesellschaften profitieren

Aufkommensstärkster Zielflughafen im touristischen Bereich wird im Juli 2017 von Deutschland aus wieder Palma de Mallorca sein. 22 deutsche Flughäfen bieten über 3800 Mallorca Flüge für diesen Monat an. Mit jeweils über 400 Angeboten liegen hier Düsseldorf und Köln/Bonn an der Spitze. Von den 20 wichtigsten Fluggesellschaften, die insgesamt Flüge von Deutschland aus anbieten, dominiert Lufthansa mit einem Anteil von rund 30 Prozent den Markt. "Daneben zeigt sich, dass besonders Fluggesellschaften, die im Low Cost Carrier Segment sowie im Urlaubsreiseverkehr tätig sind, aktuell die höchsten Wachstumsraten aufweisen", sagt Berster. "So erhöhen beispielsweise Ryanair und Wizz Air ihr Angebot um jeweils über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ähnliches gilt für einige Ferienfluggesellschaften wie Condor und Germania. Die Lufthansa-Tochter Germanwings/Eurowings verzeichnet ein Plus von rund zehn Prozent".

Zwei Drittel aller Flüge sind Urlaubsreisen

Von deutschen Flughäfen ausgehend wird etwa die Hälfte aller Flüge von Touristen für eine längere Urlaubsreise angetreten. Hinzu kommen rund 15 Prozent, die auf private Kurzreisen entfallen. Rund 35 Prozent und damit nur ein Drittel entfallen auf Geschäftsreisen. "Betrachtet man nur den Interkontinentalverkehr liegt der Anteil an Urlaubsreisen sogar bei 70 Prozent", erläutert Berster. Je nach Zielgebiet kann durchaus von dieser durchschnittlichen Aufteilung abgewichen werden. So sind die Kanarischen Inseln fast ausschließlich touristisch nachgefragt. Flugreisen nach Österreich haben dagegen überwiegend einen geschäftlichen Hintergrund. Die Analyse der voraussichtlichen Flugangebote ab Deutschland bezieht sich auf den Referenzmonat Juli im Sommerflugplan 2017. Dabei kann es sein, dass kurzfristig noch weitere Angebote hinzukommen oder bestehende Angebote aus dem Markt genommen werden.

Zuletzt geändert am:
07.03.2017 09:33:17 Uhr

Kontakte

 

Falk Dambowsky
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Redaktion Luftfahrt

Tel.: +49 2203 601-3959

Fax: +49 2203 601-3249
Dr. Peter Berster
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Flughafenwesen und Luftverkehr

Tel.: +49 2203 601-4554

Fax: +49 2203 601-2377