Raumfahrtluft schnuppern: Schüler aus ganz Deutschland sind zu Gast in Lampoldshausen

Donnerstag, 7. November 2013

Wie funktioniert ein Raketentriebwerk? Welche Kräfte wirken beim Start auf ein Triebwerk ein? Woher kommt der Treibstoff? Acht Schülerinnen und Schüler konnten in den Herbstferien Raumfahrttechnologie hautnah erleben: Bei einem Besuch am DLR-Standort Lampoldshausen erhielten sie einen ersten Einblick in die Forschung und Entwicklung von Raumfahrtantrieben. Für den raumfahrtbegeisterten Wissenschaftsnachwuchs hatten die DLR-Experten vom Institut für Raketenantriebe ein abwechslungsreiches Programm geschnürt.

Experten stehen Rede und Antwort

Besonders aufregend war der Standortrundgang. Die Schüler konnten die Großanlagen von außen und von innen besichtigen und sich zeigen lassen, wo der Prototyp des Triebwerkherstellers Snecma aufgehängt wird. Gelegenheit, Luft- und Raumfahrtingenieure aus den Abteilungen Raketenantriebe, Versuchsanalgen und Prüfstandstechnologie erzählten, was sie in ihren Einsatzgebieten leisten, damit die Qualifikation der Antriebe reibungslos abläuft. Außerdem schauten die Schüler bei der Werksfeuerwehr vorbei. Am Standort Lampoldshausen sorgt sie gemäß Störfallverordnung bei den Versuchen für Sicherheit. Große Aufmerksamkeit erregte der Vortrag von Andreas Rees über das Studium eines Luft- und Raumfahrtingenieurs. Er wurde regelrecht gelöchert. Tobias Neff, der die Schüler als Leiter des DLR_School_Labs betreute, freute sich dabei besonders über das Interesse der Schülerinnen: „In Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, eine frühzeitige und nachhaltige Verbindung zu besonders interessierten und engagierten Nachwuchskräften aufzubauen. Dabei freuen wir uns besonders, wenn auch Mädchen sich für technische Berufe interessieren. Das Schülerpraktikum hier am Standort bietet dem DLR die Möglichkeit, sich dem potentiellen Nachwuchs vorzustellen und bei der Berufsfindung zu unterstützen.“

Mädchen für Raumfahrtberufe gewinnen

Bei Isabelle Lenz aus Kochersteinsfeld bei Heilbronn stößt Tobias Neff dabei auf offene Ohren. Sie plant ein Studium im Bereich der Naturwissenschaften. Den DLR-Standort Lampoldshausen hat sie schon häufiger besucht: Das Eduard-Mörike-Gymnasium in Neuentstadt, das die 17-Jährige besucht, pflegt enge Kooperationen mit dem Lampoldshausener DLR_School_Lab. Die Schülerin hat den Bereich "optische Diagnostik“ für sich entdeckt. Die optische Diagnostik oder auch Lasermesstechnik wird in Lampoldshausen für Grundlagenversuche zur Entwicklung zukünftiger Raketenbrennkammern eingesetzt. "Es ist faszinierend, wie sehr man sich als Luft- und Raumfahrtingenieurin spezialisieren kann“, resümierte die Gymnasiastin. Sie kann das Praktikum nur empfehlen: "Ich fühlte mich bestens betreut und freue mich über die Einblicke in viele unterschiedliche Bereiche und auch darüber, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter uns sehr freundlich und offen begegnet sind.“

Versuche live erleben

Für die Jugendlichen war der Versuch am Prüfstand P4.1, wo derzeit eine Kampagne zur Qualifikation des Oberstufentriebwerks Vinci läuft, der Höhepunkt. Sie hatten die Möglichkeit, die Vorbereitungen mitzuerleben und den Versuch anschließend auf einem Monitor zu verfolgen. "Sehen konnten wir wegen der Sicherheitsvorkehrungen nicht viel, aber allein das Gefühl, da gewesen zu sein, war beeindrucken“, sagte der 16-jährige Joshua Blume. Der Gymnasiast aus Kassel kennt das DLR schon von einem früheren Praktikum am Standort Göttingen. Die Zeit beim dort ansässigen Institut für Aerolastik und Strömungsmechanik hat Joshua neugierig auf andere Bereiche der Raumfahrt gemacht. Für die Woche in Lampoldshausen hat er sich extra von der Schule beurlauben lassen. Er ist beeindruckt von den Dimensionen des Standorts und von den Sicherheitsvorkehrungen, die für den Versuchsbetrieb getroffen werden: Sicherheitsunterweisung, Drehkreuz und Ausweiskontrolle, die im Rahmen der Störfallverordnung durchgeführt werden, sind für die Mitarbeiter am Standort Lampoldshausen selbstverständlich. Joshua legt das Praktikum jedem Schüler, der an Luft- und Raumfahrtthemen interessiert ist, ans Herz. "Das Team des School_Lab hat uns durch einen ausgetüftelten Stundenplan einen umfassenden Einblick ermöglicht. Und die Mitarbeiter haben sich großartig um uns gekümmert.“ Der Gymnasiast mit Chemie-Leistungskurs weiß nach seiner Woche in Lampoldshausen, wie es für ihn weitergeht: „Der Umgang mit Raketentreibstoffen interessiert mich ganz besonders. Das möchte ich weiterverfolgen.“

 

Zuletzt geändert am: 08.11.2013 08:28:42 Uhr

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Kontakte

Dr. Simone Scheps
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Lampoldshausen

Tel.: +49 6298 28-201

Fax: +49 6298 28-190
Tobias Neff
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DLR_School_Lab Lampoldshausen/Stuttgart

Schüler beim Vortrag

Schüler beim Vortrag

Schüler beim Vortrag

Schüler beim Versuch

Schüler beim Versuch

Schüler beim Versuch

Praktikantengruppe

Praktikantengruppe

Schüler-Praktikanten am Standort Lampoldshausen