Ideenwettbewerb zur Erdbeobachtung: Gewinner gekürt
Donnerstag, 27. Oktober 2011
Am 20. Oktober 2011 fand in München die Preisverleihung von gleich zwei Ideenwettbewerben statt. Zu Anfang wurden die besten Ideen für Anwendungen von Satellitendaten aus dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm GMES (Global Monitoring for Environment and Security) ausgezeichnet.
Der Ideenwettbewerb „GMES Masters“ ist neu – er wurde dieses Jahr zum ersten Mal ausgetragen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützte diesen Wettbewerb mit einer besonderen Ausschreibung zum Thema Umwelt und Klima. Gewinner der DLR-„Environmental Challenge“ ist Will Aicken. Der Entwickler aus England überzeugte mit seiner Idee, mittels Satellitendaten festzustellen, welche Wirkungen das Kühlwasser von Kraftwerken in Gewässern hat.
Auswirkungen thermischer Kraftwerke
Herkömmliche Kraftwerke mit dem Brennstoff Kohle oder Gas wie auch Atomkraftwerke laufen im Betrieb sprichwörtlich heiß. Deswegen wird die entstehende Abwärme mit Kühlwasser abgeführt, das erwärmte Kühlwasser danach üblicherweise in einen nahegelegenen Fluss oder das Meer abgeleitet. Dies hat zur Folge, dass die Wassertemperatur steigt, die ökologische Qualität beeinträchtigt wird und somit die Umwelt beeinflusst. Mittels Satellitendaten könnten solche Veränderungen künftig flächendeckend festgestellt, in einem zeitlichen Verlauf beobachtet und verglichen werden.
Will Aicken hat dazu eine Idee formuliert, wie Erdbeobachtungsdaten genutzt werden können, um Gesamtzusammenhänge und besondere Wechselwirkungen der Kühlwassereinleitung zu erkennen – als Entscheidungsgrundlage in der Energieversorgung von morgen. In Rahmen eines Workshops hat der DLR-Preisgewinner nun die Möglichkeit, mit Fachleuten die Umsetzung seiner Idee anzugehen.
Echtheitsbeweis von Nagivationssignalen
Im Gegensatz zum neuen „GMES Masters“ besteht der Wettbewerb „European Satellite Navigation Competition“ bereits seit 2004 und kürt Ideen für Innovationen im Bereich der Satellitennavigation. Das DLR vergab wie auch in den vergangenen Jahren einen Spezialpreis. Gesucht wurden Beiträge zum Thema „Augmented Navigation – everywhere“. Gewinner wurde der Wissenschaftler Antonio Pujante mit einer Idee zur Authentifizierung von Navigationssignalen.
Die Technologie SARA (Signal Authentication by Receiver Autonomous techniques) ist eine vielversprechende Lösung dort, wo verlässliche und gesicherte Satellitensignale notwendig sind – einfach in der Umsetzung und preislich attraktiv. Ziel ist es, den Nutzer vor Störungen während der Positionsbestimmung zu schützen – dies gilt sowohl für vorsätzliche als auch für zufällige Störungen. Denkbar sind Anwendungen beim Diebstahlschutz von Fahrzeugen, bei der sicheren Verortung von Infrastrukturen oder dem Erkennen von Smartphone-Apps, die den Standort verschleiern.
Als Gewinner des DLR-Spezialpreises erhält Pujante einen Gutschein zur Weiterentwicklung und zielgerichteten Umsetzung seiner Idee. Die Beratungs- und Entwicklungsleistungen des DLR entsprechen einem Wert von 50.000 Euro. Die „European Satellite Navigation Competition“ wird ebenso wie der neue Ideenwettbewerb „GMES Masters“ vom Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen ausgerichtet und findet jährlich statt.