DLR-Standort Trauen
Der DLR-Standort Trauen: Forschung auf 800.000 Quadratmetern.
Quelle: DLR (CC-BY 3.0).
Der Standort Trauen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) befindet sich in der Lüneburger Heide, in direkter Nähe zum Bundeswehrflughafen Faßberg. Seit 1935 wird die vorteilhafte Lage abseits von Siedlungen und dennoch in der Nähe von Ballungsräumen genutzt, um hochanspruchsvolle Versuche für die Forschung durchzuführen. Besondere wissenschaftliche Aufmerksamkeit erlangten die Arbeiten und Versuche von Prof. Eugen Sänger, der das Raketenzentrum in Trauen federführend aufbaute und Raketen- und luftatmende Flugkörperantriebe entwickelte. Eine seiner grundlegenden Arbeiten wird noch heute in fast allen Raketenmotoren eingesetzt: die Kühlung der Glockendüse mit dem Raketentreibstoff.
In den 1960er Jahren fanden in Trauen erste Brennversuche für die in Deutschland entwickelte Oberstufe der ersten europäischen Trägerrakete "Europa" statt. Später etablierten sich in den vorhandenen Prüf- und Testständen neue Aktivitäten im Bereich des luftfahrttechnischen Brandschutzes, akustische Untersuchungen zur Lärmminderung bei Flugantrieben sowie Materialuntersuchungen für die Widereintrittstechnologie. Gegenwärtig beschäftigen sich die Mitarbeiter - auf dem gemeinsam mit EADS Astrium genutzten Gelände - vorrangig mit dem Vorbereiten und Durchführen von Versuchen in den Bereichen Brand- und Schallschutz.
Der Flughafen Faßberg ermöglicht bei Bedarf eine Mitbenutzung der Start- und Landebahnen.
Forschungsschwerpunkte
Schwerpunkte der Forschung am DLR-Standort Trauen sind Vorbereitung und Durchführung von Versuchen in den Arbeitsbereichen Antrieb, Akustik, Strukturmechanik und Entwurf/Aerodynamik.
Die praktischen Versuche verfolgen in erster Linie technologische und systemtechnische Ziele:
Die Arbeit auf dem Gebiet der Brandsicherheit - einem herausragenden Thema der Luftfahrt - konzentriert sich auf:
Dienstleistungen
Zur Durchführung der Versuche stehen besondere Anlagen zur Verfügung: Neben Brandlaboren mit der abgebildeten "Ohio-State-University-(OSU)-Kammer" für standardmäßige Materialtests, einem Versuchsstand zur Simulation des Durchbrandverhaltens von Flugzeugaußenhautstrukturen und einer eins zu eins Nachbildung eines Flugzeugfrachtraums befinden sich am DLR-Standort Trauen ein Brandplatz zur Simulation von durch Flugzeug-Crashs ausgelösten Brandszenarien, ein Propeller- und Motorenprüfstand sowie die Teststände THERMEX-A und THERMEX-G zur Simulation hoher thermischer und mechanischer Belastungen beziehungsweise für die Untersuchung von Hitzeschilden.
Eine Verdichterzentrale mit einer installierten Leistung von 2000 Kilowatt ermöglicht Materialuntersuchungen im heißen Triebwerksbereich. Für die Aufbereitung von Wasser wurde eine für Laborzwecke konzipierte Anlage gebaut und patentiert. Hydrazinhaltige Abwässer lassen sich damit ebenso aufbereiten wie ähnlich hochgiftige ethidiumbromidhaltige Abwässer aus Genlaboren. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch eine kleine Werkstatt zur Unterstützung von Versuchsvorhaben.
Zuletzt geändert am:17.01.2012 15:16:53 Uhr