Bayerisches Staatsministerium übergibt Förderbescheid an das DLR

Donnerstag, 6. September 2012

Die Voraussetzung für den schnellen, zuverlässigen Datenaustausch zwischen Satelliten und der Erde ist der Aufbau einer modernen Infrastruktur. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur und Verkehr am 6. September 2012 mit der Übergabe eines Bewilligungsbescheids über 7,5 Mio Euro an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Diese Fördergelder fließen in den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur an den DLR Standorten in Weilheim und in Oberpfaffenhofen für eine verbesserte Kommunikation zwischen Weltall und Erde.

Moderne Infrastruktur für zukünftige Weltraummissionen 

Um mit Satelliten zu kommunizieren, sprich Daten austauschen zu können, benötigt man ein Bodensegment. Ein Teil dieses Segments sind Antennenanlagen. Der DLR-Raumflugbetrieb betreibt am Standort Weilheim die ZDBS - die Zentralstation des Deutschen Bodensystems. Über eine Vielzahl von unterschiedlichen Antennen von 4,5 bis 30 Meter Durchmesser findet dort der Datenaustausch statt. Da die Infrastruktur in Weilheim bereits an die Kapazitätsgrenze stößt, müssen für zukünftige Missionen entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden. Am DLR Standort in Weilheim sollen zwei neue Antennen im höchsten zur Zeit genutzten Frequenzband - im Ka-Band - aufgebaut werden. . Zum Aufbau und Betrieb der Antennen muß die Infrastruktur in Weilheim erweitert und teilweise neu errichtet werden.

"Satellitendaten sind ein Wachstumsmarkt. Es geht darum Standards zu setzen und da haben wir derzeit die Nase vorn. Die Finanzierung aus Bayern schafft für das DLR eine hervorragende Ausgangsposition für künftig wissenschaftliche und kommerzielle Weltraummissionen. Sie stärkt Oberpfaffenhofen als europäisches Satellitendatenzentrum" so Dr. Gerd Gruppe, Mitglied des DLR-Vorstandes und zuständig für das Raumfahrtmanagement in Bonn.

Das DLR Bodensegment besteht neben den Antennenanlagen aus den Missionskontrollzentren in Oberpfaffenhofen und der Kommunikations-Infrastruktur. Am Standort in Oberpfaffenhofen soll ein neuer Kontrollraum für zukünftige geostationäre Missionen errichtet werden. Umfangreiche Investitionen sind außerdem für die Gelände- und Gebäudesicherheit sowie für die IT-Sicherheit notwendig.

Datenautobahn im All

Mit der Finanzierung soll in Oberpfaffenhofen und am Standort Weilheim außerdem die Grundlage geschaffen werden, um sich an zukünftigen europäischen Raumfahrtprogrammen, wie zum Beispiel dem Aufbau eines Europäischen Daten-Relais Systems (EDRS) beteiligen zu können. "Wenn es darum geht, mit ERDS eine 'Datenautobahn im Weltall' aufzubauen und zu betreiben, dürfen die bayerischen Forscher am DLR in Oberpfaffenhofen nicht fehlen. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir in Bayern über das Wissen und die Kompetenz verfügen, um dieses außerordentlich anspruchsvolles Projekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA umzusetzen. Das Weltraum-gestützte System steht für die Zukunft", betont Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie bei der Übergabezeremonie in Oberpfaffenhofen. Mit dem neuen System wird es möglich sein, umfangreiche Erdbeobachtungsdaten sehr viel schneller als bisher vom All zur Erde zu übertragen. Das ist insbesondere für Notfalldienste bei Naturkatastrophen oder für Krisenmanagement von großer Bedeutung. Die am DLR Standort in Weilheim geplanten neuen Ka-Band Antennen werden beispielsweise für das neuartige Datenrelaissatellitensystem EDRS genutzt. Bei Ausfall des Satellitenkontrollzentrums in Oberpfaffenhofen wird auf ein redundantes Back-Up-Kontrollzentrum am Standort Weilheim umgeschaltet, welches innerhalb kürzester Zeit kritische Funktionen für den Satellitenbetrieb übernehmen kann. Die vorhandene Daten- und Kommunikationsinfrastruktur in den Einrichtungen des DLR muss angepasst werden, um die Anforderungen von EDRS und zukünftigen europäischen Raumfahrtmissionen erfüllen zu können.

Stärkung der regionalen Vernetzung

Die Installation des Satellitenkontrollzentrums und der primären Sende- und Empfangsstationen auf dem Gelände des DLR in Oberpfaffenhofen und Weilheim schaffen hochqualifizierte zusätzliche Arbeitsplätze in Weilheim und Oberpfaffenhofen. Zahlreiche Aufträge können außerdem an lokale kleine und mittelständische Unternehmen vergeben werden. Dies und die lange Projektlaufzeit - bis mindestens 2030 – trägt wesentlich zur Standortsicherung Weilheims bei.

Zuletzt geändert am: 06.09.2012 15:35:22 Uhr

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Kontakte

Andreas Schütz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Pressesprecher

Tel.: +49 171 3126-466

Übergabe des Förderbescheids

Übergabe des Bewilligungsbescheid

Martin Zeil (links), Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, übergibt den Bewilligungsbescheid über 7,5 Millionen Euro an Dr. Gerd Gruppe, Mitglied des Vorstands des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.

Im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum

Erhalt des Förderbescheids

Im Bild (von links nach rechts): Prof. Dr. Felix Huber, Direktor des Raumflugbetriebs des DLR - Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie - Dr. Gerd Gruppe, Mitglied des Vorstands des DLR - Ulrich Böger, Regierungsvizepräsident von Oberbayern.

Besichtigung der EPOS-Anlage im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum

Besichtigung der EPOS%2dAnlage

Die EPOS-Anlage ist ein Simulationssystem zur Erprobung von Anflug- und Andockmanövern zwischen zwei Satelliten.

Schematische Darstellung von EDRS

Schematische Darstellung von EDRS

Bei EDRS handelt es sich um ein Netzwerk geostationärer Satelliten. Das geplante europäische Datenrelais-System wird die Grundlage für einen Übertragungsdienst legen, dessen Ziel die optimierte Datenanbindung niedrig fliegender Satelliten ist.

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