MARS500 Teilnehmer zu Gast in Köln
Donnerstag, 23. Februar 2012
Untersuchungen am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
Anderthalb Jahre lang unternahm ein sechsköpfiges internationales Team einen simulierten Flug zum Mars. Insgesamt 106 Experimente wurden während der 520-Tage-Mission durchgeführt, elf davon wurden von deutschen Wissenschaftlern betreut. Für weitere medizinische Untersuchungen besuchten fünf der sechs „Marsonauten“ am 23. Februar 2012 das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Europäische Weltraumorganisation ESA in Köln.
Die beiden europäischen Teilnehmer des Projekts, der Italiener Diego Urbina und der Franzose Romain Charles, berichteten vor Wissenschaftlern des DLR, der ESA und des Moskauer Instituts für Biomedizinische Probleme (IBMP) sowie Vertretern der Presse über ihre Erfahrungen mit dem Leben in der Isolation.
Isolation als Chance
Die Isolation, in der sich die sechs Männer aus Russland, Frankreich, Italien und China befanden, bot den Wissenschaftlern einmalige Forschungsmöglichkeiten unter kontrollierten Bedingungen. So untersuchten Wissenschaftler des DLR unter anderem die Gruppendynamik, indem sie die Probanden mit kleinen Sensoren ausstatteten, die Häufigkeit und Nähe von Begegnungen aufzeichneten. Außerdem erforschte ein Team die Entwicklung von Mikroorganismen innerhalb der Isolationssituation.
Um Vergleichswerte für die vor und während der Studie gewonnenen Daten zu erhalten, werden die „Marsonauten“ in Köln noch an weiteren Untersuchungen teilnehmen. Die Ergebnisse dieses Langzeitprojekts liefern sowohl wichtige Informationen und Planungsgrundlagen für bemannte Langzeitmissionen der Raumfahrt als auch Erkenntnisse für die Medizin auf der Erde. Die Auswertung der bei MARS500 erhobenen Daten durch das Team aus internationalen Wissenschaftlern wird in den nächsten Jahren erfolgen.