Donnerstag, 5. Juli 2012
Brennstoffe aus der Energie der Sonne
Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollen gemeinsam mit Partnern die Herstellung solarer Brennstoffe verbessern. In dem von der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) geförderten Virtuellen Institut mit dem Namen SolarSynFuel werden Wissenschaftler mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammenarbeiten.
Quelle: DLR (CC-BY 3.0).
Solares Turmkraftwerk der Plataforma Solar de Almeria
Wasser (H2O) lässt sich in Wasserstoff und Sauerstoff spalten, Kohlendioxid (CO2) entsprechend in Kohlenmonoxid und Sauerstoff. Damit lassen sich aus den Rohstoffen H2O und CO2 die wichtigsten Brennstoffe wie zum Beispiel Wasserstoff, Methanol, Polymere oder synthetischer Diesel herstellen. Ein Verfahren zur Wasserstofferzeugung mit Hilfe von Sonnenenergie haben Wissenschaftler unter maßgeblicher Beteiligung des DLR bereits im Forschungsprojekt Hydrosol entwickelt und am Turmkraftwerk der Plataforma Solar de Almeria erprobt.
Forscher ermöglichen die Herstellung von Brennstoffen mit der Energie der Sonne
Brennstoffe wie Wasserstoff lassen sich mit der Energie der Sonne klimaneutral herstellen. Solche regenerativen Brennstoffe stellen eine umweltfreundliche Alternative zu den endlichen fossilen Brennstoffen dar. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollen gemeinsam mit Partnern von Universitäten aus Deutschland und der Schweiz die Herstellung solcher Brennstoffe verbessern. In dem von der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) geförderten Virtuellen Institut mit dem Namen SolarSynFuel werden Wissenschaftler mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammenarbeiten.
Effizientere und stabilere Materialien
Wasser (H2O) lässt sich mit speziellen Metalloxiden in Wasserstoff und Sauerstoff spalten, Kohlendioxid (CO2) entsprechend in Kohlenmonoxid und Sauerstoff. Damit lassen sich aus den Rohstoffen H2O und CO2 wichtige Brennstoffe wie zum Beispiel Wasserstoff, Methanol, synthetisches Benzin oder synthetischer Diesel herstellen. Ein Verfahren zur Wasserstofferzeugung mit Hilfe von Sonnenenergie haben Wissenschaftler unter maßgeblicher Beteiligung des DLR bereits im Forschungsprojekt Hydrosol entwickelt. Auf diese Forschungsergebnisse werden die Forscher nun aufbauen und nach effizienteren und langlebigeren Materialien forschen und diese in einen Solarreaktor integrieren. Gleichzeitig bietet das Verfahren die Möglichkeit, CO2 aus anderen Prozessen (zum Beispiel Kohle- oder Erdgasverbrennung) wiederzuverwenden und klimarelevante Emissionen zu reduzieren.
"Die Herausforderung ist, mehr Wasserstoff mit einer bestimmten Leistung an Sonnenenergie zu erzeugen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in ergiebigen und stabilen Redox-Materialien sowie effizienten Solarreaktoren. Die gilt es zu entwickeln und erproben", beschreibt Martin Roeb vom DLR-Institut für Solarforschung in Köln die Aufgaben des neu ins Leben gerufenen Instituts. "Wir sind zwar ein Virtuelles Institut, die Wissenschaftler der beteiligten Partnerinstitute werden jedoch - auch physisch - gemeinsam an Projekten arbeiten. Für die Analysen werden wir zudem viele Materialproben austauschen." Untersucht werden die Proben unter anderem im neuen CeraStorE-Zentrum (Competence Center for Ceramic Materials and Thermal Storage Technologies in Energy Research) des DLR in Köln und im DLR-Sonnenofen. In dem Projekt für Solare Brennstoffe arbeiten Forscher des Kölner DLR-Instituts für Werkstoff-Forschung mit ihrer Expertise zu Hochtemperaturwerkstoffen und Forscher des DLR-Instituts für Solarforschung mit ihren langjährigen Erfahrungen zu solarthermischen Prozessen eng zusammen.
In dem von der Helmholtz-Gemeinschaft geförderten Virtuellen Institut sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Karlsruher Institute of Technology (KIT), die technische Universität Clausthal (TUC) und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) beteiligt. Das Budget umfasst insgesamt 4,5 Millionen Euro und läuft über fünf Jahre. Sprecher des Virtuellen Instituts ist Prof. Robert Pitz-Paal, Co-Direktor des DLR-Instituts für Solarforschung.
Zuletzt geändert am:10.07.2012 15:27:38 Uhr
Fallen darunter auch Projekte zum Ersatz von fossiler Kohle als CO-Quelle bei der Stahlproduktion? Spaltung vob CO2?
Sehr intereressanter Artikel ... Der Sabatier - Effekt fällt ja sicher auch darunter. Neulich las ich in einem Artikel von G. Olah et al (JOC 74(2) - 2009 p. 487-498) --- Chemical Recycling of Carbon Dioxide to Methanol and Dimethyl Ether: From Greenhouse Gas to Renewable, Environmentally Carbon Neutral Fuels and Synthetic Hydrocarbons George A. Olah,* Alain Goeppert, and G. K. Surya Prakash ---über die durchaus vorhandenen Aktivitäten der Umwandlung von CO2... Warum liest/hört man in Deutschen Medien so wenig darüber?Besten GrußDr. Jörg Kampmann, Dipl.-Phys.www.ibk-consult.de
@Rene: Vielen Dank für Ihre Fragen. Bei den hier erforschten Methoden wird CO2 mittels Solarenergie in CO und O2 gespalten (nicht in C und O2). CO (Kohlenmonoxid) ist dabei zusammen mit H2 der Synthesebaustein für interessante Produkte (Methanol, synthetische Kraftstoffe, Polymere…). Theoretisch könnte man das erzeugte CO auch als Reduktionsmittel – z.B. bei der Stahlproduktion verwenden. Das hieße aber wahrscheinlich den Hochofenprozess grundlegend zu verändern.
@Dr. Kampmann: Vielen Dank für Ihre Anfrage. Bei der Sabatier-Reaktion wird Kohlendioxid mit Wasserstoff zu Methan katalytisch umgesetzt. Diese Reaktion wird zurzeit auch diskutiert in dem Umfeld der Nutzung erneuerbarer Energien, um diese in Form eines Gases zu speichern. Diese Sabatier-Reaktion kann man alternativ oder noch besser ergänzend zu dem in SolSynGas diskutierten Konzept einsetzen, z.B. in dem man den solar-thermochemisch hergestellten Wasserstoff in einer Sabatier-Reaktion verwendet.Der zitierte Artikel ist ein Fachartikel in einer internationalen Fachzeitschrift. In dieser und in ähnlichen veröffentlichen wir auch. In den deutsche Medien werden meiner Erfahrung nach solche fachspezifischen Dinge eher so aufbereitet, dass sie einem breiten Publikum zugänglich sind.