IALA Intersessional Meeting am DLR-Standort Neustrelitz

Freitag, 10. Juni 2011

Verbesserung der Sicherheit des maritimen Verkehrs

Das Institut für Kommunikation und Navigation (IKN) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) war Anfang Juni Gastgeber für ein Intersessional Meeting der International Association of Lighthouse Authorities and Navigation Aids (IALA) am DLR-Standort Neustrelitz. Im dreitägigen Meeting diskutierten internationale Experten über die Weiterentwicklung des maritimen Integrierten Positions-, Navigations- und Zeitsystems (PNT). Durch die Verbesserung dieses Systems wird das Ziel verfolgt, trotz des zunehmenden Verkehrs die Häufigkeit von Kollisionen und Grundberührungen weiter zu reduzieren. DLR Wissenschaftler tragen maßgeblich zur Konzeption der neuen Systeme bei.

Zuverlässige Positions- und Navigationsdaten essentiell für Kapitäne

Globale Navigationssatellitensysteme, wie das amerikanische operationelle Global Positioning System (GPS) und das zukünftige europäische System Galileo, wurden bereits vor Jahren als Kernelement für die Schiffsnavigation durch die Internationale Maritime Organisation (IMO) festgelegt. In den 90er Jahren hat die weltweit operierende IALA damit begonnen, die Entwicklung maritimer Ergänzungssysteme voranzutreiben, um die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der schiffseitigen Positionsbestimmung im Küstenbereich auf ein ausreichendes Niveau zu bringen. Durch das stetig gewachsene Sicherheitsbedürfnis im maritimen Verkehr sind die Anforderungen an die Genauigkeit und die Zuverlässigkeit der bereitzustellenden Positions-, Navigations- und Zeitdaten gestiegen. Durch den technologischen Fortschritt, zum Beispiel im Bereich der satellitengestützten und terrestrischen Dienste oder der Sensorentwicklung, können die höheren Sicherheitsanforderungen zukünftig erfüllt werden. Im Mittelpunkt des Meetings standen die konzeptionelle Weiterentwicklung des maritimen Integrierten PNT-Systems und die Vorbereitung neuer Standards. Diese Aufgabe ist gegenwärtig ein fester Bestandteil der E-Navigation-Strategie der IMO. Unter E-Navigation wird der harmonisierte land- und bordseitig abgestimmte Einsatz von elektronischen Mitteln verstanden, der der Gewinnung, der Integration, dem Austausch, der Darstellung und der Analyse von maritimen Informationen dient. Eine zuverlässige und umfassende Bereitstellung von maritimen Informationen ist erforderlich, um die Situationserfassung der Verkehrslage und des Zustands der Wasserstraßen möglichst automatisiert gewährleisten zu können. Bahn- und Manöverplanungswerkzeuge sollen die Kapitäne mittelfristig bei der Schiffsführung so unterstützen, dass die Risiken von Schiffskollisionen und Grundberührungen weiterhin reduziert werden.

Zuletzt geändert am: 21.06.2011 14:02:53 Uhr

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Kontakte

Melanie-Konstanze Wiese
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Kommunikation, Berlin und Neustrelitz

Tel.: +49 30 67055-639

Fax: +49 30 67055-8639
Dr.-Ing. Evelin Engler
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Kommunikation und Navigation, Navigation

Tel.: +49 3981 480-147

Fax: +49 3981 480-123

Teilnehmer des Intersessional Meetings der IALA

Die internationalen Experten freuten sich über den positiven Verlauf des IALA Meetings. Der rege Informationsaustausch führte zu wichtigen Erkenntnissen, um die Verbesserung der Sicherheit des maritimen Verkehrs weiter voranzutreiben (v.l.n.r.: Peter Douglas (Northern Lighthouse Board, Scotland), Ivan Carlsson (Danish Maritime Safety Administration), Michael Hoppe (German Federal Waterways and Shipping Adminitstration), Kaisu Heikonen (Finnish Transport Agency), Jeffrey van Gils (Ministry for Infrastructure and Environment, Netherlands), Thoralf Noack (DLR), Evelin Engler (DLR), David Turnage (Kelvin Hughes Limited, UK), Pierre-Yves Martin (CETMEF, France)).