Deutschland/Österreich: Abkommen eröffnet neue Wege in der Raumfahrtforschung

Deutschland/Österreich: Abkommen eröffnet neue Wege in der Raumfahrtforschung

Freitag, 14. September 2012

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  • Vertragsunterzeichnung zwischen dem DLR und FFG

    Vertragsunterzeichnung zwischen dem DLR und FFG

    Am 14. September 2012 erfolgte die Vertragsunterzeichnung eines Memorandum of Unterstanding (MoU) zwischen der Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR). v.l.n.r.: Dr. Gerd Gruppe, Vorstandsmitglied für das DLR-Raumfahrtmanagement, Doris Bures, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie der Republik Österreich, Dr. Klaus Pseiner, Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

  • Die Österreichische Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, Doris Bures zu Gast beim DLR OP

    Die Österreichische Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, Doris Bures zu Gast beim DLR OP

    Gruppenbild im Deutschen Raumfahrt Kontrollzentrum des DLR mit FFG-Geschäftsführer Dr. Klaus Pseiner (3. von links), DLR-Vorstandsmitglied Dr. Gerd Gruppe (6.v.l.), der östereichischen Bundesministerin Doris Bures (7.v.l.) und dem FFG-Bereichsleiter Agentur für Luft-und Raumfahrt Harald Posch 8.v.l.).

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    Die österreichische Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie Doris Bures besucht das DLR-Stuttgart

    Das Institut für Fahrzeugkonzepte präsentierte Ministerin Bures den Freikolbenlineargenerator. v.l.n.r. Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner (DLR-Vorstandsvorsitzender), Dr.-Ing. Frank Rinderknecht (Abteilungsleiter Alternative Energiewandler), Prof.Dr. Horst E. Friedrich (Institusdirektor des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte), Doris Bures (österreichische Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie), österreichische Delegation.

  • Energiespeicher für morgen

    Energiespeicher für morgen

    Im Institut für Technische Thermodynamik tauschte sich die österreichische Ministerin Bures mit Wissenschaftlern zum Thema Brennstoffzellen als Energiespeicher der Zukunft aus. v.l.n.r. Dr. Rainer Tamme (Institutsdirektor des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik), Doris Bures (österreichische Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie), Prof.Dr. Horst E. Friedrich (Institusdirektor des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte), Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner (DLR-Vorstandsvorsitzender), österreichische Delegation.

Im Rahmen des Besuchs der Österreichischen Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, Doris Bures, am 14. September 2012 beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde ein Abkommen über die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Österreich und Deutschland im Bereich der Raumfahrt unterzeichnet, von Österreichischer Seite durch die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) , der nationalen Förderstelle für wirtschaftsnahe Forschung. Die Geschäftsführer Dr. Klaus Pseiner und Dr. Henrietta Egerth vertraten dabei die FFG, das DLR Professor Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR und Dr. Rolf Densing, Programmdirektor Raumfahrt im DLR Raumfahrtmanagement.

"Der nachhaltige Ausbau und die Stärkung der Zusammenarbeit mit Österreich steht bei diesem Abkommen im Mittelpunkt. In der Kooperation sehen wir das Potenzial, gemeinsam neue Projekte im Bereich der Raumfahrt voranzutreiben", so Professor Johann-Dietrich Wörner. "Diese binationale Interaktion verspricht einen hohen Synergieeffekt für die europäische Raumfahrt."

Eine gemeinsame Basis schafft neue Möglichkeiten

Das Abkommen umfaßt Aktivitäten der Strategieentwicklung, auf ESA bezogene Aktivitäten, auf EU bezogene Aktivitäten, nationale Raumfahrtprogrammaktivitäten, nationale Forschungs-und Technologie Aktivitäten sowie bilaterale Kooperationsabkommen. Damit verfolgt man das Ziel, sich in diesen Bereichen verstärkt abzustimmen, sich gegenseitig über laufende Planungen zu informieren und bei Bedarf gemeinsam zu prüfen, ob Kooperationsmöglichkeiten bestehen. Kurzfristig schafft man mit der Formalisierung der Zusammenarbeit die Basis für eine mittelfristig zügigere Umsetzung von gemeinsamen Projekten. Das Abkommen stellt damit die Grundlage für jegliche zwischen den Parteien in Zukunft vereinbarte Einzelvereinbarung dar und dient dazu Kooperations- und Zusammenarbeitsmöglichkeiten auf Forschungs-Ebene auszuloten. Die Umsetzung soll insbesondere zu einer verbesserten politischen Sichtbarkeit in beiden Ländern führen, da man sich in allen wesentlichen Raumfahrtthemenbereichen zukünftig regelmäßig austauschen und abstimmen wird. Im nächsten Schritt wird es wichtig sein, das Abkommen mit Leben zu füllen. Es gilt gemeinsame Themen der Zusammenarbeit vorzuschlagen und festzulegen. "Niemand von uns hat ein Patentrezept, deshalb ist der laufende Austausch wichtig. Wir haben in Österreich einige erfolgreiche Initiativen und Programme, die auch in Deutschland auf Interesse stoßen, wie etwa die COMET-Exzellenzzentren oder der Innovationsscheck", so die österreichische Ministerin bei ihrem Besuch in Oberpfaffenhofen.

Eine gute Zusammenarbeit hat sich bewiesen

Die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Deutschland hat schon in der Vergangenheit gezeigt, dass bilaterale Abkommen zu einer verstärkten politischen Unterstützung der Raumfahrt geführt haben. In einem Zusammenarbeitsabkommen mit der damaligen Austrian Space Agency (ASA) - der heutigen FFG – verfolgten Deutschland und Österreich das Ziel gemeinsam zur Entwicklung leistungsstarker und wiederverwendbarer Raumtransportsysteme in Europa beizutragen. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung zwischen dem DLR und der ASA wurde am 30. Januar 2001 in Wien unterzeichnet. Die Zusammenarbeit erfolgte im Rahmen des Programms ASTRA (Ausgewählte Systeme und Technologien für zukünftige Raumtransportsystem-Anwendungen), in dem zukunftsweisende Konzepte für ein neues wirtschaftliches Raumtransportsystem untersucht und Spitzentechnologien entwickelt werden.

Ein Einblick in die Forschungswelt des DLR Oberpfaffenhofen

Nachdem die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Deutschland im Bereich der Raumfahrtforschung neu besiegelt wurde erhielt die Ministerin einen Einblick in die Forschungswelt des DLR in Oberpfaffenhofen. Passend zur Abkommensunterzeichnung traf man sich im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum (Link), um einen Blick in die Kontrollräume bemannter und unbemannter Raumfahrtmissionen zu werfen. Aber wie werden Satellitendaten zur Prävention und Management bei Naturkatastrophen genutzt? Diese Frage wurde im Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) beantwortet. Seine Aufgabe ist die Bereitstellung eines vierundzwanzig Stunden-Service für die schnelle Beschaffung, Aufbereitung und Analyse von Satellitendaten bei Umweltkatastrophen, für humanitäre Hilfsaktivitäten und für die zivile Sicherheit weltweit. Anhand von Vorher-Nachheraufnahmen machte sich die Ministerin ein Bild von der Nutzung von Satellitendaten durch Hilfsmannschaften während des Tsunamis in Japan. Natürlich durfte auch ein Einblick in das Galileo Kontrollzentrum nicht fehlen, um sich über den aktuellen Status Quo zum Thema Europäische Satellitennavigation zu informieren.

Von der Raumfahrt zur Verkehrs- und Energieforschung

Von Bayern aus ging die Reise der Ministerin und ihrer Delegation weiter nach Baden-Württemberg. Am DLR-Standort in Stuttgart präsentierte das Institut für Fahrzeugkonzepte seine Forschungen für das Automobil der Zukunft. Ein in die Abgasanlage eingebauter thermoelektrischer Generator sorgt dafür, dass die beim Fahren entstehende Wärme nicht einfach verloren geht, sondern teilweise in elektrische Energie zurückverwandelt werden kann. Diese wird dann ins Bordnetz eingespeist und unterstützt beispielsweise die Lichtanlage. Um das Fahrzeuggewicht und so den Verbrauch zu senken, arbeiten die Stuttgarter Wissenschaftler außerdem an neuartigen Leichtbaukonzepten. Damit diese leichteren Autos mindestens genauso sicher sind wie ihre konventionellen Vorgänger, lassen es die Institutsmitarbeiter öfter mal krachen: In der dynamischen Komponenten-Prüfanlage erhielt die Ministerin einen Einblick, auf was es bei wissenschaftlichen Crashversuchen besonders ankommt. Ob Elektro-, Wasserstoff-, Brennstoffzellen- oder Hybridfahrzeuge – innovative Technologien müssen in das Gesamtsystem der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Entwicklung passen. Mitarbeiter der Abteilung Fahrzeugsysteme und Technologiebewertung zeigten der Ministerin, wie das DLR mit Hilfe von Szenarien, Ökobilanzen und Lebenszyklusanalysen die automobile Zukunft umfassend im Blick behält.

Mit der Zukunft der Energiespeicherung beschäftigt sich das Institut für Technische Thermodynamik. In den elektrochemischen Labors des Instituts informierte sich die Ministerin über die umweltfreundliche Herstellung von Wasserstoff mittels Elektrolyse und dessen Nutzung in Brennstoffzellen. Der besondere Reiz stofflich gebundener Speicher liegt in ihrer Eigenschaft Energie über einen langen Zeitraum – bei Bedarf monatelang – speichern und bei Bedarf wieder rückverstromen zu können. Ein weiteres herausragendes Arbeitsgebiet des Instituts ist die Entwicklung von Hochtemperatur-Wärmespeichern. Hierfür steht den Forschern des Instituts für Technische Thermodynamik mit der Versuchsanlage 'HOTREG' eine weltweit einmalige Anlage zur Verfügung um technisch und wirtschaftlich attraktive Wärmespeichermaterialien und Auslegungskonzepte zu erforschen und anwendungsnah zu testen.

Zuletzt geändert am:
26.09.2012 15:31:26 Uhr

Kontakte

 

Miriam Kamin
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation Oberpfaffenhofen

Tel.: +49 8153 28-2297

Fax: +49 8153 28-1243
Denise Nüssle
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation Stuttgart: Presse, Website, Social Media

Tel.: +49 711 6862-8086

Fax: +49 711 6862-636