Der Standort Augsburg des DLR

Die Forschungseinrichtung in Augsburg wurde 2009 als Teil des Zentrums für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP) gegründet und ist seit Mai 2011 eigenständiger Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Forschung in Augsburg ist Instituts- und Standortübergreifend, Arbeitsschwerpunkt ist der Bereich der Produktionstechnologie. Damit  komplettiert Augsburg die Prozesskette für die Entwicklung und Fertigung von Bauteilen aus carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) im DLR.

 Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie

Das Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP) ist eine nationale Forschungseinrichtung des DLR und setzt sich zusammen aus dem Standort in Augsburg und einem weiteren Standort im niedersächsischen Stade. Im ZLP werden damit das DLR-Institut für Bauweisen und Strukturtechnologie aus Stuttgart mit dem DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik Braunschweig und dem DLR-Robotik und Mechatronik Zentrum in Oberpfaffenhofen zusammenarbeiten.

 Forschung für die Luft- und Raumfahrt

Kohlenstofffaser- bzw. Carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) wird als Material unter anderem dazu genutzt, um Verkehrsflugzeuge der nächsten Generation herzustellen – leichter im Gewicht, sparsamer im Treibstoffverbrauch und freundlicher in der Schadstoff-Bilanz. Der Bedarf an Leichtbaustrukturen aus CFK ist daher stark gestiegen. Dies macht  Produktionsweisen erforderlich, die ökonomisch sind und dabei den besonderen Anforderungen der Luft- und Raumfahrt entsprechen. Ziel der DLR-Forschung in Augsburg ist es einen Produktionsprozess zu entwickeln, der durchgängig roboterbasiert automatisiert ist. Denn der Einsatz von flexiblen und interaktiven Robotersystemen senkt die Produktionskosten und steigert zugleich Produktivität und Qualität der Fertigung.

Der Forschungsbereich "Produktionstechnologie" am DLR-Standort Augsburg gliedert sich in insgesamt fünf Themenfelder:

  • Textil- und Infusionstechnologie

Ziel der Untersuchungen ist das Greifen und robotergestützte Handling biegeschlaffer, trockener Kohlenstofffaser-Halbzeuge. Dabei steht die berührungsarme und zerstörungsfreie Handhabung von großen Zuschnitten und Pre-forms im Vordergrund der Arbeiten.

  • Thermoplastverarbeitung

Die kurzen Zykluszeiten bei der Thermoplastverarbeitung bieten großes Potential für Bauteile hoher Stückzahl. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt im Bereich der automatisierten Ablage, Formgebung und Konsolidierung.

  • Produktionsintegrierte Qualitätssicherung

Entwickelt werden neue Vorgehensweisen mit zerstörungsfreien Prüfmethoden und geeignete Endeffektoren, die eine Inline-Qualitätssicherung ermöglichen. Bestehende Konzepte des Datenmanagements sowie Methoden für die automatisierte Auswertung der Daten müssen neu definiert werden.

  • Montage- und Verbindungstechnologie

Die Reduzierung der Fügestellen durch hochintegrale Fertigung von Faserverbundstrukturen ist nur ein Ziel in diesem Arbeitsgebiet. Es stehen ebenso neue Techniken zur automatisierten Montage von großen Luftfahrtstrukturen im Fokus.

  • Robotik für Faserverbundfertigung

Herzstück der Anlagen am ZLP Augsburg ist eine robotergestützte Forschungsplattform, die es erlaubt verschiedenste Fertigungsprozesse von großen CFK-Strukturen der Luft- und Raumfahrtindustrie auf Automatisierbarkeit hin zu untersuchen.


Am DLR-Standort Augsburg können Wissenschaft und Industrie verstärkt gemeinsam an neuen Verfahren forschen und optimale Produktionstechnologien entwickeln. Der Aufbau des Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP) in Augsburg wird durch die Stadt, den Freistaat Bayern sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technolgie gefördert.

 

 

Zuletzt geändert am: 11.03.2014 18:40:22 Uhr

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DLR-Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie in Augsburg

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